Hörspiel

Dinosauriermonologe. Ein Singspiel mit dem Nachwort einer Birke

Mittwoch, 26. Oktober 2022, 20:00 bis 22:00 Uhr

Eine Collage mit verschiedenen Dinosauriern, einem Russenzopf, einem Rollstuhl und Birkenpollen. © picture alliance / imageBROKER | J. Pfeiffer / PantherMedia | Corey Ford / Zoonar | Maksym Yemelyanov / Bildagentur-online/Saurer / dpa | Armin Weigel / Zoonar | wolfilser Foto: J. Pfeiffer / Corey Ford / Maksym Yemelyanov / Bildagentur-online/Saurer / Armin Weigel / wolfilser

Eine Collage mit verschiedenen Dinosauriern, einem Russenzopf, einem Rollstuhl und Birkenpollen. © picture alliance / imageBROKER | J. Pfeiffer / PantherMedia | Corey Ford / Zoonar | Maksym Yemelyanov / Bildagentur-online/Saurer / dpa | Armin Weigel / Zoonar | wolfilser Foto: J. Pfeiffer / Corey Ford / Maksym Yemelyanov / Bildagentur-online/Saurer / Armin Weigel / wolfilser
Nach dem Aussterben der Menschheit sind die Dinosaurier im Zwist mit den Birken zwischen Dystopie und Evolutionsgeschichte in der Unsterblichkeit gefangen.
Hörspiel von Ariane Koch.

In ca. 200 Millionen Jahren sind nur noch die weiblichen Dinosaurier übrig geblieben. Eine Gruppe von ihnen vegetiert in Unsterblichkeit, bis ein unbekanntes Wesen auftaucht. Seltsam anders, zweibeinig, dünnhäutig. Aber wenn es singt, geht Rosmarie das Herz auf. Sie beobachtet das Wesen, ist quasi von ihm besessen. Kann es Antwort geben auf ihre Fragen nach Herkunft, Familie und Sinnhaftigkeit ihres eintönigen Lebens? Und womöglich einen Weg in das lang ersehnte Verschwinden zeigen? Aber nicht alle sind glücklich über den Eindringling, dessen Sprache niemand versteht. Eines Tages wird das Wesen tot aufgefunden, Todesursache mehr oder weniger ungeklärt. Man stopft es aus, animiert es und baut ihm ein Museum. Rosmarie ist nicht einverstanden und verlässt die Gruppe. Am Ende übernehmen die Birken das Ruder, bedecken alles mit ihrem Gelbstaub, aber die, die sich verloren haben, finden trotzdem wieder zusammen. Es waren übrigens auch die Birken, die diese Textfragmente aus dem Staub ausgruben und nach ihrem Gutdünken in eine Reihenfolge setzten.

Ariane Koch erhielt für ihr Theaterstück „Die toten Freunde (Dinosauriermonologe)“ den 1. Else Lasker-Schüler-Stückepreis 2022 des Pfalztheater Kaiserslautern im Auftrag der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur. In der Jurybegründung hieß es:

„Ariane Koch entwirft eine post-apokalyptische Fabel: Nach dem Aussterben der Menschheit sind die Dinosaurier im Zwist mit den Birken zwischen Dystopie und Evolutionsgeschichte in der Unsterblichkeit gefangen. Der letzte sterbliche Mensch landet zu wissenschaftlichen Zwecken aufgeschnitten und aufbewahrt im Museum. Was einmal so schön war, der eine Birke umarmende Mensch, ist nur mehr die Erinnerung an eine untergegangene Ära. Ebenso sprachgewaltig wie heiter schafft Ariane Koch ein Nachdenken über die eigene Spezies, auf der Schwelle in den Untergang. Sie setzt Narrative der Utopie, die womöglich dem Erinnerungsstrom einer Altenheim-Bewohnerin entstammen, und lotet aus, unter welchen Bedingungen wir zu Zuschauenden oder zu Eingreifenden werden."

Die Hörspielversion dieses Werks in der Realisation der Radiokünstlerin Antje Vowinckel wird unter dem Titel „Dinosauriermonologe. Ein Singspiel mit dem Nachwort einer Birke“ veröffentlicht.

Mit: Heide Simon (Rosmarie), Josephine Thiesen (Kind), Astrid Meyerfeldt (Großtante), Britta Steffenhagen (Historikerin), Linn Reusse (Anführerin), Anton Andreew (Wesen) und Nicolas Matthews (Birke).
Technische Realisation: Markus Freund und Elke Steinort.
Regieassistenz: Julia Werth.
Regie und Komposition: Antje Vowinckel.
Produktion: NDR 2022 | URSENDUNG.
Redaktion: Michael Becker.

Die Autorin

Porträt Ariane Koch © Heike Steinweg Foto: Heike Steinweg
Autorin Ariane Koch

Ariane Koch, geboren 1988, schreibt und konzipiert Theaterstücke, Performances und andere künstlerische Projekte in verschiedenen Kollaborationen. Nach einem Bachelor in Fine Arts an der HGK Basel studierte sie Theaterwissenschaft an der Universität Bern und Philosophie an der Universität Basel. Ariane Koch erhielt verschiedene Stipendien wie den Dramenprozessor, eine Hausautorschaft am Luzerner Theater, Aufenthaltsstipendien am Literarischen Colloquium in Berlin oder am Cité internationale des Arts in Paris, sowie einige Werkbeiträge des Kantons Basel-Stadt und der Pro Helvetia. Für ihren ersten Roman "Die Aufdrängung" wurde sie u. a. mit dem "aspekte"-Literaturpreis des ZDF 2021 ausgezeichnet.

 

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