Stand: 24.08.2018 21:46 Uhr

Showmaster Dieter Thomas Heck ist tot

Der Showmaster Dieter Thomas Heck ist tot. Der langjährige Moderator der "ZDF-Hitparade" starb am Donnerstag im Alter von 80 Jahren, wie der Medienanwalt Christian Schertz am Freitagabend im Namen der Familie in Berlin mitteilte. Einen seiner letzten großen öffentlichen Auftritte hatte der gebürtige Flensburger im Februar vergangenen Jahres bei der Verleihung der Goldenen Kamera für sein Lebenswerk. Dabei wirkte er im Gegensatz zu früher müde.

Peter Frankenfeld entdeckt den Sänger

Bereits zehn Jahre zuvor hatte der in Hamburg aufgewachsene Heck nach einem halben Jahrhundert im Showgeschäft seine letzten Sendungen moderiert. Hin und wieder trat er noch als Gast in Fernsehshows auf und stand dabei auch als Sänger auf der Bühne. Heck - der eigentlich Carl-Dieter Heckscher hieß - war 1961 in der Fernseh-Nachwuchssendung "Toi-toi-toi" von Peter Frankenfeld als Sänger entdeckt worden. Vorausgegangen war eine Teilnahme am deutschen Grand-Prix-Vorentscheid. Er begann schließlich beim damaligen Südwestfunk (SWF) in Baden-Baden als Sprecher und arbeitete bei Radio Luxemburg als Disc-Jockey.

Heck macht die "Hitparade" zum Kult

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2007 präsentierte Heck zum letzten Mal die ZDF-Gala "Melodien für Millionen".

Zum Fernsehstar wurde Heck jedoch mit der "ZDF-Hitparade", die er von 1969 bis 1984 insgesamt 183 Mal live aus Berlin präsentierte. Seine Begrüßung des Publikums mit den Worten "Hier ist Berlin" wurde legendär. Virtuos - wie er nur mit zwei Fingern und dem Daumen das Mikro hielt. Ein Goldkettchen klimperte am Handgelenk. Und niemand setzte die Pausen so gekonnt wie er. Der Dieter, der Thomas, der Heck. Im Halb-Playback hat Hecks Hitparade Stars gemacht - in fast 200 Sendungen. Hitparade war Kult. Außerdem stand Heck unter anderem für große Samstagabendshows wie "Melodien für Millionen", "Musik liegt in der Luft", "Die Super-Hitparade", die "Deutschen Schlagerfestspiele" oder "Die Schlagerparade der Volksmusik" vor der Kamera.

"Die Pyramide" begleitet er 16 Jahre

Daneben präsentierte der einstige Autoverkäufer - der Jahrzehnte mit seiner Frau Ranghild verheiratet war und mit ihr seinen Lebensabend verbrachte - erfolgreiche Unterhaltungssendungen wie "Die Pyramide" (1978 bis 1994) und "Ihr Einsatz bitte" (1987-1990). Außerdem wirkte Heck 1970 in Wolfgang Menges legendärem Fernsehklassiker "Das Millionenspiel" mit. Und er arbeitete als Radiomoderator. So präsentierte Heck die Südwestfunk-Sendungen "Vom Telefon zum Mikrofon" und "Gute Laune aus Südwest". Zudem moderierte der Vater von drei Kindern beim Mitteldeutschen Rundfunk (MDR).

Als Kind unter Trümmern verschüttet

Die Karriere in der Öffentlichkeit war um so erstaunlicher, als dass Heck nach einem Bombenangriff als Kind tagelang unter Trümmern verschüttet gewesen war. Danach stotterte er. Erst Gesangsunterricht half dem traumatisierten Jungen, den Traum von der Karriere als Schlagersänger aufrechtzuerhalten. Was die ganze Karriere lang blieb: das Lampenfieber. "Lampenfieber ist meine Art, Achtung vor dem Publikum zu zeigen", sagte Heck einst. Das gehöre eben dazu.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Welle Nord | Von Binnenland und Waterkant | 24.08.2018 | 21:10 Uhr

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