Stand: 25.03.2019 12:09 Uhr

"Geliebte Clara": Ballett verzaubert Schwerin

von Wolfram Pilz

Sie wurde am 13. September 1819 in Leipzig geboren: Clara Schumann. Sie wuchs in einer Musikerfamilie auf, galt bald als musikalisches Wunderkind, heiratete Robert Schumann und entwickelte sich zu einer gefeierten Konzertpianistin, die sich in einer von Männern bestimmten Welt behaupten wollte. Die Schweriner Ballett-Chefin Jutta Ebnother erzählt die Geschichte dieser Frau in einem Ballettabend: "Geliebte Clara" feierte am Sonnabend Premiere am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin.

Zwei Tänzerinnen auf der Bühne.

Ballett "Geliebte Clara" in Schwerin

Nordmagazin -

Das Ballett ist einer der Höhepunkte im Programm des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin. Es erzählt über die Frau von Robert Schumann; besticht durch faszinierende Bilder und Tänze.

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Einziges erhaltenes Klavierkonzert von Clara Schumann

Mit Clara Schumann's Klavierkonzert a-moll op. 7 eröffnet Jutta Ebnother ihren Ballettabend über die "Virtuosin ihres eigenen Lebens", wie es im Programmheft heißt. Es ist das einzige Werk mit Orchester, das von Clara Schumann erhalten ist. Sie hat es im Alter von 14 bis 15 Jahren, noch unter dem Namen Clara Wieck, komponiert. Es war die Zeit vor der ersten ernsthaften Annäherung an den geliebten, neun Jahre älteren Robert Schumann.

Der taucht in den ersten Ballett-Szenen noch nicht auf. Da tanzen zunächst zwei Claras, die "beherrschte Clara" im weinroten Kleid und die "fühlende Clara" in hellem Beige, über die Bühne mit weißem Rücksetzer, tiefblauen Seitenwänden und darüber einem riesengroßen Kronleuchter. Die junge Clara hat die große Welt betreten: die männerdominierte Musikerwelt und die der Konzertpodien, auf Wunderkind getrimmt von ihrem von Ehrgeiz getriebenen Vater. Dazu erklingt eine ihrer brillantesten Kompositionen, das Klaviertrio g-moll, op. 17.

Johannes Brahms - der dritte Mann in Schumanns Leben

Die fühlende Clara in Beige tanzt einen Marionettentanz vor dem Vater - da erscheint er: der junge Robert Schumann im roten Anzug. Aus dem Pas de Deux "Clara - Vater" wird ein Pas de Trois mit Robert. Außerdem sind auf der Bühne: die Gesellschaft, die Versammlung verlorener Seelen und das Geister-Ballett der schwarz gekleideten Zylinder-Träger. Letztlich erscheint auch der dritte große Mann in Claras Leben: der 14 Jahre jüngere Komponist Johannes Brahms, der zunächst auf die beherrschte Clara trifft, während Robert schon in der Nervenheilanstalt ist, verwirrt und krank.

"Geliebte Clara" ist ein Ballettabend der großen Gesten, von tiefen Gefühlen durchdrungen. Ein Ballett, das vom Publikum mit viel Beifall bedacht wurde. Ballett-Chefin Jutta Ebnother atmet auf: "Ich bin sehr glücklich. Das Publikum ist mitgegangen, das freut mich total."

"Die beherrscherrschte Clara" umschlingt "die fühlende Clara" von hinten.  Foto: Silke Winkler

Zum Nachhören

Das Ballettstück "Geliebte Clara" in Schwerin widmet sich der wohl bedeutendsten Komponistin der Romantik: Clara Schumann. Der gelungene Ballettabend ist von großen Gefühlen durchdrungen.

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Ebnoter ergänzt: "Ihre Persönlichkeit war viel komplexer, als man auf Wikipedia liest, oder wenn man Clara Schumann googelt. Sie war eine zerrissene Persönlichkeit. Während der Probenarbeit ist mir das noch bewusster geworden."

Dieser Ballettabend in Schwerin gewinnt zusätzlich dadurch, dass die Musik nicht etwa aus der Konserve kommt. Die Mecklenburgische Staatskapelle musiziert unter der Leitung von Daniel Huppert gemeinsam mit dem Pianisten Lev Vinocour.

"Geliebte Clara": Ballett verzaubert Schwerin

Das Ballettstück "Geliebte Clara" in Schwerin widmet sich der bedeutenden Komponistin der Romantik: Clara Schumann. Die gelungene Aufführung zeigt große Gefühle und erhielt viel Beifall.

Art:
Bühne
Datum:
Ende:
Ort:
Mecklenburgisches Staatstheater
Alter Garten 2
19055  Schwerin
Preis:
10 bis 51 Euro
Kartenverkauf:
Kartentelefon: (0385) 53 00-123
E-Mail: kasse[at]mecklenburgisches-staatstheater.de
Hinweis:
Ballett von Jutta Ebnother, Musik von Clara und Robert Schumann, Johannes Brahms und Aribert Reimann
Musikalische Leitung: Daniel Huppert
Choreographie: Jutta Ebnother
Bühnenbild: Flurin Borg Madsen
Kostüme: Adriana Mortelliti
Dramaturgie: Peter Larsen
Mit: Irene López Ros, Gisela de Paz Solvas, Richard Jones, Alyosa Forlini, Vasco Ventura, Fem Rosa Has
Pianist: Lev Vinocour
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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassikboulevard | 24.03.2019 | 16:20 Uhr

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