Stand: 23.02.2018 17:58 Uhr

Tee: Heißer Genuss nicht nur für kalte Tage

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Ostfriesen sind Meister im Teetrinken. Traditionell gehören für sie Kandis und Sahne in den Tee.

Kaum ein anderes Getränk erfreut sich weltweit so großer Beliebtheit wie Tee. Rund 26 Liter trinkt allein jeder Deutsche im Schnitt pro Jahr. Im internationalen Vergleich an der Spitze liegen übrigens die Ostfriesen: Mit durchschnittlich 300 Litern pro Kopf und Jahr genießen sie deutlich mehr Tee als etwa Briten, Türken oder Chinesen.

Teesorten im Überblick

Tee wird ausschließlich aus den Blättern, Knospen und Stielen der Teepflanze (Camellia sinensis und Camellia assamic) gewonnen. Nur Tee, der von einer der dieser beiden Pflanzen stammt, darf sich laut Lebensmittelrecht Tee nennen. Aufgüsse aus Früchten oder Kräutern sind  dagegen kein echter Tee, sondern "teeähnliche Erzeugnisse" und müssen immer als Kräuter- oder Früchtetee bezeichnet werden. Auch der beliebte südafrikanische Rotbuschtee darf nicht unter der einfachen Bezeichnung "Tee" in den Handel kommen.

Tee wird in eine Tasse gegossen.

Als der Tee in den Norden kam

Unsere Geschichte -

Die Ostfriesen sind Weltmeister im Teetrinken. Den ersten "echten Ostfriesentee" mischte Johann Bünting in Leer im Jahre 1806 - es war der Anfang einer norddeutschen Dynastie.

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Wie unterscheiden sich schwarzer und grüner Tee?

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Die Teepflanze - hier eine Platage in Assam - besitzt glänzende, längliche Blätter. Botanisch zählt sie zur Gattung der Kamelien.

Schwarzer und grüner Tee sind die beiden häufigsten Teesorten. Sie unterscheiden sich nur durch die Art, wie die Teeblätter nach der Ernte verarbeitet werden. Für schwarzen Tee werden die Blätter mit einer Walze gerollt und zerquetscht. Dadurch gelangt mehr Sauerstoff an die Zellen, der dann mit den ätherischen Ölen in den Blättern reagiert. Durch diesen Prozess der Oxidation bekommt der schwarze Tee sein typisches Aroma und seine dunkle Farbe. Grüner Tee durchläuft keinen Oxidierungsprozess. Er wird nur kurz erhitzt, beispielsweise in heißem Dampf, und trocknet dann an der Luft. Grüner Tee stammt vor allem aus China und Japan.

Schwarze und grüne Tees werden meist nach ihrer Anbauregion benannt. Bekannte Schwarzteesorten sind Assam, Darjeeling oder Ceylon, zwei beliebte Grünteesorten sind der aus China stammende Sencha und der japanische Matcha, bei dem die Teeblätter zusätzlich gemahlen werden.

Feiner Genuss: Weißer Tee

Eine besonders edle Teesorte ist der weiße Tee. Für ihn werden nur die noch geschlossenen Knospen der Teepflanze verwendet - und zwar rund 30.000 Knospen für ein einziges Kilogramm. Der feine Teegeschmack hat seinen Preis: 100 Gramm der Weißteesorte "Silbernadel" kosten schon mal zwischen 25 und 30 Euro. Weitere traditionelle Sorten sind Oolong- und Pu-Erh-Tee. Beide zählen weder zu den Schwarz- noch zu den Grünteesorten und durchlaufen wie der weiße Tee aufwendige Herstellungsverfahren.   

Tee richtig zubereiten

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In weichem Wasser kann Tee sein Aroma am besten entfalten.

Für den Geschmack des Tees spielt das verwendete Wasser eine große Rolle. Es sollte immer frisch sein und nicht zu lange kochen. Entgegen der landläufigen Meinung sollte Tee nicht mit sprudelnd kochendem Wasser aufgegossen werden, da sich sonst ein großer Teil der Geschmacksstoffe verflüchtigt. Kenner empfehlen, das Wasser nach dem Aufkochen zunächst etwas abkühlen zu lassen: für schwarzen Tee nur ganz kurz auf etwa 95 Grad, für grüne und weiße Tees etwas länger auf 70 bis 80 Grad. Auch der Härtegrad des Wassers ist wichtig: Grüner Tee und Darjeeling sollten mit möglichst weichem Wasser zubereitet werden, Assam und Ceylon vertragen auch härteres, also kalkhaltigeres Wasser.

Wie lange soll Tee ziehen?

Die Länge der Ziehzeit hängt sowohl von der Teesorte als auch vom individuellen Geschmack ab. Beuteltee sollte kürzer ziehen als loser Tee. Meist empfehlen die Hersteller für losen Schwarztee Ziehzeiten von drei und fünf, für Teebeutel etwa zwei Minuten. Zieht schwarzer Tee etwa zwei bis drei Minuten, wirkt er anregend, bei längeren Ziehzeiten verliert sich diese Wirkung wieder. Bei grünem Tee reichen meist etwa zwei Minuten - sonst wird er bitter. Auf den Teepackungen geben die Hersteller Empfehlungen, wie lange der jeweilige Tee ziehen sollte.

Damit sich das feine Teearoma entfalten kann, sollten Teekannen übrigens nur für Tee und keinesfalls für Kaffee verwendet werden.

Tee einkaufen und aufbewahren

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Tee nimmt schnell Fremdgerüche an und sollte deshalb nicht über länger Zeit offen lagern.

Das Angebot an Teesorten ist riesig. Wer nicht weiß, welche Sorte ihm schmecken könnte, kann sich im Teefachgeschäft beraten lassen. Die drei häufigsten Schwarzteesorten unterscheiden sich deutlich: Assam-Tee besitzt ein meist kräftiges Aroma, und wird deshalb häufig in Teemischungen wie etwa dem Ostfriesen-Tee verwendet. Darjeeling-Tee schmeckt dagegen feiner, milder und leichter, Ceylon wiederum besitzt eine etwas kräftigere, frische Note. Grüner Tee schmeckt würziger und etwas herber als schwarzer Tee, kann aber je nach Sorte auch sehr fein und süßlich schmecken.

Tee sollte möglichst dunkel, kühl und trocken lagern. Wichtig ist, dass er nicht in der Nähe von Gewürzen steht, da er schnell deren Gerüche annimmt.

Im Beutel oder lose?

Teekenner raten meist dazu, losen Tee statt Teebeutel zu kaufen, da die Blätter so ihr volles Aroma entfalten können. Wer auf die einfache Handhabung von Teebeuteln nicht verzichten möchte, kann statt der typischen Beutel mit sehr kleinen Blattkrümeln auch auf solche mit ganzen Blättern zurückgreifen. Sie sind in Teehandlungen erhältlich.

Wie gesund ist Tee?

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Regelmäßiges Teetrinken kann sich positiv auf die Gesundheit auswirken.

Sowohl schwarzem als auch grünem Tee werden verschiedene gesundheitsfördernde Wirkungen zugeschrieben. So soll Tee das  Immunsystem stärken, sich positiv auf die Cholesterinwerte auswirken und dabei helfen, den Blutdruck zu senken. Studienergebnisse deuten zudem darauf hin, dass Menschen, die regelmäßig Tee trinken, seltener an Osteoporose, Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden als Menschen, die kaum oder nie Tee trinken. Die Annahme, dass grüner Tee gesünder sei als schwarzer, gilt mittlerweile als widerlegt: Beide Sorten enthalten Polyphenole, die als besonders förderlich für die Gesundheit gelten.

Aber: In Tests hat sich herausgestellt, dass viele Sorten, sofern sie nicht aus ökologischem Landbau stammen, teilweise erheblich mit Pestizidrückständen belastet sind. Zudem stellte das Bundesamt für Risikobewertung sowohl in Schwarz- und Grüntees als auch in Kräutertees teilweise hohe Dosen giftiger Pflanzeninhaltsstoffe, sogenannter Pyrrolizidinalkaloide fest. Verbraucherschützer empfehlen daher, sowohl die Teesorte als auch die Hersteller öfter zu wechseln und Babys und Kleinkindern nicht ausschließlich Kräutertees zu trinken zu geben.

Weitere Informationen
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Dieses Thema im Programm:

Nordtour | 24.02.2018 | 18:00 Uhr

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