Entzündungshemmende Ernährung bei Morbus Bechterew

Stand: 02.11.2021 10:00 Uhr

Eine entzündungshemmende Ernährung unterstützt die Behandlung bei Morbus Bechterew: Wenig Fleisch, aber gern Fisch und viel Grünes. Antioxidantien und Omega-3-Fettsäuren dämpfen die Schübe.

Morbus Bechterew ist eine rheumatische Erkrankung, die mit speziellen Medikamenten behandelt werden muss. Diese Medikamente sollen die gewebezerstörenden Autoimmunprozesse aufhalten.

Bechterew-Schmerzen lindern durch gute Öle

Eine entzündungshemmende Ernährung ist eine wirkungsvolle zusätzliche Strategie gegen die Schmerzen bei Morbus Bechterew. Fleisch, vor allem verarbeitetes Fleisch wie Wurst, sollte nur noch selten auf den Tisch kommen, weil es viel entzündungsfördernde Arachidonsäure enthält. Entzündungshemmend wirken dagegen gute Fette, insbesondere Omega-3-Fettsäuren. Man findet sie etwa in fettem Fisch wie Hering, Lachs, Makrele, Thunfisch oder in omega-geschützt hergestelltem Leinöl, das es auch kombiniert mit antioxidativ wirkendem Weizenkeimöl und DHA (Docosahexaensäure) gibt. Guten Öle schützen auch das Herz.

Entzündungshemmende Pflanzenstoffe

Ernährungs-Doc Anne Fleck zeigt Patient gesunde Lebensmittel wie Grünzeug, Papaya, Lachs. © NDR
Thomas N. soll sich anti-entzündlich ernähren: vor allem viel Gemüse essen, zum Beispiel Portulak, reich an Omega-3-Fettsäuren und Vitamin C.

Entzündungshemmend wirken außerdem die zahlreichen guten Pflanzenstoffe, darunter Mineralstoffe und Antioxidantien. Mehrere Portionen Gemüse sollten deshalb täglich auf dem Speiseplan stehen, außerdem etwas zuckerarmes Obst. Gerade auch die Stängel und Blätter, die wir beim Kochen wegwerfen, sind reich an solchen wertvollen Stoffen und lassen sich wunderbar zu grünen Smoothies verarbeiten.

Was essen bei Morbus Bechterew: Lebensmittel und Rezepte

Essen gegen die Schmerzen: Hier finden Sie geeignete Rezepte und Lebensmittel-Listen (auch zum Download).

Weitere Informationen
Ein Glas mit Cashewmilch und zwei Datteln in einer Schüssel stehen auf dem Tisch. © NDR Foto: Claudia Timmann

Rezepte bei Morbus Bechterew

Wenig Fleisch, dafür viele entzündungshemmende Gewürze und gute Öle: passende Gerichte bei Morbus Bechterew. mehr

EmpfehlenswertNicht empfehlenswert
Brot und Backwaren,
Beilagen
(nicht mehr
als 2 Hände voll pro Tag)
Vollkornbrot - bevorzugte Getreidesorte: Dinkel; Haferflocken, Müsli ohne Zucker; Amarant, Quinoa;
Vollkornnudeln, Vollkornreis, Pellkartoffeln (Grünes sorgsam wegschneiden)
Weißbrot, Toastbrot, Croissant, Knäckebrot, Zwieback, Weizen- und Milchbrötchen, Laugengebäck; Hartweizennudeln, geschälter Reis, Pommes, Kroketten, Kartoffelbrei, Pfannkuchen, Kartoffelpuffer
Snacks und Knabberkram
(max. 1 kleine Handvoll am Tag!)
ab und zu: 70%-ige ZartbitterschokoladeSüßigkeiten, süße Backwaren,
süße Milchprodukte (s. u.),
Eiscreme, Chips, Salzgebäck
Obst
(1-2 Portionen/Tag - eine
große Handvoll reicht aus!)
Apfel, Aprikosen, Marillen, Brombeeren, Clementinen, Erdbeeren (frisch), Grapefruit, Heidelbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren, Sauerkirschen, Kiwi, Nektarine, Papaya, Orange, Pflaumen, Pfirsiche, Stachelbeere, Wassermelone, Zwetschgen; Avocado;
in Maßen: Banane, Kaki (Sharon), Weintrauben, Kirsche, Ananas, Mango, Honigmelone und Birne
gezuckerte Obstkonserven, kandiertes Trockenobst und Obstmus
Gemüse
(3 Portionen/Tag)
alle Salatsorten, Salat mit Bitterstoffen, Löwenzahn, Blätter von roter Bete, Portulak, Kohlrabi, Möhrengrün in Smoothies, Bohnen, Sojabohnen, Linsen, Erbsen, Möhren, Gurke, Fenchel, Artischocken, Spinat, Zucchini, alle Kohlarten, Radieschen, Spargel, Sauerkraut, Zwiebeln, Knoblauch und alle Pilzarten; in Maßen: Tiefkühlgemüse mit Butter oder Sahne, Nachtschattengewächse wie Tomaten, Auberginen, grüne Paprika*)
Nüsse und Samen
(ca. 20 g/Tag)
Mandeln, Walnüsse, Haselnüsse, Cashewnüsse, Macadamianüsse, Pinienkerne, Kürbiskerne und SonnenblumenkerneErdnüsse und gesalzene Nüsse
Fette und Öle
(ca. 2 EL/Tag)
Olivenöl, Rapsöl, Walnussöl; unter Ausschluss von Licht, Hitze und Sauerstoff gepresst: Leinöl und WeizenkeimölSchweine- und Gänseschmalz, Palmfett, Mayonnaise, Sonnenblumenöl, Distelöl
Getränke
(2-3 Liter/Tag)
Wasser, ungezuckerter Tee - besonders grüner, Löwenzahn- oder Brennnesseltee; bis zu drei Tassen Kaffee ohne Milch; Reis-, Hafer- und Mandelmilch als Milchersatz
Mineralwasser, Pfeffer, Kurkuma und Öl ergibt ein würziges Getränk, das Entzündungen hemmt. Es kann auch als Soße über Speisen genutzt werden.
Sojamilch, Fruchtsaft, Softdrinks, Milchmixgetränke (s. u.), Alkohol
Fisch und Meeresfrüchte
(2 Portionen/Woche)
Aal, Forelle, Heilbutt, Hering, Kabeljau, Karpfen, Lachs, Makrele, Sardine/Sardellen, Scholle, Seezunge, Steinbutt, Thunfisch, Schalentiere wie Flusskrebs, Garnele, Hummer, Shrimps, KrabbenFisch in Mayonnaise oder Sahne eingelegt, panierter Fisch
Wurstwaren und Fleisch
(max. 1-2 Portionen/Woche, 100 g Rohgewicht)
in Maßen:
Putenbrustaufschnitt, Hühnerfleisch;
seltener:
Rinderfilet, Kalbfleisch oder Wild (max. 1 x pro Woche)
Alle übrigen Wurstwaren, generell Schweinefleisch (wegen des hohen Gehalts an Arachidonsäure) - ob Aufschnitt, Koch-, Grill-, Brat- oder Bockwurst; paniertes Fleisch
Eier,
Milch und Milchprodukte,
Käse
Eier (max. 2 pro Woche);
In Maßen (bis 300 ml tägl.):
Milch 1,5 % Fett, Buttermilch, Speisequark
bis 20 % Fett, Naturjoghurt 1,5 % Fett
selten:
Käse bis 45 % Fett i. Tr.: Schnittkäse, Weichkäse, Feta, Mozzarella, Harzer Käse, körniger Frischkäse; Sahne, Schmand und Crème fraîche
Pudding, Milchreis, Fruchtjoghurt, Fruchtquark, Kakaozubereitungen, Fruchtbuttermilch

*) Viele, aber nicht alle Rheumatiker vertragen Nachtschattengewächse wie Auberginen, Paprika (v. a. grüne) und Tomaten.

Weitere Informationen
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Dieses Thema im Programm:

Die Ernährungs-Docs | 01.11.2021 | 21:00 Uhr

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