Stand: 15.02.2019 22:43 Uhr

Wann Babyspeck gefährlich wird

Was jetzt der neunjährige Moritz und 2016 schon der damals zwölfjährige Jan mit Unterstützung der Ernährungs-Docs geschafft haben, das ist für immer mehr Schüler ein Thema: "Ordentlich was abnehmen." Moritz wog 48 Kilo bei 1,38 Meter Größe und hatte bereits auffällige Nüchternblutzuckerwerte - eine Diabetes-Vorstufe. Jan brachte bei 1,60 Metern stolze 76 Kilo auf die Waage. Als er dann noch über häufige Kopfschmerzen klagte, maß Jans Mutter den Blutdruck: 154 : 94 mm/Hg. Viel zu viel! Höchste Zeit für die Notbremse.

"Schon drei Prozent der Kinder leiden an Bluthochdruck, weil sie übergewichtig sind", sagt Dr. Matthias Riedl. Der Hamburger Ernährungsmediziner betrachtet die Entwicklung mit Sorge: Fettleibigkeit ist stark auf dem Vormarsch. Altersdiabetes, also die ernährungsbedingte Variante der Zuckerkrankheit, kommt jetzt schon bei Kindern vor: Als bisher jüngste Patientin machte vor Kurzem eine Dreijährige in den USA damit Schlagzeilen. Riedl hat die Erfahrung gemacht: "Kindliches Übergewicht verwächst sich nicht von allein. Die Weichen müssen rechtzeitig gestellt werden." Denn sonst, warnt Riedl, werden aus dicken Kindern dicke, kranke Erwachsene.

Zehn Tipps für ein gesundes Gewicht

Vorsicht mit Diäten!

"Weniger essen", das allein hilft bei Fettleibigkeit allerdings nicht. Radikales Abspecken ist bei Kindern ohnehin nicht angesagt. Durch klug zusammengestelltes Essen und genügend Bewegung sollen Heranwachsende stattdessen im Laufe eines Jahres ihr Gewicht ungefähr halten, während sie in die Länge wachsen.

Videos: Ernährungstherapie bei Übergewicht
14:32
Die Ernährungs-Docs

Ist mein Kind zu dick?

Was ist beim Schulkind die Obergrenze für Normalgewicht? "Eine grobe Orientierung gibt die Faustformel: Größe des Kindes in Zentimetern minus 100", sagt Riedl. Ein Achtjähriger etwa, der 1,28 Meter misst und 32 Kilo wiegt, hat also deutlich Übergewicht.

Noch vor der Pubertät gegensteuern

Moritz und Jan haben es noch rechtzeitig aus der Gefahrenzone geschafft. Denn je früher man das Ruder herumreißt, desto einfacher ist das Übergewicht zu besiegen - und desto besser die Gesundheitsprognose, desto länger die Lebenserwartung. "Man sollte früh gegensteuern", sagt Ernährungs-Doc Jörn Klasen, "denn mit der Zeit wird das Abnehmen immer schwieriger."

Übergewicht und seine Folgen

Studien zeigen: Übergewichtige Menschen sind nicht nur einem hohen psychosozialen Leidensdruck ausgesetzt. Sie sind auch anfälliger für Folgeerkrankungen, etwa

  • Herz- und Kreislauferkrankungen (Schlaganfall, Herzinfarkt, koronare Herzkrankheit)
  • Arteriosklerose
  • Diabetes mellitus Typ 2
  • Gelenkerkrankungen
  • Venenleiden (Krampfadern)
  • Atmungsstörungen im Schlaf (Schlaf-Apnoe)
  • hormonelle Beschwerden, verminderte Fruchtbarkeit (PCO-Syndrom)
  • Erkrankungen von Galle und Leber
  • erhöhtes Krebsrisiko (Gebärmutter, Brust, Prostata, Gallenblase, Darm)
  • Hauterkrankungen
  • Komplikationen bei Geburt und Stillzeit

Die Küche als Hausapotheke
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Ernährungstherapie: Iss Dich gesund!

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Die richtige Ernährung ebnet den Weg zu mehr Wohlbefinden. Welche Lebensmittel wirken sich bei meiner Krankheit günstig aus, und wo heißt es: Finger weg? mehr

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Schwerpunktpraxen Ernährungsmedizin

Der Bundesverband Deutscher Ernährungsmediziner listet auf seiner Homepage die rund 80 zertifizierten Praxen für Ernährungsmedizin in Deutschland. extern

Dieses Thema im Programm:

Die Ernährungs-Docs | 18.02.2019 | 21:00 Uhr

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