Stand: 12.12.2018 16:51 Uhr

Bluthochdruck erkennen und behandeln

Beim Bluthochdruck (arterielle Hypertonie) ist der Druck in den Gefäßen, die das Blut vom Herzen zu den Organen leiten, chronisch erhöht. Die Erkrankung kommt in den Industrieländern sehr häufig vor, Deutschland liegt sogar europaweit an der Spitze. Mehr als jeder Vierte hierzulande leidet an arterieller Hypertonie, hat also dauerhaft einen Blutdruck von mindestens 140 : 90 mmHg - und nach neueren Untersuchungen sind sogar schon knapp fünf Prozent der Schüler betroffen.

Auch wenn der chronische Bluthochdruck kaum spürbare Beschwerden verursacht, birgt er Gefahren: Nach dem Rauchen ist er der größte Risikofaktor für eine lebensverkürzende Herz-Kreislauf-Erkrankung. Bluthochdruck schadet den Gefäßen.

Ärztin misst den Bauchumfang einer Patientin. © NDR/nonfictionplanet, honorarfrei

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Ursache ist meist der moderne Lebensstil

Eher selten ist eine Grundkrankheit für den erhöhten Blutdruck verantwortlich: Man spricht von einer sekundären Hypertonie, wenn zum Beispiel Erkrankungen der Nieren, der Gefäße (etwa angeborene Missbildungen der Hauptschlagader) oder das sogenannte Schlafapnoe-Syndrom den Blutdruck steigen lassen.

Warum Bluthochdruck behandelt werden muss

In neun von zehn Fällen ist jedoch der moderne Lebensstil die Ursache - die arterielle Hypertonie zählt zu den wichtigsten Zivilisationskrankheiten. Übergewicht, mangelnde Bewegung, Alkohol, Rauchen, starker Kochsalzkonsum wirken sich negativ aus. Aber auch beruflicher oder privater Stress: Schon 1950 identifizierte der Psychoanalytiker Franz Alexander Bluthochdruck als eine der sieben klassischen psychosomatischen Erkrankungen.

Die Gene spielen ebenfalls eine Rolle, die Neigung zu Bluthochdruck wird vererbt. Ein Forschungsprojekt der Universität Münster zeigte, dass etwa ein Drittel der Menschen besonders empfindlich auf Kochsalz reagiert: Sie sind salzsensitiv - bei ihnen führt schon die tägliche Aufnahme von mehr als 5 Gramm zu Bluthochdruck und Schäden an Herz, Nieren und Blutgefäßen. Weltweit liegt der durchschnittliche tägliche Salzkonsum zwischen 7 und 15 Gramm.

Ein weiterer Faktor sind die Hormone: So kann der Blutdruck unter Einnahme der "Pille" steigen, und jede zehnte Frau hat während der Schwangerschaft vorübergehend Bluthochdruck. Nicht selten tritt Bluthochdruck erst nach den Wechseljahren auf: Im Alter sind mehr Frauen als Männer betroffen, in jungen Jahren ist es umgekehrt.

Symptome von Bluthochdruck

Bluthochdruck bleibt oft lange unbemerkt, denn es gibt - zumindest anfangs - keine typischen Symptome. Viele erhalten daher die Diagnose erst, wenn im Körper bereits nicht wiedergutzumachende Folgeschäden entstanden sind: koronare Herzkrankheit, Herzschwäche, im schlimmsten Fall sogar Herzinfarkt, Schlaganfall oder Nierenversagen. Anzeichen für Bluthochdruck können sein:

  • morgendlicher Kopfschmerz, der bei Höherlagerung des Kopfes abnimmt
  • Schwindel, Übelkeit, Ohrensausen
  • Nasenbluten
  • Abgeschlagenheit
  • Schlaflosigkeit.

Bei stark erhöhtem Blutdruck können Brustengegefühl (Angina pectoris), Luftnot und Sehstörungen auftreten.

Diagnose: einzelne Blutdruckmessung reicht nicht

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Ein Blutdruck von 140 : 90 mm/Hg - wer diese oder noch höhere Werte hat, sollte unbedingt etwas für seine Gesundheit tun.

Optimal sollte der Blutdruck bei 120 : 80 mm/Hg oder darunter liegen. Werte knapp darüber gelten als normal. Erst ab 140 : 90 spricht man von mildem Bluthochdruck. Werte ab 160 : 100 gelten als mittlerer, ab 180 : 110 als schwerer Bluthochdruck. Stellt der Arzt bei drei Messungen an zwei verschiedenen Tagen zu hohe Werte fest, wird er sich auf die Suche nach einer möglichen Grundkrankheit machen. Lässt sich die ausschließen, steht die Diagnose: primäre (essentielle) Hypertonie.

Der Arzt ermittelt dann das Herz-Kreislauf-Risiko des Patienten, indem er nach den Lebensumständen fragt, Blut und Urin untersuchen lässt. Um eventuelle Netzhautschäden zu erkennen, wird er eine Spiegelung des Augenhintergrunds veranlassen. Ein EKG und ein Ultraschall des Herzens geben Aufschluss über mögliche Folgeschäden am Herzen. Eine mögliche Salzsensitivität lässt sich neuerdings binnen einer Stunde durch einen einfachen sogenannten Salzbluttest nachweisen.

Therapie bei Bluthochdruck: Gewohnheiten ändern!

Wer unter Bluthochdruck leidet, wird seinen gewohnten Lebensstil für immer ändern müssen - und zwar so schnell wie möglich. An erster Stelle stehen richtige Ernährung und Bewegung. Außerdem muss Schluss sein mit Zigaretten.

Lernen Sie, Ihren Blutdruck regelmäßig zu Hause zu kontrollieren. Der Besuch einer Herzschule oder die Anmeldung in einer Herzsportgruppe kann helfen, gemeinsam mit anderen die Lebensgewohnheiten positiv zu verändern. Auch die ernährungsmedizinischen Schwerpunktpraxen bieten eine umfassende Begleitung.

Ernährungsumstellung als erste Säule der Therapie

Falsche Ernährung ist ein Hauptgrund für Bluthochdruck. Übergewicht erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Probleme. Pro 10 Kilogramm Gewichtsabnahme sinkt der Blutdruck um etwa 12 : 8 mmHg - insbesondere das Bauchfett muss weg. Zur gesunden Ernährung gehören ausreichend Gemüse, Obst und Fisch, weniger Kochsalz. Von Säften oder Softdrinks lieber auf Wasser und Kräutertees umstellen, zudem wenig Alkohol trinken.

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Mit regelmäßiger Bewegung die Gefäße trainieren

Für die Herz-Kreislauf-Geundheit optimal sind vier- bis fünfmal die Woche mindestens 30 Minuten Ausdauersport, gern an der frischen Luft - etwa Schwimmen, Laufen, Wandern. Bewegung hilft, Stress abzubauen. Sinnvoll sind auch Entspannungsübungen wie autogenes Training, Atemübungen oder progressive Muskelentspannung.

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Medikamentöse Therapie als Ergänzung

Nur wenn alle Maßnahmen zu wenig bewirken, sind Medikamente angezeigt, die den Blutdruck senken. Da gibt es unterschiedliche, etwa ACE-Hemmer, Betablocker, AT1-Antagonisten, Diuretika und Kalzium-Antagonisten. Die richtige Wahl bestimmt sich individuell nach dem Lebensalter und den Begleiterkrankungen.

Weitere Behandlungsansätze

Die Wirkung von regelmäßigem Aderlass ist von der Berliner Charité nachgewiesen worden: Bei Probanden, die viermal pro Jahr zum Blutspenden gingen, sanken die Werte sehr ausgeprägt - der systolische Wert um durchschnittlich 16 mmHg, der diastolische um 7 mmHg.

Dieses Thema im Programm:

Die Ernährungs-Docs | 14.01.2019 | 21:00 Uhr

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