Stand: 07.05.2020 21:33 Uhr  - Die Bewegungs-Docs

Arthrose: Selbsthilfe bei Gelenkschmerzen

Arthrose ist die häufigste Gelenkerkrankung: Allein in Deutschland leiden nach Schätzungen bis zu acht Millionen Menschen unter dem Gelenkverschleiß - somit fast jeder Zehnte. Es betrifft meist Knie, Hüfte, Hände oder die Zehen, oft mehrere Gelenke gleichzeitig. Betroffene Gelenke schmerzen mal mehr und mal weniger stark, typischerweise besonders beim Anlaufen, später auch unabhängig von Belastung. Mit der Zeit lassen sie sich immer schlechter bewegen.

Polyarthrose: Was tun, wenn alle Gelenke schmerzen?

Die Bewegungs-Docs -

Stephan K. macht Arthrose zu schaffen: Knie, Schultern, Handgelenke und Finger sind von dem entzündlichen Gelenkverschleiß betroffen. Übungen lindern die Schmerzen.

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Ursachen für Arthrose

Als schützende, elastische Schicht sitzt der Knorpel auf den beiden Knochenenden, die ein Gelenk bilden. Er wird von Gelenkflüssigkeit genährt. Eine gesunde Knorpelschicht wirkt wie ein Stoßdämpfer. Bei Belastung wird die Knorpelschicht gestaucht, um sich anschließend wieder auszudehnen. Dabei saugt sich der Knorpel mit Gelenkflüssigkeit voll. Nutzt er sich jedoch ab, dann reibt irgendwann Knochen auf Knochen.

Weitere Informationen

Wie entsteht Arthrose?

Arthrose ist eine Erkrankung der Gelenke: Der Körper baut Knorpel ab, meist an Knien, Hüfte, Händen oder Zehen. Welche Faktoren führen zum Knorpelabbau? mehr

Manchmal ist ein Unfall oder eine angeborene Fehlstellung (Dysplasie) die Ursache für vorzeitigen Verschleiß - zum Beispiel X-Beine. Die Medizin sieht Arthrose aber inzwischen vor allem als chronische Entzündungskrankheit: Die Entzündungen führen zu Knorpelabbau und Schmerzen. Übergewicht ist ein erheblicher Risikofaktor: Das übermäßige Bauchfett befeuert eine systemische Entzündung, die auch den Knorpel schädigt. Darüber hinaus belastet jedes zusätzliche Kilo unsere tragenden Gelenke doppelt und dreifach: Beim normalen Gehen beispielsweise müssen die Knie das 2,5-Fache des Körpergewichts abfedern, beim Hinabsteigen einer Treppe sogar das 3,5-Fache.

Symptome einer Arthrose

Arthrose beginnt mit Steifheitsgefühlen, mitunter zeigen sich Schwellungen am Gelenk. Im weiteren Verlauf kommt es meist erst zu Belastungsschmerzen, später dann zu Dauerschmerz mit Bewegungseinschränkung.

Diagnose von Arthrose

Der Arzt wird fragen, wo und wann Schmerzen auftreten. Er tastet die Gelenke ab, prüft die Funktion, die Stabilität der Bänder und der umgebenden Muskeln. Verfahren wie Röntgen, Computer- oder Magnetresonanztomografie (CT beziehungsweise MRT) geben Aufschluss über Veränderungen am Gelenkspalt und mögliche Risse am Knorpel. Die Gelenkspiegelung (Arthroskopie), eine Methode der "Schlüsselloch-Chirurgie", kommt heute bei Arthrose mangels Nutzen nur noch selten zum Einsatz.

Arthrose behandeln durch Ernährungstherapie

Der entscheidende Schlüssel zur Heilung von Arthrose ist eine Umstellung der Ernährung. Mit bewusster Ernährung und maßvoller Bewegung gewinnen Patienten deutlich mehr Lebensqualität und können den Gelenkersatz, der der allerletzte Ausweg ist, hinausschieben oder sogar vermeiden. Die Ernährungstherapie basiert auf zwei Säulen:

  1. Hemmung der Entzündung
  2. Entlastung der Gelenke durch Abbau überflüssiger Kilos.
Auf den Speiseplan kommen deshalb wenig Kalorien und tierische Produkte, dafür viel Gemüse und gesunde Pflanzenöle.

Ernährungstherapie bei Arthrose

Antientzündliche Ernährung lindert Arthrose

Arthrose liegt ein Entzündungsprozess zugrunde - deshalb lautet die Devise: wenig Fleisch, aber gern Fisch und viel Grünes. Und gerne Currys: Kurkuma, Chili und Zimt helfen. mehr

Entzündungen mit gesunder Ernährung lindern

Nicht nur bei Infekten, sondern auch bei Krankheiten wie Arthrose, Rheuma, Diabetes oder Gefäßleiden sind Entzündungsprozesse im Spiel. Wirksame Waffen dagegen stecken im Essen. mehr

Rezepte bei Arthrose

Gegen Arthrose hilft vor allem Frisches mit wenig Fleisch, dafür aber mit entzündungshemmenden Gewürzen. Unsere Rezepte sind schnell zubereitet. mehr

Bewegungstherapie stärkt Muskulatur und Knorpel

Bei Arthrose ist Bewegung entscheidend: Naturgemäß versucht man zwar, das betroffene Gelenk zu schonen und Schmerzen zu vermeiden - aber: Gerade bei Belastung wird die wichtige Gelenkflüssigkeit durch den Knorpel gepumpt, die ihn ernährt und das Gelenk "schmiert". Mehrmals wöchentliche gezielte Bewegung, gern Kraftsport, gegebenenfalls Kranken- oder gelenkschonende Wassergymnastik, stärkt außerdem die stützende Muskulatur ums Gelenk und fördert die Durchblutung. Massagen können die Beweglichkeit zusätzlich verbessern.

Bewegungstherapie bei Arthrose

Bewegung bei Arthrose: Übungen und Tipps

Bei Arthrose ist Bewegung entscheidend, um den angegriffenen Knorpel zu stärken und die umgebende Muskulatur zu kräftigen. Bewegung lässt sich ganz einfach in den Alltag einbauen. mehr

Was hilft bei chronischen Gelenkschmerzen?

Tägliche Übungen können weiteren Gelenkverschleiß hinauszögern. Betroffene sollten sich allmählich an stärkere Belastungen herantasten. mehr

Behandlung: Keine Bandagen, schmerzlindernde Wickel

Orthopäden warnen jedoch vor Tape-Verbänden und Bandagen, die inzwischen überall erhältlich sind. Sie sollen angeblich beim Training die Gelenke stabilisieren. Doch das funktioniert nicht, Patienten mit einem instabilen Kniegelenk geben solche Produkte beispielsweise nicht die notwendige Stabilität. Nur das richtige Training kann Arthrose aufhalten oder verhindern.

Die Schmerzen lindern kann ein Öl aus Hochmoortorf, Rosskastanie, Ackerschachtelhalm und Lavendel: Man gibt das Öl (anthroposophisches Arzneimittel, aus der Apotheke) auf ein Baumwolltuch, das mit einem zweiten Tuch oder einer Plastiktüte über dem Gelenk fixiert wird. Die Anwendung sollte täglich erfolgen, dabei mindestens eine Viertelstunde einwirken lassen.

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Wie Wickel bei Gelenkschmerzen helfen

Schmerzen an Gelenken durch Arthrose, Rheuma oder Gicht lassen sich oft ohne Medikamente lindern. Helfen können Hausmittel wie Wickel aus Quark, Bockshornklee oder Kohl. mehr

Medikamentöse Therapie nur temporär anwenden

Hilfreich sind täglich fünf Gramm Hagebuttenpulver, gewonnen aus den Samen und Schalen der Frucht. Denn die Hagebutte enthält sogenannte Galaktolipide, die Studien zufolge den Knorpelabbau hemmen können. Abgesehen von dieser Phytotherapie sind Medikamente bei Arthrose auf die Dauer keine befriedigende Lösung.

Kortisoninjektionen lindern zwar den Schmerz für einige Wochen - die Langzeitanwendung von Kortison schwächt jedoch die Knochen. Die Wirksamkeit von Hyaluronsäure-Injektionen (aus Hahnenkämmen) zum Knorpelaufbau ist wissenschaftlich noch nicht bestätigt. Tabletten mit Wirkstoffen wir Diclofenac oder Acetylsalicylsäure unterdrücken den Schmerz und hemmen Entzündungen. Wegen ihrer Nebenwirkungen sind sie aber ebenfalls nur kurzfristig in akuten Phasen akzeptabel.

Multimodale Schmerztherapie bei chronischen Schmerzen

Mit einem fachübergreifenden Behandlungsprogramm lassen sich chronische Gelenkschmerzen in vielen Fällen in den Griff bekommen. Dabei trainieren Ärzte, Physiotherapeuten und Psychotherapeuten mit den Betroffenen Alltagsaktivitäten und tasten sich an die individuellen körperlichen und psychischen Belastungsgrenzen heran.

In der vierwöchigen Intensivtherapie erfahren die Teilnehmer viel über typische Merkmale chronischer Schmerzen, wo diese herkommen und wie sie damit umgehen können. Am Ende kennen die Betroffenen die Unterschiede zwischen akuten und chronischen Schmerzen, können die Schäden auf dem Röntgenbild besser einschätzen und wissen, wie Schmerzmittel funktionieren und richtig eingesetzt werden. Die Erfolgsrate ist sehr hoch: 70 bis 80 Prozent der Teilnehmer berichten über anhaltende Linderung ihrer Beschwerden.

Ganzheitliche Therapie behandelt auch die Psyche

In psychotherapeutischen Einzelgesprächen lernen die Betroffenen, ihrem Körper wieder zu vertrauen und die Schmerzen zu ignorieren. Denn auch die Seele leidet unter den Schmerzen: Frust, Ängste, depressive Verstimmungen, Rückzug und Einsamkeit können Spuren sein, die der Schmerz in der Psyche hinterlassen hat.

Oft hat der Schmerz eine Schutzfunktion: So lässt sich zum Beispiel ein Konflikt am Arbeitsplatz mit einer Krankschreibung vermeiden, oder bei Beziehungsproblemen bekommt der Partner möglicherweise Mitleid und wendet sich dem Betroffenen wieder zu. Hier kann eine Verbesserung der Problemlösungsfähigkeit viel bewirken.

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Arthrose ist eine Erkrankung der Gelenke: Der Körper baut Knorpel ab, meist an Knien, Hüfte, Händen oder Zehen. Welche Faktoren führen zum Knorpelabbau? mehr

Dieses Thema im Programm:

Die Bewegungs-Docs | 25.05.2020 | 21:00 Uhr

Zum Ausdrucken (PDF)

119 KB

Arthrose: Therapie-Empfehlungen im DIN-A4-Format (PDF)

Entzündungshemmende Ernährung, Hilfreiches aus der Natur: Die wichtigsten Fakten und Lebensmittelempfehlungen auf einen Blick. Download (119 KB)

40 KB
Die Ernährungs-Docs

Entzündungshemmende Lebensmittel im Überblick

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Vitamine und andere Antioxidantien, antientzündliche Omega-3-Fettsäuren - wo stecken sie drin? Unsere Liste macht Ihre Küche zur Hausapotheke. Download (40 KB)

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