Stand: 12.04.2019 16:36 Uhr

Wie die richtige Ernährung bei Arthrose hilft

Arthrose ist die häufigste Gelenkerkrankung: Allein in Deutschland leiden nach Schätzungen bis zu acht Millionen Menschen unter dem Gelenkverschleiß - somit fast jeder Zehnte. Es betrifft meist Knie, Hüfte, Hände oder die Zehen, oft mehrere Gelenke gleichzeitig. Betroffene Gelenke schmerzen mal mehr und mal weniger stark, typischerweise besonders beim Anlaufen, später auch unabhängig von Belastung. Mit der Zeit lassen sie sich immer schlechter bewegen.

Zwei nackte Knie.

Arthrose im Knie: Wie Intervallfasten hilft

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Tanzlehrerin Gunda G. leidet an starker Arthrose im Knie. Die Ernährungs-Docs empfehlen ihr, 15 Kilogramm abzunehmen. Gelingt ihr das durch Intervallfasten?

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Ursache

Als schützende, elastische Schicht sitzt der Knorpel auf den beiden Knochenenden, die ein Gelenk bilden. Er wird von Gelenkflüssigkeit genährt. Eine gesunde Knorpelschicht wirkt wie ein Stoßdämpfer. Bei Belastung wird die Knorpelschicht gestaucht, um sich anschließend wieder auszudehnen. Dabei saugt sich der Knorpel mit Gelenkflüssigkeit voll. Nutzt er sich jedoch ab, dann reibt irgendwann Knochen auf Knochen.

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Wie entsteht Arthrose?

Arthrose ist eine Erkrankung der Gelenke: Der Körper baut Knorpel ab, meist an Knien, Hüfte, Händen oder Zehen. Welche Faktoren führen zum Knorpelabbau? mehr

Manchmal ist ein Unfall oder eine angeborene Fehlstellung (Dysplasie) die Ursache für vorzeitigen Verschleiß - zum Beispiel X-Beine. Die Medizin sieht Arthrose aber inzwischen vor allem als chronische Entzündungskrankheit: Die Entzündungen führen zu Knorpelabbau und Schmerzen. Übergewicht ist ein erheblicher Risikofaktor: Das übermäßige Bauchfett befeuert eine systemische Entzündung, die auch den Knorpel schädigt. Darüber hinaus belastet jedes zusätzliche Kilo unsere tragenden Gelenke doppelt und dreifach: Beim normalen Gehen beispielsweise müssen die Knie das 2,5-Fache des Körpergewichts abfedern, beim Hinabsteigen einer Treppe sogar das 3,5-Fache.

Symptome einer Arthrose

Arthrose beginnt mit Steifheitsgefühlen, mitunter zeigen sich Schwellungen am Gelenk. Im weiteren Verlauf kommt es meist erst zu Belastungsschmerzen, später dann zu Dauerschmerz mit Bewegungseinschränkung.

Diagnose von Arthrose

Der Arzt wird fragen, wo und wann Schmerzen auftreten. Er tastet die Gelenke ab, prüft die Funktion, die Stabilität der Bänder und der umgebenden Muskeln. Verfahren wie Röntgen, Computer- oder Magnetresonanztomografie (CT beziehungsweise MRT) geben Aufschluss über Veränderungen am Gelenkspalt und mögliche Risse am Knorpel. Die Gelenkspiegelung (Arthroskopie), eine Methode der "Schlüsselloch-Chirurgie", kommt heute bei Arthrose mangels Nutzen nur noch selten zum Einsatz.

Ernährungstherapie hemmt Entzündungen

Der entscheidende Schlüssel zur Heilung von Arthrose ist eine Umstellung der Ernährung. Mit bewusster Ernährung und maßvoller Bewegung gewinnen Patienten deutlich mehr Lebensqualität und können den Gelenkersatz, der der allerletzte Ausweg ist, hinausschieben oder sogar vermeiden. Die Ernährungstherapie basiert auf zwei Säulen:

  1. Hemmung der Entzündung
  2. Entlastung der Gelenke durch Abbau überflüssiger Kilos.
Auf den Speiseplan kommen deshalb wenig Kalorien und tierische Produkte, dafür viel Gemüse und gesunde Pflanzenöle.

Ernährungstherapie bei Arthrose
13:10
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Bewegungstherapie stärkt Muskulatur und Knorpel

Bei Arthrose ist Bewegung entscheidend: Naturgemäß versucht man zwar, das betroffene Gelenk zu schonen und Schmerzen zu vermeiden - aber: Gerade bei Belastung wird die wichtige Gelenkflüssigkeit durch den Knorpel gepumpt, die ihn ernährt und das Gelenk "schmiert". Mehrmals wöchentliche gezielte Bewegung, gern Kraftsport, gegebenenfalls Kranken- oder gelenkschonende Wassergymnastik, stärkt außerdem die stützende Muskulatur ums Gelenk und fördert die Durchblutung. Massagen können die Beweglichkeit zusätzlich verbessern.

Bewegungstherapie bei Arthrose

Bewegung bei Arthrose: Übungen und Tipps

Bei Arthrose ist Bewegung entscheidend, um den angegriffenen Knorpel zu stärken und die umgebende Muskulatur zu kräftigen. Bewegung lässt sich ganz einfach in den Alltag einbauen. mehr

Bandagen helfen nicht

Orthopäden warnen jedoch vor Tape-Verbänden und Bandagen, die inzwischen überall erhältlich sind. Sie sollen angeblich beim Training die Gelenke stabilisieren. Doch das funktioniert nicht, Patienten mit einem instabilen Kniegelenk geben solche Produkte beispielsweise nicht die notwendige Stabilität. Nur das richtige Training kann Arthrose aufhalten oder verhindern.

Schmerzlindernde Wickel als bewährtes Hausmittel

Die Schmerzen lindern kann ein Öl aus Hochmoortorf, Rosskastanie, Ackerschachtelhalm und Lavendel: Man gibt das Öl (anthroposophisches Arzneimittel, aus der Apotheke) auf ein Baumwolltuch, das mit einem zweiten Tuch oder einer Plastiktüte über dem Gelenk fixiert wird. Die Anwendung sollte täglich erfolgen, dabei mindestens eine Viertelstunde einwirken lassen.

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Medikamentöse Therapie nur temporär anwenden

Hilfreich sind täglich fünf Gramm Hagebuttenpulver, gewonnen aus den Samen und Schalen der Frucht. Denn die Hagebutte enthält sogenannte Galaktolipide, die Studien zufolge den Knorpelabbau hemmen können. Abgesehen von dieser Phytotherapie sind Medikamente bei Arthrose auf die Dauer keine befriedigende Lösung.

Kortisoninjektionen lindern zwar den Schmerz für einige Wochen - die Langzeitanwendung von Kortison schwächt jedoch die Knochen. Die Wirksamkeit von Hyaluronsäure-Injektionen (aus Hahnenkämmen) zum Knorpelaufbau ist wissenschaftlich noch nicht bestätigt. Tabletten mit Wirkstoffen wir Diclofenac oder Acetylsalicylsäure unterdrücken den Schmerz und hemmen Entzündungen. Wegen ihrer Nebenwirkungen sind sie aber ebenfalls nur kurzfristig in akuten Phasen akzeptabel.

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Experten zum Thema

Dr. Jörn Klasen, Facharzt für Innere Medizin, Anthroposophische Medizin, Naturheilverfahren, Dipl. Heilpädagoge
Medizinicum Hamburg
Stephansplatz 3, 20354 Hamburg
(040) 320 88 31-0
www.medizinicum.de

Dr. Anne Fleck, Ernährungsmedizinerin, Internistin, Rheumatologin
Internistische Gemeinschaftspraxis - Ärztehaus
Hansastraße 2-3, 20149 Hamburg
www.docfleck.com

Dieses Thema im Programm:

Visite | 16.04.2019 | 20:15 Uhr

Zum Ausdrucken (PDF)

120 KB

Die Therapie-Empfehlungen im DIN-A4-Format

Entzündungshemmende Ernährung, Hilfreiches aus der Natur: Die wichtigsten Fakten und Lebensmittelempfehlungen auf einen Blick. Download (120 KB)

40 KB
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