Stand: 20.11.2018 22:30 Uhr

Wie entsteht Arthrose?

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Bei Arthrose führt Knorpelabbau in den Gelenken zu starken Schmerzen.

Bei einer Arthrose kommt es zu einer voranschreitenden Zerstörung des Knorpelgewebes. Typische Symptome sind belastungsabhängige Schmerzen, steife, "knirschende" und verformte Gelenke. Den Ursachen der Arthrose sind Forscher auf der Spur, um Medikamente gegen den Knorpelabbau zu entwickeln.

So funktioniert der Gelenkknorpel

Gelenkflächen sind von einem elastischen Knorpel überzogen. Ähnlich wie ein Stoßdämpfer schützt er die schmerzempfindliche Knochenhaut und sorgt dafür, dass das Gelenk reibungslos arbeiten kann.

Gelenkknorpel sind äußerst widerstandsfähig. Das liegt an ihrem besonderen Aufbau:

  • Das Knorpelgewebe ist eine elastische Masse aus Wasser, Zucker, Eiweißen und mehreren Schichten von eng miteinander verflochtenen Kollagenfasern.

  • In den Hohlräumen des Knorpelgewebes befinden sich die Knorpelzellen. Ihre Aufgabe ist es, alte Fasern und Eiweiße des Knorpelgewebes durch neue zu ersetzen.

  • Über die Gelenkflüssigkeit wird der Knorpel mit Nährstoffen versorgt. Der regelmäßige Wechsel von Belastung und Entlastung sorgt dafür, dass diese gleichmäßig im Gelenk verteilt werden und gut in den Knorpel eindringen können.

Interview
05:37
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Was tun gegen den Knorpelabbau?

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Bei einer Arthrose kommt es zu einer Zerstörung des Knorpelgewebes. Der Orthopäde Dr. Horst Danner informiert im Interview über die Erkrankung. Video (05:37 min)

Aus Knorpel wird Knochen

Heute gehen Mediziner davon aus, dass Arthrose nicht durch Abnutzung oder mechanischen Verschleiß entsteht. Es sind vielmehr die Knorpelzellen selbst, die bei Arthrose beginnen, Knorpelsubstanz zu zerstören und dadurch den Knorpel abbauen. Einige Knorpelzellen sterben dabei, andere verwandeln sich in Knochenzellen und bauen dadurch den Knorpel zu Knochen um. Seitlich am Gelenk entstehen knöcherne Ausläufer, die die Beweglichkeit des Gelenks einschränken.

Ursache für den Knorpelabbau

Warum die Knorpelzellen dieses unheilvolle Umbauprogramm starten, ist noch nicht vollständig erforscht. Doch Botenstoffe im Gelenk scheinen eine wichtige Rolle zu spielen. So fanden Wissenschaftler in Münster heraus, dass gestresste Knorpelzellen, zum Beispiel nach Mikro-Verletzungen, das Eiweiß Syndecan 4 ausschütten. Es wird anschließend wie eine Antenne in die Oberfläche der Knorpelzelle eingebaut und aktiviert dort fatalerweise ein bestimmtes körpereigenes Enzym, dass Kollagenfasern zerschneidet und so den Knorpel zerstört. Die Wissenschaftler hoffen in Zukunft aus solchen Erkenntnissen wirksame Medikamente gegen Arthrose entwickeln zu können.

Im Gespräch

Chat-Protokoll: Arthrose

Arthrose ist die häufigste Gelenkerkrankung, doch es gibt noch keine Medikamente gegen den Knorpelabbau. Orthopäde Horst Danner hat im Visite Chat Fragen zum Thema beantwortet. mehr

Risikofaktoren für Arthrose

  • Mechanische Belastung: Häufige Schläge und Stöße können zu kleinen Rissen im Knorpel und in umliegenden Bändern führen. Solche Verletzungen des Gelenkapparats können zu Arthrose führen. Deshalb sind Profisportler hochgradig gefährdet, an Arthrose zu erkranken.

  • Vererbung: Bei Arthrose an den Fingergelenken und am Daumen können kleine, angeborene Verformungen der Gelenkoberfläche der Auslöser für Arthrose sein.

  • Falsche Belastung: Eine dauerhafte falsche Belastung ist schädlich für den Knorpel. Forscher empfehlen moderate Bewegung, weil diese zur Erneuerung des Knorpels führt. Wichtig ist, dass die Bewegung nicht zu Verletzungen des Knorpels führt.

  • Falsche Ernährung: Als starker Risikofaktor für Arthrose gilt Übergewicht. Übermäßiges Bauchfett fördert eine systemische Entzündung, die auch den Knorpel schädigt. Darüber hinaus belastet jedes zusätzliche Kilo die tragenden Gelenke: Beim Gehen müssen die Knie das 2,5-Fache des Körpergewichts abfedern, beim Hinabsteigen einer Treppe das 3,5-Fache.

Weitere Informationen

Wie die richtige Ernährung bei Arthrose hilft

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Ernährung bei Arthrose

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Experten zum Thema

Dr. Horst Wolfgang Danner, Leitender Arzt
Ambulante Orthopädische Rehabilitation
RehaCentrum Hamburg
Heidenkampsweg 41, 20097 Hamburg
(040) 25 30 63-0
www.rehahamburg.de

Univ.-Prof. Dr. Thomas Pap, Institutsdirektor und Abteilungsleitung Molekulare Medizin
Institut für Muskuloskelettale Medizin (IMM)
Medizinische Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster
Albert-Schweitzer-Campus 1, 48149 Münster
www.medizin.uni-muenster.de

Weitere Informationen
Deutsche Arthrose Hilfe e. V.
Postfach 11 05 51, 60040 Frankfurt/Main
(06831) 94 66 77
www.arthrose.de

Arthrose Forum
www.deutsches-arthrose-forum.de

Dieses Thema im Programm:

Visite | 20.11.2018 | 20:15 Uhr

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