Eine Frau hält eine Brausetablette über einem Wasserglas in der Hand. © picture alliance / dpa Themendienst Foto: picture alliance / dpa Themendienst | Christin Klose

Aspirin: Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Stand: 07.11.2023 08:56 Uhr

Acetylsalicylsäure (ASS), bekannt als Aspirin, wirkt gegen Kopfschmerzen, fiebersenkend und entzündungshemmend. Außerdem wird es unter bestimmten Voraussetzungen als Blutverdünner eingesetzt.

Bereits um 1900 wurde Aspirin als Mittel gegen Entzündungsschmerz, Rheuma und Fieber angewendet, bis heute hat es sich darüber hinaus als Medikament zur Thrombose-Prophylaxe sowie gegen Schnupfen etabliert. Dass die längerfristige Einnahme von Acetylsalicylsäure, dem Wirkstoff in Aspirin, und seinen vielen Nachahmer-Produkten, zu schweren Nebenwirkungen führen kann, war dagegen lange Zeit weniger bekannt. Aspirin wird hauptsächlich noch bei Kopfschmerzen, Migräne und vor allem zur Blutverdünnung eingesetzt. Unter dem Handelsnamen Aspirin Complex ist ein Kombi-Präparat aus ASS und Pseudoephedrin im Handel, das bei Erkältungen und Grippe gegen Kopf- und Gliederschmerzen sowie Fieber eingesetzt wird - so wirkt der enthaltene Wirkstoff Pseudoephedrin gefäßverengend und lässt die Nasenschleimhaut abschwellen. Aspirin Complex ist ebenfalls nicht frei von Nebenwirkungen.

Anwendung von Aspirin

Die auf der Medikamentenverpackung angegebene Dosierung und Anwendungsdauer von Aspirin sollte unbedingt befolgt werden. Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen oder Allergien sollten Aspirin nicht anwenden, ohne vorher mit einer Ärztin oder einem Arzt zu sprechen, um mögliche Risiken abzuklären. Auch bei einer Anwendungsdauer von frei verkäuflichen Schmerzmitteln muss nach vier Tagen eine Ärztin oder ein Arzt konsultiert werden.

  • Kurzfristige Anwendung: Aspirin wird in der Selbstmedikation, etwa zur Behandlung von Kopfschmerzen oder leichten Schmerzen, in der Regel gut vertragen.
  • Langfristige Anwendung: Eine langfristige Anwendung von Aspirin, insbesondere in hohen Dosen, kann zu schwerwiegenderen Nebenwirkungen und Komplikationen führen.

Nebenwirkungen von Aspirin

Treten bei der Einnahme von Aspirin ungewöhnliche Symptome oder Beschwerden auf, sollte umgehend ein Arzt oder eine Ärztin konsultiert werden. Folgende Nebenwirkungen können auftreten:

  • Magen-Darm-Probleme: Aspirin kann Magenreizungen verursachen, da es die Schleimhäute im Verdauungstrakt angreift. Das kann zu leichten Magenschmerzen oder auch zu schwerwiegenderen Beschwerden wie Magengeschwüren und Blutungen im Magen oder Darm führen.
  • Verschlechterung von Asthma: Aspirin kann Asthmaanfälle auslösen, wenn Betroffene unter Asthma leiden.
  • Nierenschäden: Eine langfristige Anwendung von Aspirin kann zu Nierenschäden führen, insbesondere bei Personen mit bereits bestehenden Nierenproblemen.
  • Blutungen: Die blutverdünnenden Eigenschaften von Aspirin können das Risiko von inneren und äußeren Blutungen erhöhen.
  • Eine allergische Reaktion auf Aspirin ist selten, kann sich aber als Nesselsucht, Atembeschwerden oder Schwellung von Gesicht, Lippen, Zunge oder Rachen äußern.

Wechselwirkungen von Aspirin

Bei der gleichzeitigen Einnahme von Präparaten mit Acetylsalicylsäure und anderen Medikamenten kommt es mitunter zu Wechselwirkungen:

  • Aspirin kann mit Medikamenten, die die Blutgerinnung hemmen - sogenannten Antikoagulanzien (etwa Marcumar, Eliquis, Lixiana, Xarelto) - interagieren und das Blutungsrisiko erhöhen.
  • Die Einnahme von Aspirin zusammen mit anderen nichtsteroidalen entzündungshemmenden Medikamenten (zum Beispiel Ibuprofen, Diclofenac) kann das Risiko von Magenblutungen und -geschwüren erhöhen.
  • Die Kombination von Aspirin und Kortikoide (etwa Cortison, Hydrocortison, Prednison) kann zu einem erhöhten Risiko von Magen-Darm-Blutungen führen.
  • Regelmäßiger Alkoholkonsum kann das Risiko von Magenblutungen bei Einnahme von Aspirin erhöhen.

Blutverdünnende Wirkung von Aspirin

Aspirin als Blutverdünner wurde entdeckt, weil Betroffene nach Mandeloperationen immer weiter bluteten. Schon bei einem kleineren zahnärztlichen Eingriff kann die blutverdünnende Wirkung problematisch werden. Darum wird Aspirin heutzutage möglichst fünf Tage vor Operationen abgesetzt, denn die blutverdünnende Wirkung einer Tablette Aspirin hält noch so lange nach der Einnahme an. Zur Vorbeugung bestimmter Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall ist allerdings genau diese blutverdünnende Nebenwirkung erwünscht.

Aufklärung über Schmerzmittel wichtig

Bessere Aufklärung und ein erschwerter Zugang zu Schmerzmitteln sind laut Fachleuten notwendig - auch, um Betroffene vor dem missbräuchlichen Umgang mit den Präparaten zu schützen. Denn Schmerzmittel sind hochwirksame Medikamente, die aber ernstzunehmende Nebenwirkungen haben.

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