Zeitzeichen

7. November 1225

Samstag, 07. November 2020, 19:05 bis 19:20 Uhr, NDR Info

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Mord mit weitreichenden Folgen

Sendung: ZeitZeichen | 07.11.2020 | 10:00 Uhr | von Heimbach, Marfa

Am 7. November 1225 wird der Kölner Erzbischof Engelbert I. ermordet. Er hatte die Einflusssphäre des Erzbistums stark ausgeweitet. Mit seiner Ermordung verlor Köln an Dominanz.

Die Ermordung des Kölner Erzbischofs Engelbert I.
Ein Beitrag von Arndt Brunnert (WDR)

Es war einer der spektakulärsten Morde des Mittelalters: Engelbert I., Erzbischof von Köln, war der zweitmächtigste Mann im Reich des deutschen Kaisers Friedrichs II. Als der Erzbischof nach Verhandlungen von Soest nach Hause reiste, überfiel ihn ein Trupp seiner Gegner in einem Hohlweg bei Gevelsberg.

Es war ein Verwandter von Engelbert, Graf Friedrich von Isenberg, der sie anführte. Wahrscheinlich wollten sie den Bischof nur gefangen nehmen, um ihm politische Zugeständnisse abzupressen - ein im Mittelalter nicht unübliches Vorgehen. Doch der Erzbischof wehrte sich heftig und wurde im Laufe des Überfalls getötet. Engelbert, mehr Politiker als Geistlicher, hatte zuvor die Einflusssphäre des Erzbistums stark ausgeweitet und viele Städte an der Ruhr und im Sauerland gründen lassen. Mehrere Grafen wollten seine Macht mit Gewalt zurückdrängen. Friedrich, der Kaiser, ächtet Friedrich, den Grafen, der nach einer erfolglosen Reise zum Papst in Belgien verraten und in Köln gerädert wurde - ein nicht ganz so übliches Vorgehen selbst im Mittelalter. Sein Ziel aber hatte Graf Friedrich erreicht: Engelberts Tod stoppte die Expansionspolitik des Erzbistums. Köln verlor seine Dominanz an der Ruhr.