Stand: 22.05.2020 10:16 Uhr

NDR Info im Dialog

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22.05.2020

Umstrittenes Interview mit Finanzwissenschaftler Stefan Homburg

NDR Info hat in der vergangenen Woche ein Interview gesendet, das sowohl die Redaktion als auch einige Hörerinnen und Hörer beschäftigt hat. Es ging um ein Gespräch mit Stefan Homburg. Er ist Finanzwissenschaftler und Professor an der Universität Hannover, ein Thema sollten die Folgen der Corona-Pandemie auf die Steuereinnahmen ein. Stefan Homburg tritt in jüngster Zeit jedoch nicht nur unter Finanzwissenschaftlern in Erscheinung, sondern auch als Vertreter sehr umstrittener Thesen in youtube-Clips und auf den Bühnen verschiedener Demonstrationsveranstaltungen, die sich gegen die verhängten Corona-Schutzmaßnahmen richten.

Interviewpartner ist für umstrittene Thesen bekannt

Homburg behauptet unter anderem, die Statistiken des Robert-Koch-Instituts seien Lügen, vergleicht die jetzige Situation mit der Anfangszeit des Nationalsozialismus in Deutschland. Er hat mehrfach behauptet, Bundesgesundheitsminister Spahn wisse, dass das Corona-Virus eigentlich ungefährlich sei, und die Gesichtsmasken bezeichnet er als "Sklaven-Masken", die die Bevölkerung "niederhalten sollen". Stefan Homburgs Ansehen als Finanzwissenschaftler hat wegen dieser Behauptungen schwer gelitten. Trotzdem hat NDR Info mit ihm ein Interview geführt und ihm kritische Fragen zu seinen Thesen gestellt.

Unverständnis bei einigen Hörerinnen und Hörern

Das hat zum Beispiel bei einem Hörer aus Hannover für Unverständnis gesorgt, der uns geschrieben und gefragt hat, wie es sein könne, dass ein so wörtlich "Verschwörungsideologe" wie Stefan Homburg auf NDR Info zu Wort komme. Andere Hörer vertraten eher die andere Position und fanden die Fragen unserer Moderatorin zu kritisch, und Herrn Homburg dabei in ein bewusst schlechtes Licht gerückt.

Die Entscheidung für das Interview war auch in der Redaktion sehr umstritten. Wir haben uns schlussendlich dafür entschieden, um kritische Fragen zu seiner Rolle und seinen Thesen anzusprechen. Ihn mit der Kritik an seiner Person konfrontieren, aber ihm auch die Gelegenheit zu geben, auf die Kritik zu reagieren.

Fehler bei Berichterstattung über Lockerungen

Ein Fehler ist uns in den vergangenen Tagen in der Berichterstattung über die Lockerung von Maßnahmen unterlaufen. Leider haben wir an dem Tag, an dem in Niedersachsen Lockerungen der Corona-Beschränkungen für Hotels oder Ferienwohnungen in Kraft getreten sind, einige Details nicht korrekt berichtet. So wurde in einer Interviewfrage behauptet, für Ferienwohnungen in Niedersachsen gelte eine Mindest-Aufenthaltsdauer von sieben Tagen. Das ist falsch: Tatsächlich gilt eine sogenannte Wiederbelegungsfrist von sieben Tagen. Das heißt: Innerhalb von sieben Tagen darf nur ein Mieter anreisen - der darf aber durchaus auch kürzer als sieben Tage bleiben - nur darf der Vermieter der Ferienwohnung diese eben erst nach Ablauf der sieben Tage neu vermieten.

Verallgemeinerungen sind nicht zulässig

Unglücklich waren wir auch mit der Moderation vor einem kurzen Bericht in den Nachrichten, in der wir sinngemäß gesagt haben, die Deutschen seien laut einer Umfrage von Infratest dimap zufrieden mit dem Krisenmanagement der Bundesregierung. In dem Bericht erfuhren unsere Hörerinnen und Hörer dann, dass korrekterweise laut Umfrage-Ergebnis 64 Prozent der Befragten angegeben hatten, zufrieden mit der Arbeit der Bundesregierung zu sein. Bei 64 Prozent von "den Deutschen" zu sprechen, war eine Verallgemeinerung, die nicht zulässig ist. Das hätte präziser formuliert werden müssen.

Sprechblasen mit Buchstaben © photocase Foto: knallgrün

NDR Info im Dialog

NDR Info -

In dieser Ausgabe von NDR Info im Dialog geht es um ein umstrittenes Interview mit dem Finanzwissenschaftler Stefan Homburg, das für Diskussionen gesorgt hat.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Aktuell | 22.05.2020 | 09:38 Uhr

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