Zeitzeichen

10. Dezember 1970

Donnerstag, 10. Dezember 2020, 20:15 bis 20:30 Uhr, NDR Info

Seiten eines Kalenders © Fotolia_80740401_Igor Negovelov

Der Chronist der Sowjet-Gräuel

Sendung: ZeitZeichen | 10.12.2020 | 10:00 Uhr | von Dänzer-Vanotti, Irene

Am 10. Dezember 1970 erhält Alexander Solschenizyn den Literaturnobelpreis. Er durchlebte selbst viele Gräuel des kommunistischen Systems und schrieb darüber.

Alexander Solschenizyn erhält den Literaturnobelpreis
Ein Beitrag von Irene Dänzer-Vanotti (WDR)

Alexander Solschenizyn ist der Chronist der dunklen Seiten der Sowjetunion. Viele Gräuel des kommunistischen Systems durchleidet er selbst: In einem Arbeitslager in Sibirien wird er gefangen und mit "ewiger Verbannung" belegt, weil er in einem privaten Brief Stalin kritisiert hatte. Später wird Solschenizyn diese Lager in drei Bänden als den "Archipel Gulag" in der Welt bekannt machen.

1970 erhält er den Literaturnobelpreis, wird 1974 aber aus der Sowjetunion ausgewiesen. Sein Kollege Heinrich Böll nimmt ihn zunächst in seinem Sommerhaus in der Eifel auf. Nach Stationen in der Schweiz und den USA kann Solschenizyn 1990 nach Russland zurückkehren, lässt aber bald seine humanistischen Ansichten hinter sich und vertritt einseitig pro-russische Positionen.