Zeitzeichen

3. Juli 2000

Freitag, 03. Juli 2020, 20:15 bis 20:30 Uhr, NDR Info

Die Einweihung des Internationalen Seegerichtshofs in Hamburg
Ein Beitrag von Martina Meißner (WDR)

Ob Fangquoten für den Blauflossenthunfisch, festgesetzte Greenpeace-Schiffe oder der Ausbau des Meeresbodenbergbaus: Wenn es um Streitigkeiten auf den Weltmeeren geht, ist das ein Fall für den Internationalen Seegerichtshof in Hamburg. Grundlage der Entscheidungen ist das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen von 1994.

Neun Jahre hatten die Verhandlungen gedauert. Obwohl schon Anfang der 1950er-Jahre klar war, dass Regeln dafür fehlten, was auf und in den Ozeanen erlaubt ist. Denn immer mehr Länder wollten Ressourcen aus dem Meer nutzen. Sie vergrößerten ihre Fischerei- und Ölförderungsgebiete. Immer öfter kam es zu Konflikten. Ein neues Gericht sollte her. Die Hafenstadt Hamburg setzte sich damals gegen Lissabon und Split durch. Vier Jahre lang richteten die Seerechtsexperten in einem Provisorium in der Hamburger Innenstadt, dann weihte der damalige UN-Generalsekretär Kofi Annan am 3. Juli 2000 den Neubau in Hamburg-Nienstedten ein.