Zeitzeichen

23. August 1995

Sonntag, 23. August 2020, 19:05 bis 19:20 Uhr, NDR Info

Seiten eines Kalenders © Fotolia_80740401_Igor Negovelov

Das Auge des Jahrhunderts

Sendung: ZeitZeichen | 23.08.2020 | 10:00 Uhr | von Kath, Andrea

Am 23. August 1995 stirbt der Fotograf Alfred Eisenstaedt. Er hielt viele historische Momente fest, wie etwa den folgenschweren Handschlag zwischen Hitler und Mussolini

Der Todestag des Fotografen Alfred Eisenstaedt
Ein Beitrag von Andrea Kath (WDR)

Thomas Mann macht ihn berühmt, sein "Kuss" geht um die Welt: Der Fotograf Alfred Eisenstaedt ist das "Auge des Jahrhunderts" und einer der Pioniere des modernen Bildjournalismus. 1929 macht Alfred Eisenstaedt seine erste große Reportage für die spätere Associated Press. Thomas Mann bei der Verleihung des Friedensnobelpreises in Stockholm. Diese Bilder machen ihn weltberühmt.

Der Sohn einer jüdischen Kaufmannsfamilie, 1898 in Dirschau im heutigen Polen geboren, wird schnell zu einem der bedeutendsten Bildjournalisten seiner Zeit. Das hasserfüllte Gesicht von Joseph Goebbels 1933, der folgenschwere Handschlag zwischen Hitler und Mussolini ein Jahr später und Marlene Dietrich als "Blauer Engel". Mit diesen Fotos wird "Eisie", wie seine Freunde ihn nennen, zum Chronisten der Weimarer Republik. 1935 emigriert er in die USA und macht auch dort sofort Karriere. Er wird einer der Starfotografen des neugegründeten Magazins "Life". Eisenstaedt macht das berühmte "Kuss-Foto" am 15. August 1945 am New Yorker Times Square, als sich während der Siegesparade zum Ende des Zweiten Weltkriegs ein Matrose eine Krankenschwester schnappt und stürmisch küsst. Das Foto ist heute eines der meistreproduzierten der Welt. "Manche Leute erzählen mir", schrieb er einmal, "dass sie sich an dieses Bild noch erinnern werden, wenn ich schon längst im Himmel bin."