Das Sonntagskonzert

Kanadisches Debüt in der Elbphilharmonie

Sonntag, 11. Juli 2021, 11:00 bis 13:00 Uhr

Yannick Nézet-Séguin © https://yannicknezetseguin.com/ Foto: Hans van der Woerd
Yannick Nézet-Séguin © https://yannicknezetseguin.com/ Foto: Hans van der Woerd
Yannick Nézet-Séguin ist seit 2018 Musikdirektor der Metropolitan Opera in New York.

Musik aus dem französischen und dem englischen Sprachraum hatte das Orchestre Métropolitain de Montreál bei seinem Auftritt in der Elbphilharmonie im Gepäck – passend zu seiner kanadischen Herkunft und maßgeschneidert für die beiden Solisten: die Altistin Marie-Nicole Lemieux und den Cellisten Jean-Guihen Queyras.

Während seiner Kindheit in einem provenzalischen Dorf hörte der gebürtige Kanadier Queyras einen 13-Jährigen das erste Cellokonzert von Camille Saint-Saëns spielen. "Ich verliebte mich in das Cello, ein Jahr später wusste ich, dass das mein Leben ist. Da war ich neun." Weil es keinen passenden Lehrer gab, musste er Fernunterricht nehmen. Doch dieser mühsame Start hat seine Musikerkarriere nicht verhindert, und bis heute hat Queyras das Saint-Saëns-Konzert im Repertoire, auch wenn er sagt: "Dieses Konzert ist eher eine 'leichte' Musik, die nicht großartig einstudiert werden muss. Es ist kein Werk, welches das Leben verändern würde wie vielleicht ein Schubert-Quintett." Dabei hat es sein Leben ja ganz offensichtlich verändert.

Musik, die die Zeit verlangsamt

Auch Marie-Nicole Lemieux stammt aus Kanada. Sie sang während der Europa-Tournee des Orchestre Métropolitain den Liederzyklus "Les nuits d’été" von Hector Berlioz. Die Gedichte stammen aus einer zeitgenössischen Sammlung von Théophile Gautier und erzählen von Liebe, Leidenschaft, Intimität und Trauer über den Tod der Geliebten. "Die Zeit scheint sich bei Lemieux' Darbietung zu verlangsamen", schrieb ein Rezensent, "aber glücklicherweise sind die Künstler herausragend, und es gelingt ihnen, das Unendliche zu nähren."

Musik, die Rätsel aufgibt

Musikalische Widmungen an Freunde und Bekannte haben eine lange Tradition in der Musikgeschichte. Edward Elgar verbarg in seinen "Enigma-Variationen" kleine Rätsel, indem er die musikalischen Porträts aus seinem Bekanntenkreis nur mit Initialen oder einem abgewandelten Namen überschrieb. Aber die Persönlichkeiten aus dem viktorianischen Zeitalter waren schnell enttarnt - was vermutlich auch in Elgars Absicht lag. Das eigentliche Rätsel, von dem der Titel spricht, ließ der Komponist aber bewusst ungelöst.

Musik, die ihre Farben wechselt

Eingeleitet wurde das Konzert von einem zeitgenössischen Orchesterwerk, "Kaléidoscope", des 1966 gestorbenen Kanadiers Pierre Mercure. Die sinfonische Fantasie ist eines der frühesten Werke von Mercure und sein erstes für Orchester. Es wurde 1948 vom CBC Orchestra in Montreal uraufgeführt. Ein Kaleidoskop ist eine mit farbigen Glas- oder Plastikstückchen gefüllte Röhre, und wer hineinschaut, sieht, wie beim Drehen brillante, sich ständig ändernde symmetrische Farbmuster entstehen. Die"kaleidoskopische Orchestrierung" oder sich ständig ändernde Konfigurationen instrumentaler Farben sind das musikalische Äquivalent bei Mercure.

Das Programm

Pierre Mercure
Kaléidoscope
Hector Berlioz
Les nuits d'été
Camille Saint-Saëns
Violoncellokonzert Nr. 1 a-Moll op. 33
Edward Elgar
Enigma-Variationen op. 36

Marie-Nicole Lemieux
Alt
Jean-Guihen Queyras Violoncello
Orchestre Métropolitain de Montréal
Ltg.: Yannick Nézet-Séguin

Aufzeichnung vom 1.12.2017 in der Elbphilharmonie Hamburg

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