Jakob Lübke steht in der Altstadt in Osnabrück. © dpa-Bildfunk Foto: Friso Gentsch

Osnabrücks Nachtbürgermeister Jakob Lübke legt los

Stand: 02.04.2021 09:34 Uhr

Jakob Lübke hat am 1. April sein Amt als Nachtbürgermeister in Osnabrück angetreten. Damit ist er der erste in Niedersachsen.

von Miriam Stolzenwald

Jakob Lübke ist Ansprechpartner für Gastronomen, Veranstalter, Kulturschaffende, die Politik, Verwaltung und sogar Bürger der Stadt Osnabrück. Zwischen ihnen allen soll er vermitteln und dabei das Kulturprofil der Stadt schärfen. "Das heißt, genau jemanden zu haben, der sich dafür stark macht, wo die Leute wissen, da können wir hin. Der kämpft das für uns mit durch und setzt sich da für uns mit ein", erklärt Lübke. "Ich glaube, das ist ein ganz wichtiges Signal in dieser Krise und auch über die Krise hinaus."

Ein wichtiges Amt, sagt Lübke, denn all diese Akteure treffen mit unterschiedlichen Vorstellungen und Absichten aufeinander. Der 27-Jährige ist selbst Jazzgitarrist. Im Grunde ist Corona schuld, dass er sich auf den Posten beworben hat. Denn bisher war Lübke weniger politisch, mehr musikalisch aktiv: "Ich hab am Anfang der Pandemie festgestellt, das wird irgendwie was, was uns deutlich länger begleiten wird. So habe ich für mich entschieden, mich dafür einzusetzen, was diese Szene, zu der ich ja selber auch dazugehöre, braucht."

Bestandsaufnahme der Osnabrücker Kultur- und Gastroszene

Viele Bereiche, die Jakob Lübke betreuen wird, befinden sich allerdings gerade im Lockdown. Das schreckt den frischgebackenen, motivierten Nachtbürgermeister von Osnabrück keinesfalls ab. Es gebe genug zu tun, sagt Lübke, was er direkt in Angriff nehmen will: "Erstens brauchen wir dringend eine Bestandsaufnahme. Es kann mir niemand sagen, wie viele Mini-Jobber hier gerade in der Gastro arbeiten. Und erst recht kann mir niemand sagen, wie viele Kulturschaffende wir haben, was die verdienen, über welche Dimensionen wir hier gerade sprechen. UM dann wirklich auch mal hören, wie geht es denen denn eigentlich? Und wo ist dringendster Handlungsbedarf, damit alle Akteure auch hier durch diese Krise durchkommen."

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Alle Gruppen-Vertreter haben für Jakob Lübke gestimmt

Lübke kennt die Kulturszene gut aus verschiedenen Perspektiven: als Organisator, Musiker, Komponist. Alexander Illenseer von der Marketing Osnabrück hat das Auswahlverfahren für diese Stelle mit geleitet. Er ist sich sicher: auch wenn Lübke selber Musiker ist, wird er alle, auch die Gastronomie und die Anwohner gut vertreten können. Im Auswahlgremium hätten aus allen Gruppen Vertreter gesessen, die einstimmig für Lübke gestimmt hätten.

Lübke ist dabei wichtig, ein Nachtbürgermeister für alle zu sein, die zur Kulturszene gehören. Er will keine Unterschiede machen, beispielsweise zwischen E- und U-Musikszene. Seine persönliche Herzensangelegenheit ist, langfristig die Kreativität in Osnabrück zu fördern: "Von Kreativität würden wir alle profitieren. Übrigens auch politische Maßnahmen, auch Hilfsprogramme und so weiter. Wie können wir Osnabrück zu einem noch kreativeren Hotspot machen, wo wir doch mit Uni und Hochschule und grandiosen Akteuren eigentlich genau die richtigen Zutaten haben? Wie kann Vernetzung stattfinden, damit Kreativität in dieser Stadt wachsen kann und auch von Osnabrück ausgehen kann."

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