Zeitzeichen

26. März 1917

Sonntag, 26. März 2017, 19:05 bis 19:20 Uhr

Der Geburtstag des Synchronstudio-Gründers Wenzel Lüdecke
Ein Beitrag von Susanne Rabsahl (WDR)

Berlin in der Nachkriegszeit. Die deutsche Filmindustrie liegt in Trümmern. Ein Mann namens Wenzel Lüdecke möchte deutschen Kinogängern dennoch ermöglichen, sich weg zu träumen. Ihn, den Sohn eines Rittmeisters und Malers aus München, hat es schon als Jugendlichen zum Film gezogen. Nach dem Krieg hält er sich zunächst als Schnapsschmuggler in Berlin über Wasser und bahnt sich den Weg zurück in die Filmbranche.

Er ist zielstrebig und dominant, ein attraktiver Gentleman. Als Einziger bekommt er von den Besatzungsmächten die Genehmigung, englische und amerikanische Filme deutsch zu vertonen und gründet 1949 die Berliner Synchron. Der Name Lüdecke gilt bald als erste Adresse, er steht für Qualität und Professionalität. Bei ihm treffen sich namhafte Künstler wie Romy Schneider, Georg Thomalla und Horst Buchholz, mit dem er zeitweise zusammenlebt und dem er als Produzent von "Die Halbstarken" zum Durchbruch verhilft. Hier entstehen die deutschen Versionen tausender Filme, darunter: Der dritte Mann, Psycho, Der Pate, E.T., James Bond oder Star Wars. Zwei weiße Dreiecke auf rotem Grund mit dem Schriftzug "Wenzel Lüdecke" gelten bis heute als Gütesiegel für deutsche Synchronisation.