Zeitzeichen

27. April 1882

Donnerstag, 27. April 2017, 20:15 bis 20:30 Uhr, NDR Info

Der Todestag des amerikanischen Philosophen Ralph Waldo Emerson
Ein Beitrag von Ralf Gödde (WDR)

Sein Tagebuch betrachtete er als "Sparbank für geistige Reserven und emotionale Rücklagen". Wer heute die Essays des Ralph Waldo Emerson liest, könnte meinen, dass er es mit einem zeitgenössischen Autor zu tun hat. "Wer ein Mensch sein will, der muss Nonkonformist sein!", schrieb der amerikanische Philosoph allerdings schon Mitte des 19. Jahrhunderts. Und hielt sich auch daran.

Geboren wurde er in eine Familie, die über Generationen hinweg Pfarrer hervor gebracht hatte. Und so folgte auch Emerson zunächst dieser Tradition, bis er merkte, dass sein eigenes Denken mit den kirchlichen Dogmen nicht vereinbar war. So gab er sein Amt auf und verdiente sein Geld fortan als freier Autor und Vortragsreisender. 1836 veröffentlichte er seine Erstlingsschrift "Nature", die zum Manifest des Transzendentalismus wurde. Emerson forderte seine Zeitgenossen auf, sich nicht den Büchern, sondern der Natur zuzuwenden, die er als das Gewand des Göttlichen beschrieb, das zugleich in uns und außerhalb von uns wirkt. Und er erinnerte immer wieder daran, dass jeder Mensch selbst das Zentrum schöpferischer Aktivität ist und mahnte, sich nicht in Konventionen und Ideologien zu verlieren.