Stand: 26.01.2019 22:52 Uhr

Das Metabolische Syndrom erkennen und behandeln

Geschätzt 15 Millionen Deutsche sind betroffen, trotzdem ist das Krankheitsbild in der Allgemeinheit kaum bekannt. Als Metabolisches Syndrom oder auch "tödliches Quartett" bezeichnen Mediziner ein Bündel aus Risikofaktoren: zu viel Bauchfett, hohe Blutzucker- und Blutfett-Werte und Bluthochdruck. Jeder dieser Faktoren steigert schon für sich gesehen das Risiko für Gefäßkrankheiten (Arteriosklerose). Mögliche Folgen sind Schlaganfall und Herzinfarkt. Zudem mündet das Metabolische Syndrom häufig in einen Diabetes Typ 2.

Doc Fleck spricht mit ihrem Patienten in der Hausboot-Küche über gesundes Essen. © NDR

Massives Übergewicht mit richtigem Essen abbauen

Die Ernährungs-Docs -

Ferdi G.s ist deutlich zu dick, er hat BMI 41 und das gefährliche metabolische Syndrom. Die Docs stellen fest, dass er insgesamt sogar zu wenig isst - doch zu viel vom Falschen.

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Ursache ist unser moderner Lebenswandel

Das Metabolische Syndrom ist eine Wohlstandskrankheit, ausgelöst durch zu reichliches Essen und zu wenig Bewegung. Übergewicht mit viel Bauchfett führt meist zu krankhaften Veränderungen im Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel. Denn über das wichtige Hormon Insulin hängt die Verstoffwechselung von Fetten und Zuckern eng zusammen. Wenn die Körperzellen unempfindlich (resistent) gegenüber Insulin werden, dann kann der Blutzuckerspiegel nicht mehr richtig sinken. Zugleich steigen die Blutfettwerte - und ebenso der Blutdruck, denn das Insulin bewirkt, dass sich Wasser und Natrium (Kochsalz) in den Nieren ansammeln. Das stört den Flüssigkeitshaushalt im Gefäßsystem.

Kurz erklärt
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Warum Fettleibigkeit behandelt werden muss

Besonders gefährlich ist das Bauchfett, das sich zwischen den Organen ablagert. Neuere Forschungen zeigen, dass es Botenstoffe produziert, die den Stoffwechsel beeinflussen. Bildergalerie

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Was passiert bei Insulinresistenz?

Der Körper spaltet Kohlenhydrate aus dem Essen in Zucker. Insulin hilft, den Zucker in die Zellen einzuschleusen. Klappt dies nicht mehr, steigt der Blutzuckerspiegel. Bildergalerie

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Warum sind hohe Blutfettwerte gefährlich?

Überschüssige Blutfette können sich an die Gefäßwände anlagern und zu Thrombosen führen - das Blut verklumpt. Die mögliche Gefahr: Herzinfarkt oder Schlaganfall. Bildergalerie

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Warum Bluthochdruck behandelt werden muss

Bei erhöhtem Blutdruck leiden die Gefäßwände, es entstehen kleine Einrisse. Daran können sich Ablagerungen bilden. Mögliche Folge: Gafäße werden komplett verschlossen. Bildergalerie

Auf die Dauer bilden sich Ablagerungen in den Gefäßen, sogenannte Plaques. An solchen Engstellen kann das Blut nicht mehr ungehindert fließen. Extremitäten, schlimmstenfalls auch lebenswichtige Organe wie Herz, Gehirn oder Niere werden nicht mehr ausreichend durchblutet.

Symptome: Übergewicht, eventuell Müdigkeit

Hauptsymptom ist eine bauchbetonte Fettleibigkeit (abdominelle Adipositas). Die veränderten Blutwerte verursachen lange Zeit keine Beschwerden. Erst über die Jahre, wenn sich die Gefäße schon erheblich verengt haben, machen sich Folgeerkrankungen bemerkbar - etwa durch Herzrasen oder eine Venen-Schwäche in den Beinen. Aufgrund der Insulinresistenz treten bei einigen Betroffenen auch erste Anzeichen für einen Diabetes auf: etwa ein extremes Durstgefühl und häufige Müdigkeit oder Schlappheit.

Diagnose des Metabolischen Syndroms

Der Arzt misst Gewicht, Taillenumfang und Blutdruck und nimmt Blut ab. Ein Metabolisches Syndrom liegt nach der aktuell von den meisten Experten benutzten Definition vor, wenn mindestens drei dieser Risikofaktoren festgestellt werden:

  • Übergewicht: ein BMI von 25 oder mehr.
  • Krankhafter Taillenumfang: bei Frauen über 88 Zentimeter und bei Männern über 104 Zentimeter.
  • Erhöhter Nüchternblutzucker: Als oberste Grenze gelten 100 mg/dl. Eine Diabetes-Erkrankung kann schon vorliegen, muss aber nicht. Falls der Nüchternblutzucker noch in Ordnung ist, könnte ein Zuckerbelastungstest Hinweise auf eine beginnende Insulinresistenz geben.
  • Erhöhte Triglyceride (Blutfettwerte): im Nüchternzustand mehr als 150 mg/dl, sowie erniedrigtes HDL-Cholesterin: unter 50 mg/dl.
  • Blutdruck: über 130/85 mmHg, ermittelt in mehreren Messungen oder einer Langzeitblutdruckmessung - nicht als Momentaufnahme bei einem einzelnen Arztbesuch.

Wird das Metabolische Syndrom diagnostiziert, dann stehen weitere Untersuchungen an, um Folgeerkrankungen zu ermitteln. Dazu gehören insbesondere ein Herz-Ultraschall (Echokardiografie), EKG und Belastungs-EKG. Ultraschall und Blutuntersuchung (Kreatininwert, Elektrolyte) geben auch Aufschluss über den Zustand der Nieren.

Therapie: Ernährungsumstellung und Bewegung

Gegen das Metabolische Syndrom helfen zwei Dinge: eine Ernährungsumstellung und regelmäßige körperliche Aktivität. 30 Minuten täglich sollten es schon sein, wobei nicht nur "Sport" zählt. Treppe statt Lift, Fahrrad statt Auto: Bringen Sie Bewegung in den Alltag, und zwar dauerhaft.

Ernährungstherapie beim Metabolischen Syndrom

Metabolisches Syndrom: Tipps und Einkaufsliste

Auf den Speiseplan kommt eine ausgewogene Kost mit viel Gemüse. Vollkorn ersetzt Weißmehlprodukte. Zwischen den drei täglichen Mahlzeiten sollten gute Pausen liegen. mehr

Rezepte beim Metabolischen Syndrom

Diese leckeren, schnellen Gerichte sind günstig bei einem Metabolischen Syndrom - denn sie lassen den Blutzucker nur langsam steigen, sind salzarm und gut für die schlanke Linie. mehr

Dieses Thema im Programm:

Die Ernährungs-Docs | 28.01.2019 | 21:00 Uhr

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Die Therapie-Empfehlung im DIN-A4-Format (PDF)

Welche Lebensmittel sind empfehlenswert, welche nicht? Die wichtigsten Tipps auf einen Blick. Download (98 KB)

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