Stand: 04.03.2018 16:57 Uhr

Herzschwäche erkennen und behandeln

Schätzungsweise 1,8 Millionen Menschen in Deutschen leiden an Herzschwäche, auch Herzinsuffizienz genannt. Mit rund 400.000 Fällen pro Jahr ist sie der häufigste Grund für eine Aufnahme ins Krankenhaus, und sie gehört zu den häufigsten Todesursachen. Dennoch wird eine chronische Herzschwäche mitunter lange nicht ernst genommen oder sogar übersehen - vor allem bei Frauen. Allzu oft neigen Betroffene dazu, die typischen Symptome wie Luftnot und Leistungsschwäche als Alterserscheinungen abzutun.

Melanie Hümmelgen untersucht Patient auf einer Liege mit Ultraschall. © NDR

Herzschwäche: Richtig dosierte Belastung stärkt

Die Bewegungs-Docs -

Klaus G. war früher sehr aktiv, aber nun will das Herz nicht mehr. Seine Pumpleistung beträgt nur noch 31 Prozent. Welche Möglichkeiten hat er, wieder auf Trab zu kommen?

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Je nachdem, welche der beiden Herzkammern überwiegend betroffen ist, lässt sich in Rechtsherz- und Linksherz-Insuffizienz diffenzieren. Treten beide Formen der Herzschwäche gemeinsam auf, sprechen Mediziner von einer globalen Insuffizienz.

Ursache

Herzschwäche bedeutet: Mangels Pumpleistung gelingt es dem Herzen nicht, den Organismus mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen. Dem liegen die verschiedensten Ursachen zugrunde:

  • Eine systolische Herzschwäche (verminderte Auswurfleistung) kann zum Beispiel nach einem Herzinfarkt oder einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis) entstehen, wenn Herzmuskelgewebe zerstört und durch eine Narbe ersetzt wird. Auch Gefäßverengungen, wie etwa bei der koronaren Herzkrankheit (KHK), fördern die systolische Herzschwäche.
  • Eine diastolische Herzschwäche (Störung der Füllungsphase durch verminderte Dehnbarkeit) wird oft durch hohen Blutdruck oder Gefäßschäden bei Diabetes ausgelöst: Der Herzmuskel versteift sich und kann nicht mehr richtig entspannen. In Deutschland leiden nach Angaben der Herzstiftung bis zu fünf Prozent der über 70-Jährigen daran. Besonders Frauen sind oft von dieser Form der Herzschwäche betroffen. Experten vermuten, dass die Hormone und die feineren Blutgefäße dabei eine Rolle spielen.

Was bei einer Herzschwäche passiert

Symptome

Bei Herzschwäche schafft der Herzmuskel es nicht mehr, genügend Blut zu pumpen. Die Folgen sind einerseits Blut- und Sauerstoffmangel in den zu versorgenden Geweben und Organen, andererseits Blut- und Wasser-Stauungen in den Organen und Geweben vor den Herzkammern. So können sich etwa bei Linksherz-Insuffizienz Wasseransammlungen in der Lunge (Lungenödem) oder neben der Lunge (Pleuraerguss) bilden, die das Atmen schwer machen. Um besser Luft zu bekommen, schlafen Herzinsuffiziente oft lieber mit leicht erhöhtem Oberkörper, später schlimmstensfalls sogar im Sitzen.

Meist beginnen die Beschwerden schleichend, sodass Betroffene die Erkrankung zunächst gar nicht bemerken. Häufig sind sie lediglich schneller erschöpft und führen das beispielsweise auf schlechteren Schlaf zurück. Warnzeichen sind:

  • ungewohnte Leistungsschwäche, zum Beispiel beim Treppensteigen
  • Atemnot - anfangs bei Anstrengung, im späteren Stadium auch schon in Ruhe
  • ein andauerndes Schwächegefühl
  • nächtliches Wasserlassen.
Weitere mögliche Symptome bei Linksherz-Insuffizienz:
  • Husten ("Herzhusten")
  • rasselnde oder brodelnde Atemgeräusche.
Weitere mögliche Symptome bei Rechtsherz-Insuffizienz:
  • Schwellungen durch Wassereinlagerungen (Ödeme), vor allem dicke Knöchel oder Beine, geschwollener Bauch
  • Gewichtszunahme binnen weniger Tage (durch die Ödeme)
  • Völlegefühl, Appetitlosigkeit.

NYHA-Stadien

Für die Schwere einer Herzschwäche gilt auch in Deutschland die Einteilung der Herzvereinigung New York (New York Heart Association - NYHA) als Gradmesser.

  • Stadium I: Alltägliche körperliche Belastungen verursachen keine unangemessene Erschöpfung, Atemnot oder Rhythmusstörungen.
  • Stadium II: Alltägliche körperliche Belastungen wie etwa Treppensteigen führen zu merklicher Erschöpfung, Atemnot oder zu Herzrhythmusstörungen.
  • Stadium III: Schon geringe körperliche Belastungen verursachen Erschöpfung, Rhythmusstörungen oder Atemnot. Keine Beschwerden in Ruhe.
  • Stadium IV: Bei allen körperlichen Aktivitäten und auch in Ruhe treten Beschwerden auf.

Dieses Thema im Programm:

Die Bewegungs-Docs | 05.03.2018 | 21:00 Uhr

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