Gesunder Meerrettich: Senföle helfen gegen Erkältungen und Schmerzen

Stand: 15.07.2022 11:44 Uhr

Meerrettich gilt als entzündungshemmend und wirksam gegen Viren und Bakterien. Er enthält Senföle, die Erkältungen vorbeugen sowie Husten, Blasenentzündungen und Schmerzen lindern können.

Die Augen tränen, die Nase läuft, die Wangen erröten: Das sind typische Reaktionen, die beim Raspeln und Schneiden von Meerrettich auftreten. Ursache sind die scharfen Senföle. Sie entstehen, wenn die im Meerrettich enthaltenen Senfölglykoside (Glucosinolate) beim Verarbeiten der Wurzel durch das ebenfalls im Meerrettich steckende Enzym Myrosinase aufgespalten und abgebaut werden.

Senföle wirken gegen Bakterien und Viren

Senfölglykoside gehören zu den sekundären Pflanzenstoffen und machen den Meerrettich so gesund, dass er zur Heilpflanze 2021 gekürt wurde. Bekannt ist seine Wirksamkeit allerdings schon seit dem 12. Jahrhundert, er wird auch als "Penizillin der Bauern" bezeichnet.

Blasen- und Harnwegsinfektionen

Senföle verhindern, dass sich Bakterien vermehren und wirken sogar gegen Viren. Da sie bevorzugt über die Niere ausgeschieden werden, lagern sie sich in der Blasenschleimhaut an und entfalten dort ihre Wirkung. Aus diesem Grund wird Meerrettich insbesondere bei einer aufkommenden Blasen- und Harnwegsentzündung eingesetzt.

Wer keinen frischen Meerrettich mag, kann auch zu Tabletten, Tropfen oder Pulver greifen. Auch sie enthalten Senföle, die Erkältungen vorbeugen und Schmerzen lindern können.  

Erkältung: Hustensaft mit Meerrettich und Honig selbst machen

Aus Meerrettich und Honig lässt sich ein Hustensaft auch einfach selber herstellen. Dafür ein etwa fünf Zentimeter langes Stück Meerrettich reiben und mit vier Esslöffeln Honig in ein Schraubglas geben. Bei einer akuten Erkältung kann man von diesem Sirup bis zu vier Teelöffel pro Tag einnehmen, zur Vorbeugung bei einer aufkommenden Erkältung genügt ein Teelöffel pro Tag. Mehr sollte es allerdings nicht sein, denn zu viel Meerrettich kann Schleimhäute, Rachen und die Speiseröhre reizen. Das gilt insbesondere für Menschen, die Probleme mit Sodbrennen, eine Magenschleimhautentzündung oder eine Nierenerkrankung haben.

Wickel und Auflagen mit Meerrettich können Schmerzen lindern

Dass die Schärfe der Senföle den Stoffwechsel und die Durchblutung anregt, lässt sich auch für heiße Wickel oder Auflagen nutzen: Dafür dünn geschnittene Meerrettich-Scheiben in einem Stofftäschchen oder in ein dünnes Baumwolltuch gewickelt auf die schmerzende Körperstelle legen. So lindern die Senföle Muskelverspannungen und Gelenkbeschwerden.

Inhaltsstoffe mit gesunder Wirkung: Senföle, Vitamine und Mineralstoffe

Neben bis zu 0,3 Prozent Senfölglykosiden (Gluconasturtiin, Sinigrin) und dem Enzym Myrosinase stecken im Meerrettich auch die Vitamine C, B1 und B2, Mineralstoffe wie Kalium (wichtig für Herz und Nerven) und Flavonoide wie das Antioxidans Quercetin, das Zellen vor freien Radikalen schützen und die Blutgefäße geschmeidig halten soll.

Experten und Expertinnen zum Thema

 

Weitere Informationen
Meerrettich-Grillsoße © NDR

Rezept: Meerrettich-Grillsoße

Dieser Dip ist schnell zubereitet und schmeckt nicht nur besser als Fertigsoßen, sondern ist auch gesünder. mehr

Rosafarbene Sonnenhut-Blüten mit Hummel © NDR Foto: Claudia Timmann

Erkältung behandeln mit pflanzlichen Mitteln

Echinacea, Holunder und Co.: Gegen erste Symptome eines grippalen Infekts können pflanzliche Mittel und Arzneien helfen. mehr

Dieverses Gemüse liegt auf einem Holzbrett © Colourbox Foto: Sergej Razvodovskij

Gemüse als Hauptgericht: Lecker und gesund

Gemüse ist mehr als eine Beilage: Pflanzliche Lebensmittel reichen durchaus aus, um unseren Energie- und Nährstoffbedarf zu decken. Viele Fleisch-Alternativen sind lecker und gesund. mehr

Dieses Thema im Programm:

Visite | 19.07.2022 | 20:15 Uhr

Schlagwörter zu diesem Artikel

Gesundheitsvorsorge

Ernährung

Mehr Gesundheitsthemen

Eine Frau greift sich im Stehen an die Stirn, stützt sich an der Wand ab und schließt die Augen. © picture alliance Foto: Christin Klose

Schwindel: Ursachen, Symptome und Therapien

Wer unter Schwindel leidet, sucht oft jahrelang nach der Ursache. Medikamente und Übungen können helfen. mehr

Der Virologe Prof. Christian Drosten und die Virologin Prof. Sandra Ciesek (Montage) © picture alliance/dpa, Universitätsklinikum Frankfurt Foto: Christophe Gateau,

Coronavirus-Update: Podcast mit Christian Drosten & Sandra Ciesek

Hier finden Sie alle bisher gesendeten Folgen zum Nachlesen und Nachhören sowie ein wissenschaftliches Glossar und vieles mehr. mehr