Stand: 15.04.2019 15:12 Uhr

Gastritis: Was hilft bei Magenschmerzen?

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Eine häufige Ursache für Magenschmerzen ist eine entzündete Magenschleimhaut.

Wohl fast jedem ist schon einmal etwas auf den Magen geschlagen: Stress und Ernährung spielen bei der Volkskrankheit Gastritis eine Schlüsselrolle. Während die schleichend verlaufenden chronischen Formen oft lange unbemerkt bleiben, äußert sich eine akute Magenschleimhaut sehr unangenehm mit plötzlichen heftigen Magenschmerzen, Völlegefühl, Übelkeit und Aufstoßen. Diese Beschwerden können chronisch werden.

Ein Korb mit verschiedenen Lebensmitteln.

Was hilft bei Magenschmerzen?

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Entzündungen der Magenschleimhaut entstehen oft durch Stress und eine falsche Ernährung. Was hilft bei Magenschmerzen? Und welche Speisen sollte man meiden?

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Der Magen als Hochleistungsorgan

Im Magen legt das verspeiste Essen den ersten längeren Zwischenstopp ein. Hier wird es weiter zerkleinert, durchgeknetet und in ätzender Magensäure eingeweicht: 35 Millionen Drüsen in der Magenschleimhaut produzieren täglich drei Liter Magensaft, um die Nahrung anzuverdauen und darin befindliche Keime abzutöten. Damit sich der Magen nicht gleich "selbst verdaut", stellen dafür spezialisierte Zellen einen zähflüssigen Schleim her, der die Magenschleimhaut mit einem dünnen Schutzfilm überzieht. Ist dieser Schutzmantel beschädigt oder zu viel Magensäure vorhanden, kann die Magenschleimhaut Schaden nehmen und sich entzünden.

Fachärztin für innere Medizin PD Dr. Viola Andresen.

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Mögliche Auslöser einer akuten Gastritis

  • zu viel Nikotin, Alkohol, Kaffee, scharfes Essen
  • Lebensmittelvergiftungen
  • psychische oder physische Belastungen (Angst, Stress, Unfälle)
  • Infektionen mit Bakterien, Viren, Schimmelpilzen
  • Medikamente (insbesondere Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure, Diclofenac, Ibuprofen, vor allem in Kombination mit Kortison, außerdem nichtsteroidale Antirheumatika, Immunsuppressiva)
  • Strahlentherapie

Ursachen einer chronischen Magenschleimhautentzündung

Die Ursachen für eine chronische Gastritis sind verschiedener Natur. Dementsprechend unterscheiden Mediziner die Gastritiden nach Typ A, B oder C.

Typ-A-Gastritis: Autoimmunkrankheit. Bei dieser eher seltenen Form bildet der Körper aus bisher nicht verstandenen Gründen Abwehrstoffe gegen bestimmte Zellen der Magenschleimhaut. Die sogenannten Belegzellen stellen eigentlich Magensäure her - durch den Autoimmunangriff gehen sie nach und nach zugrunde. Da die Belegzellen außerdem den sogenannten Intrinsic Factor produzieren, der die Aufnahme von Vitamin B 12 im Darm steuert, ist bei dieser Form der Gastritis auch die Vitaminaufnahme aus dem Essen gestört. Die Folge ist eine Blutarmut (perniziöse Anämie).

Typ-B-Gastritis: bakterielle Infektion. Typ B ist die häufigste Form, hier ist meist das Bakterium Helicobacter pylori schuld. Etwa die Hälfte der Erwachsenen ist damit infiziert, oft ohne es zu wissen. Die Übertragungswege sind noch nicht vollkommen geklärt, doch tritt die Infektion unter Personen mit engem Kontakt gehäuft auf (etwa in Familien). Der Keim hat sich speziell an die rauen Lebensbedingungen im Magen angepasst und kann sich dort auch einnisten, ohne Beschwerden zu verursachen. Doch gilt er als Risikofaktor für Magengeschwüre und bösartige Tumoren.

Typ-C-Gastritis: chemisch-toxische Reizung. Etwa jede dritte bis vierte Magenschleimhautentzündung wird durch Schmerzmittel oder andere chemische Reize ausgelöst. Wer häufig Schmerztabletten oder bestimmte andere Medikamente einnimmt, sollte mit seinem Arzt eventuell nach milderen Alternativen suchen. Weitere Auslöser für Typ-C-Gastritis sind ein stark übermäßiger Alkoholkonsum oder - sehr selten - ein sogenannter Gallereflux: Gallensaft gelangt aus dem Zwölffingerdarm in den Magen.

Symptome treten oft nur bei der akuten Gastritis auf

Eine akute Gastritis beginnt meist mit einem Brennen oder Druckgefühl in der Magengegend. Saures Aufstoßen, ein aufgeblähter Bauch, Magen- oder Rückenschmerzen können hinzukommen, auch Übelkeit und Erbrechen. Oft ist der Oberbauch druckempfindlich.

Die chronische Magenschleimhautentzündung bleibt symptomlos oder verursacht nur leichte Beschwerden nach den Mahlzeiten wie Aufstoßen oder Völlegefühl. Bei einer ausgeprägten Typ-A-Gastritis können durch die begleitende Blutarmut Müdigkeit, Kurzatmigkeit und Schwäche auftreten.

Diagnose erfolgt durch den Facharzt

Der Arzt wird sich nach den Ernährungs- und Lebensgewohnheiten, nach möglichen Vorerkrankungen und Medikationen erkundigen. Eine Ultraschalluntersuchung des Oberbauchs kann sinnvoll sein, um Gallensteine auszuschließen.

Die Diagnosesicherung erfolgt durch eine Magenspiegelung (Gastroskopie) beim Facharzt (Gastroenterologe). Für die Untersuchung schiebt er einen dünnen, flexiblen Schlauch (Endoskop) durch die Speiseröhre bis in den Magen. Das tut nicht weh, ist aber etwas unangenehm. Über eine eingebaute Kamera kann der Arzt nun das Mageninnere betrachten. Von auffälligen Stellen entnimmt er kleine Gewebeproben für die feingewebliche Untersuchung im Labor.

Eine Helicobacter-Infektion kann gegebenenfalls in der Gewebeprobe nachgewiesen werden. Andere Nachweis-Methoden sind Stuhlprobe oder Atemtest.

Bei Verdacht auf eine Typ-A-Gastritis ist eine Blutuntersuchung angezeigt, um eventuelle Antikörper nachzuweisen.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Beschwerden wie Bauchschmerzen, Übelkeit oder Völlegefühl können von ganz harmlosen Verdauungsstörungen ausgelöst, aber auch von einem Reizmagen oder schwerwiegenden Erkrankungen verursacht werden. Deshalb sollte man einen Arzt aufsuchen, wenn Magenbeschwerden länger als 14 Tagen andauern.

Die Behandlung richtet sich nach der Gastritis-Ursache und -Form.

Achtsam und magenschonend essen

Eine akute Gastritis verschwindet meist rasch, wenn man den Magen schont. Alles, was Entzündungen anfeuert, muss reduziert werden: vor allem Stress und falsche Ernährung.

Zu viel, zu fettes, zu scharfes, aber auch zu süßes Essen bedeutet Schwerstarbeit für den Magen. Er reagiert gereizt, produziert mehr Säure, seine Muskeln verkrampfen schmerzhaft. Auch Kaffee und Alkohol kurbeln die Magensäure-Produktion an, außerdem frittierte, panierte und geräucherte Lebensmittel, Wurst, Feinkostsalate und andere Fertigprodukte.

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Stress abbauen

Wichtig ist auch im übertragenen Sinne, nicht "alles in sich hineinzufressen", sondern achtsam mit sich selbst umzugehen. Magen und vegetatives Nervensystem hängen eng zusammen. Bei wiederkehrenden Magenproblemen gilt es, Ruhezonen zu schaffen und Stressquellen zu identifizieren, um Auswege aus der Stressfalle zu finden. Hilfreich sind zudem entspannende Rituale:

  • Zwei bis drei Mal pro Woche einen Oberbauchwickel mit Sauerklee-Essenz machen: einen Esslöffel Sauerklee-Essenz auf einen Viertelliter Wasser, den Wickel für 15 bis 20 Minuten auflegen.
  • Entspannungsübungen wie Autogenes Training, Meditation oder Massagen in den Alltag einbauen.

Vorsicht mit Säureblockern und anderen Medikamenten

Auf Dauer - länger als zwei bis vier Wochen - sollte man ohne ärztlichen Rat keine Säureblocker (PPI) nutzen, auch wenn Nebenwirkungen selten auftreten. Es gibt aber mildere, naturheilkundliche Alternativen, die den Magen beruhigen können, etwa Tees und Arzneien mit Auszügen aus Kamille und Tollkirsche.

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Experten zum Thema

Priv.-Doz. Dr. Viola Andresen, MSc, Leitung Ernährungsteam
Israelitisches Krankenhaus
Orchideenstieg 14, 22297 Hamburg
(040) 511 25-5001
www.ik-h.de

Prof. Dr. Andreas de Weerth, Chefarzt
Klinik für Innere Medizin
Agaplesion Diakonieklinikum Hamburg gGmbH
Hohe Weide 17, 20259 Hamburg
www.d-k-h.de

Weitere Informationen
Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Krankheiten von Magen, Darm und Leber sowie von Störungen des Stoffwechsels und der Ernährung (Gastro-Liga) e. V.
Friedrich-List-Straße 13, 35398 Gießen
(0641) 97 48 10
www.gastro-liga.de

Dieses Thema im Programm:

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