Stand: 30.03.2020 16:35 Uhr

Covid-19: Was tun bei Herz-Kreislauferkrankungen?

Eine Frau misst den Blutdruck am Oberarm eines Patienten. © COLOURBOX Foto: Poprotskiy Alexey
Bluthochdruck alleine muss bei Covid-19 keine Gefahr darstellen.

Menschen mit Herz-Kreislauferkrankungen machen sich wegen des Coronavirus gerade besonders Sorgen. Bluthochdruck schädigt die Gefäße und überlastet mit der Zeit das Herz und die Nieren. Untersuchungen aus China zeigen: Menschen mit Bluthochdruck sind vermehrt von schweren Verläufen der Lungenkrankheit Covid-19 betroffen. Aber Experten beruhigen: Bluthochdruck allein muss keine Gefahr darstellen. Das Alter und bereits vorhandene Schäden an Herz oder Niere spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.

VIDEO: Covid-19: Was tun bei Herz-Kreislauferkrankungen? (6 Min)

Bei Bluthochdruck auf richtige Medikamentierung achten

Wichtig ist, dass der Bluthochdruck gut mit Medikamenten eingestellt ist. Zu diesen Medikamenten gehören oft auch sogenannte ACE-Hemmer, von denen einige Mediziner vermuteten, sie könnten schwere Verläufe von Covid-19 begünstigen. Doch weder Tierversuche noch klinische Studien stützen diese Theorie bisher, sodass Betroffene ihre Medikamente auf keinen Fall ohne Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt absetzen sollten. Das gilt besonders für Menschen mit Herzschwäche, die häufig ACE-Hemmer einnehmen müssen.

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Corona-Infektion: Risiko Herzschwäche

Bei einer Herzschwäche mit eingeschränkter Pumpfunktion fehlt dem Körper die nötige Kraftreserve zur Abwehr der Infektion. Die Aktivierung der Immunzellen, die die Viren unschädlich machen sollen, kostet viel Energie. Covid-19 fordert das Herz-Kreislaufsystem maximal. Um alle Organe dabei weiter mit Sauerstoff zu versorgen, muss das Herz seine Auswurfleistung von normalerweise vier bis fünf Litern etwa verdoppeln.

Auf Wassereinlagerungen achten

Diese Reserve haben Menschen mit einer Herzschwäche nicht immer. Deshalb müssen sie sich besonders streng vor einer Ansteckung schützen und auch ihre Herzschwäche im Auge behalten. Die wichtigste Maßnahme dafür ist, sich täglich zu wiegen. Denn eine rasche deutliche Gewichtszunahme hat nichts mit der Ernährung zu tun, sondern zeigt, dass der Körper Wasser einlagert - ein Alarmzeichen für ein überlastetes Herz. Betroffene sollten sich in diesem Fall dringend an ihren Arzt wenden, damit er eine wassertreibende Therapie einleitet oder intensiviert.

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Risiko Blutgerinnungsstörung

Bei einer gestörten Blutgerinnung besteht das Risiko einer Thrombose, also eines Gerinnsels, das eine tiefe Vene im Bein verschließt. Die größte Gefahr ist, dass sich dieses Gerinnsel oder Teile davon lösen können und mit dem Blutstrom durch den ganzen Körper in die Lunge wandern, wo sie eine Arterie verstopfen und so eine lebensgefährliche Lungenembolie auslösen. Auch hier birgt Covid-19 offenbar ein besonderes Risiko, so dass Menschen mit einer erhöhten Gerinnungsneigung ebenfalls eine Ansteckung unbedingt vermeiden und ihre blutverdünnenden Medikamente genau nach Anweisung einnehmen sollten.

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Experten zum Thema

Dr. Melanie Hümmelgen, Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie
Leitende Ärztin der Kardiologischen Abteilung und stellv. Ärztliche Direktorin
RehaCentrum Hamburg
Martinistraße 66
20246 Hamburg
www.rehahamburg.de

Prof. Dr. Johann Bauersachs, Direktor
Klinik für Kardiologie und Angiologie
Zentrum Innere Medizin
Medizinische Hochschule Hannover
Carl-Neuberg-Straße 1
30625 Hannover
www.mhh-kardiologie.de

Prof. Dr. Martin Bergmann, Chefarzt
Kardiologie und Pneumologie
Asklepios Klinik Wandsbek
Alphonsstraße 4
22043 Hamburg
www.asklepios.com/hamburg/wandsbek/experten/innere-medizin/

Weitere Informationen
Deutsche Herzstiftung e.V.
Bockenheimer Landstraße 94-96
60323 Frankfurt am Main
www.herzstiftung.de

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Visite | 31.03.2020 | 20:15 Uhr

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