Stand: 09.03.2020 10:54 Uhr  - Visite

Coronavirus-Pandemieplan: Was die drei Stufen bedeuten

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Ein Arzt zeigt einen Abstrich für das Testverfahren auf das Virus Sars-CoV-2.

Das neuartige Coronavirus breitet sich aus. Die Maßnahmen gegen das Virus Sars-CoV-2 zielen darauf ab, die Ausbreitung der Krankheit COVID-19 zu verlangsamen. Ein dreistufiger nationaler Pandemieplan soll den Schaden für die Bevölkerung so gering wie möglich halten.

Coronavirus-Pandemieplan: Was die drei Stufen bedeuten

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Ein dreistufiger nationaler Pandemieplan soll die Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 eindämmen. Experten befürchten derweil einen Lieferengpass bei Medikamenten.

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Pandemieplan in drei Stufen

Der Pandemieplan gilt, solange es noch keinen Impfstoff gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 gibt. Ziel ist es, die Ausbreitung einzudämmen. Denn je langsamer sich das Virus verbreitet, desto mehr Zeit bleibt, um Schutzmaßnahmen für besonders gefährdete Gruppen vorzubereiten, Behandlungskapazitäten in Kliniken zu erhöhen, antivirale Medikamente zu beschaffen und die Entwicklung eines Impfstoffs voranzutreiben.

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Die Übergänge zwischen den einzelnen Stufen sind fließend:

  • In Stufe 1 (Eindämmung) geht es darum, die Ausbreitung des Virus zu verzögern. Möglichst jeder Infizierte und alle Menschen, die mit ihm in Kontakt waren, sollen identifiziert werden und 14 Tage zu Hause in Quarantäne bleiben. Die Betroffenen telefonieren täglich mit dem Gesundheitsamt. Treten Symptome auf, wird ein Abstrich gemacht und auf den Erreger getestet. Die Quarantäne endet nach 14 symptomfreien Tagen. Denn wenn Viren von einem Infizierten auf einen Gesunden übergehen, kann es bis zu 14 Tagen dauern, bis dieser erkrankt und das Virus nachweisbar ist. Die Maßnahmen der Stufe 1 gelten nur in betroffenen Regionen und solange, wie sich einzelne Infektionswege nachvollziehen lassen und der Nutzen den Schaden (fehlende Ärzte und Pfleger, Störungen der Infrastruktur) überwiegt.

  • Zusätzlich gilt Stufe 2 (Schutz) des Pandemieplans, wenn es viele Infizierte gibt, bei denen nicht klar ist, wo sie sich angesteckt haben. Dann sollen vor allem Menschen geschützt werden, bei denen schwere Verläufe von COVID-19 wahrscheinlich sind, vor allem Ältere und chronisch Kranke. Die besonders gefährdeten Personengruppen sollen die Öffentlichkeit meiden und keine großen Veranstaltungen besuchen.

  • Wenn es nicht mehr gelingt, gefährdete Menschen vor schweren Verläufen zu schützen, greift Stufe 3 (Grundversorgung) des Pandemieplans: Dann geht es darum, das gesellschaftliche Leben aufrecht zu erhalten und die notwendige medizinische Versorgung zu gewährleisten. Das kann zum Beispiel bedeuten, dass alle nicht notwendigen Operationen verschoben werden, um Ressourcen zu schonen.

Mit dem dreistufigen Pandemieplan lässt sich ein großer Coronavirus-Ausbruch möglicherweise weiter ins Frühjahr verschieben, sodass es nicht gleichzeitig zu einer Grippewelle und Coronavirus-Epidemie kommt.

Lieferengpass bei Medikamenten befürchtet

Die Hauptproduzenten wichtiger Arzneistoffe haben ihre Produktionsstätten in China und Indien. Die Produktion in China steht still. Indien bezieht die Grundstoffe für viele Medikamente aus China und hat den Export von 13 teilweise versorgungsrelevanten Arzneimitteln beschränkt, darunter mehrere Antibiotika, ein antiviraler Wirkstoff und das Schmerzmittel Paracetamol. Zurzeit gibt es kaum Alternativen, Medikamente in großen Mengen in Europa zu beschaffen.

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Experten zum Thema

Prof. Jonas Schmidt-Chanasit , Virologe
Leiter der Virusdiagnostik
Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin
Bernhard-Nocht-Straße 74
20359 Hamburg
www.bnitm.de

Dr. Anne Marcic, Referentin für Infektionsschutz
Minister für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren
Abteilung VIII 4: Gesundheit
Düsternbrooker Weg 104
24105 Kiel

Stephan Pusch, Landrat
Kreis Heinsberg
Valkenburger Straße 45
52525 Heinsberg

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Visite | 10.03.2020 | 20:15 Uhr