Stand: 24.03.2020 08:23 Uhr

Coronavirus: Wann ist ein Impfstoff verfügbar?

Eine Ärztin hält ein Abstrichstäbchen im Plastikbehälter in den Händen. © picture alliance Felix Kästle Foto: picture alliance Felix Kästle
Die Impfstoff-Entwicklung läuft auf Hochtouren.

Angesichts der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 läuft die Impfstoff-Entwicklung auf Hochtouren - denn nur eine Impfung könnte das Virus wirklich aufhalten. In vielen Ländern arbeiten Forscher mit Hochdruck daran, den seit Wochen bekannten genetischen Bauplan des neuen Virus für die rasche Impfstoff-Entwicklung zu nutzen. Doch auch wenn schon vieles bekannt ist, ist die Impfstoff-Entwicklung nicht einfach und dauert lange. Um den Prozess zu beschleunigen, setzen die Wissenschaftler auf innovative Verfahren: Damit werden nicht, wie bisher üblich, die Viren selbst zur Herstellung eines Impfstoffs benötigt, sondern nur deren genetische Information.

VIDEO: Coronavirus: Impfstoff in der Entwicklung (5 Min)

Neue Technologie könnte Impfstoff-Entwicklung beschleunigen

Eine ganz neue, maßgeblich in Deutschland entwickelte Technologie könnte die Impfstoffentwicklung deutlich beschleunigen und weckt große Hoffnungen bei den Medizinern. Der neuartige Impfstoff besteht aus purer Erbsubstanz - und einmal entwickelt, lässt er sich sehr schnell und kostengünstig in sehr großen Mengen produzieren. Gerade das macht das revolutionäre Verfahren in der aktuellen Pandemiesituation besonders attraktiv.

Das Prinzip: Der Impfstoff besteht nicht aus einem Bestandteil des Corona-Virus selbst, sondern nur aus dem Bauplan für einen besonders auffälligen Teil der Virushülle: ihre Stachel. Nach diesem Bauplan produzieren die geimpften Personen dieses sogenannte Spike-Protein selbst und ihr Immunsystem lernt, es zu erkennen und unschädlich zu machen.

Als Werkzeug für die Einschleusung des Bauplans wird die sogenannte Boten- oder Messenger-RNA (mRNA) als Werkzeug benutzt. Die mRNA ist dafür zuständig, Erbinformationen unserer DNA in Bauanleitungen für die Produktion von Proteinen zu übersetzen. Im Vergleich zu herkömmlichen Impfstoffen gilt die mRNA-Technologie als sehr sicher. Deshalb hoffen die Forscher, künftig auf die zeitaufwändige Vorabprüfung an Tieren verzichten und Impfstoffe schneller verfügbar machen zu können.

Die bisherigen Erfahrungen mit einem in der Entwicklung befindlichen Tollwutimpfstoff lassen sich dabei auf einen Corona-Impfstoff übertragen, so dass die Erprobung am Menschen bereits im Frühsommer starten soll.

Herkömmliche Impfstoffe werden parallel entwickelt

Um eine möglichst große Chance auf einen wirksamen Impfstoff zu sichern, verfolgen die Forscher in aller Welt mehrere Ansätze parallel. Generell ist die Entwicklung von Impfstoffen heute schneller möglich als früher. Damit sie nicht jedes Mal bei null anfangen müssen, haben Wissenschaftler universelle Plattformen entwickelt, auf denen sie Impfstoffe konstruieren und jederzeit anpassen können.

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Experten zum Thema

Prof. Dr. Marylyn Addo
Leiterin Sektion Infektiologie
I. Medizinische Klinik und Poliklinik
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistraße 52, 20246 Hamburg
www.uke.de

Prof. Dr. Tobias Welte
Direktor Klinik für Pneumologie
Medizinische Hochschule Hannover MHH
Carl-Neuberg-Straße 1, 30625 Hannover
www.mhh.de

Dr. Thomas Fenner
Labor Dr. Fenner
Bergstraße 14, 20095 Hamburg
www.fennerlabor.de

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