Stand: 19.09.2019 14:29 Uhr

Bitterstoffe gegen den Heißhunger

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Wenn der Heißhunger auf Süßes aufkommt, können wenige Tropfen Bittermittel ihn wirksam vertreiben.

Bitterstoffe sind Gifte, mit denen sich Pflanzen vor Fressfeinden schützen. Für den Menschen dagegen sind viele dieser Stoffe sehr gesund. Traditionell werden sie vor allem zur Behandlung von Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt. Sie steigern die Magen- und Gallensaftsekretion und wirken damit verdauungsfördernd. Dieser Effekt kann auch genutzt werden, um das Abnehmen zu erleichtern.

Durch Bitterstoffe den Heißhunger auf Süßes bremsen

Durch den bitteren Geschmack lässt der Appetit schneller nach, sodass man weniger isst. So kann insbesondere Heißhunger auf Süßes gebremst werden. Da bittere Lebensmittel in der Regel auch deutlich weniger Kalorien als Süßigkeiten enthalten, können sie bei der Reduzierung von Übergewicht gleich doppelt behilflich sein.

Anne Fleck gießt eine braune Flüssigkeit in ein Becken fürs Fußbad. © NDR

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Die Ernährungs-Docs -

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Kräuterbitter gegen den Appetit

Bittere Lebensmittel wie Pampelmusen, Chicorée, Linsen, Kohlrabi, Kaffee, Artischocken, Löwenzahn, grüner Tee oder Bier (Hopfen) enthaltend allerdings nicht genügend Bitterstoffe, um die Lust auf Süßes einzudämmen. Um den Appetit zu zügeln, muss daher auf Bittertropfen-Konzentrate aus der Apotheke zurückgegriffen werden. Sogenannter Kräuterbitter enthält Bitterstoffe aus Wermut, Engelwurz, Pomeranze, Kalmus, Kardamom, Kümmel, Gewürznelken, Zimt, Koriander, Fenchel, Galgant, Gelber Enzian, Lavendel, Majoran, Schafgarbe, Löwenzahn, Zitwer und Ingwer.

Sie sollten am besten vor jeder Mahlzeit und bei Heißhungerattacken eingenommen werden.

Bitterstoffe aus heutigem Gemüse herausgezüchtet

Bereits im Mittelalter spielten heimische Bitterstoffe eine große Rolle in der Behandlung von Verdauungsbeschwerden. Damals war das Gemüse wesentlich reicher an Bitterstoffen. Diese sind heute aus den "modernen" Gemüsesorten weitgehend herausgezüchtet worden - zugunsten eines angenehmeren, milderen Geschmacks. Daher liegt die Reizschwelle für Bitterstoffe mittlerweile sehr hoch.

Frauen reagieren empfindlicher als Männer. Laut einer Studie sind Menschen mit sensiblem Bitterempfinden um etwa 20 Prozent dünner als die, die nur ein schwaches Gespür dafür haben. Zwar ist die Zahl der Bitterrezeptoren genetisch festgelegt, allerdings kann das Bitterempfinden trainiert werden.

Dieses Thema im Programm:

Die Ernährungs-Docs | 21.01.2019 | 21:00 Uhr

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