Stand: 28.10.2019 18:05 Uhr

Skoliose: Übungen für Lungenfunktion und Aufrichtung

Bei einer Skoliose gerät der Körper Schieflage: Die Wirbelsäule hat sich verdreht. Das verursacht Verspannungen und Rückenschmerzen, denn die Muskeln sind nicht ausbalanciert und teils verkürzt - rechts- anders als linksseitig.

Skoliosen können sogar die Lungenfunktion beeinträchtigen. Normalerweise wird die Lunge mithilfe der Atemmuskulatur geweitet und wieder verengt. Sind die Muskeln um den Brustkorb verspannt, können sich die Rippen nicht richtig weiten. Die Folge: Nur wenig Luft kann einströmen. Unter Belastung - schnelleres Gehen, Treppensteigen - stellen sich Atemnot und ein Gefühl der Enge ein.

Wie Bewegung bei Skoliose hilft

Tägliches Dehnen der verkürzten Muskulatur hilft, die Verspannungen zu lösen und wieder mehr Beweglichkeit zu erreichen. Gezielte Übungen zur Stärkung von Brust-, Bauch- und Rückenmuskulatur können bei leichten Skoliosen das Fortschreiten der Verkrümmung aufhalten, sie manchmal sogar vermindern. Neben der Rumpfstärkung ist es sinnvoll, die Körperwahrnehmung zu schulen - ein bekanntes Verfahren dazu ist die Skoliose-Therapie nach Schroth, zu der auch das Erlernen eine bestimmte Atemtechnik (Drehwinkelatmung) gehört.

Wichtig ist, die Übungen lange genug beizubehalten, um den Behandlungserfolg abzusichern. Auch begleitend zu einer Behandlung mit Korsett oder nach operativen Maßnahmen sollte unbedingt eine Bewegungstherapie stattfinden.

Ergänzende Maßnahmen

Sind schmerzhafte Verspannungen vorhanden, ist eine Manuelle Therapie hilfreich - eine spezielle Form der Physiotherapie. Durch besondere Griffe und Drucktechniken wird die Muskulatur quer gedehnt und so gelockert.

Bei einer Atemtherapie lernen Betroffene Techniken, um ihre Atemhilfsmuskulatur gut einzusetzen. Dadurch gelingt es, tiefer und besser Luft zu holen und wieder belastbarer zu werden.

Geeignete Sportarten bei Skoliose

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Bogenschießen fördert die Aufrichtung und Stabilität - zugleich hat Fabian Spaß und Erfolgserlebnisse.

Während einer Skoliosetherapie mit Korsett oder implantierten Stäben scheiden viele Sportarten aus, weil die Beweglichkeit des Rumpfes eingeschränkt ist oder weil die Hilfsmittel brechen könnten. Als Ausgleich und zum Erhalt der allgemeine Grundfitness darf Sport aber nicht ganz fehlen. Geeignet sind beispielsweise Schwimmen (besonders Rückenschwimmen), Radfahren, Nordic Walking, therapeutisches Reiten und Bogenschießen. Gerade das Spannen des Bogens benötigt Kraft und stärkt so die  Muskulatur. Durch die Zugbewegung wird der Brustkorb geweitet und gedehnt. Außerdem ist bei dieser Sportart ein fester und sicherer Stand entscheidend. Bogenschießen trainiert zugleich die Stabilität und die Körperaufrichtung.

Auch aufrichtende oder dehnende Übungen aus dem Yoga und Pilates sind für Skoliotiker empfehlenswert.

Dieses Thema im Programm:

Die Bewegungs-Docs | 28.10.2019 | 21:00 Uhr

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