Stand: 07.01.2019 12:28 Uhr

Arthrose in den Fingergelenken: Was hilft?

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Wenn die Hand schmerzt, kann Arthrose die Ursache sein.

Typische Symptome bei der Fingergelenks-Arthrose sind belastungsabhängige Schmerzen, steife, "knirschende" und verformte Gelenke. In der Regel sind mehrere Finger und verschiedene Gelenke betroffen. Oft verursachen nur einzelne Finger starke Schmerzen. Funktionieren Bewegungen wie Pinzettengriff, Zangengriff und das Ballen der Faust nicht mehr richtig, beeinträchtigt das den Alltag enorm.

Die Gäste der NDR Info Redezeit.

Was hilft bei Arthrose in der Hand?

NDR Info - Redezeit -

Lässt sich Arthrose in den Händen aufhalten? Was sind die Ursachen? Experten haben in der Redezeit Hörerfragen beantwortet. Die Sendung als Videomitschnitt.

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Hände

Arthrose in Fingern und Handgelenk: Was hilft?

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Arthrose in den Fingern und Handgelenken ist äußerst schmerzhaft. Nicht nur ältere Menschen sind betroffen. Welche Therapien helfen? Und welche Ernährung ist ratsam?

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So entsteht Arthrose im Fingergelenk

Bei Arthrose an den Fingergelenken wird die Knorpelschicht dünn. Bei einigen Menschen altert der Knorpel - vermutlich genetisch oder hormonell bedingt - schneller als bei anderen. Risse in der Knorpeloberfläche und abgeriebene Knorpelteilchen reizen die Gelenkinnenhaut und führen so zu schmerzhaften Entzündungsreaktionen. Schließlich reibt Knochen auf Knochen - und das tut extrem weh. Den fehlenden Knorpel versucht der Körper auszugleichen, indem neuer Knochen wächst. Dadurch wird das Gelenk knotig und der Finger immer unbeweglicher.

Im Gespräch
03:48
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Arthrose in Fingern und Hand behandeln

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Welche Therapien helfen gegen Arthrose in Hand und Fingern? Wann lässt sich eine Operation nicht mehr vermeiden? Handchirurg Dr. Marc Philipp Muhl informiert. Video (03:48 min)

So funktioniert der Gelenkknorpel

Der elastische Knorpel überzieht die Gelenkflächen. Er dient als Polster und "Stoßdämpfer" und schützt die schmerzempfindliche Knochenhaut. Der Gelenkknorpel besteht zu 70 Prozent aus Wasser. Er hat keine Blutgefäße. Die Versorgung mit Nährstoffen findet ausschließlich über die Gelenkflüssigkeit statt. Der regelmäßige Wechsel von Be- und Entlastung sorgt dafür, dass die Nährstoffe im Gelenk verteilt werden und gut in den Knorpel eindringen können. Daher ist regelmäßige Bewegung Voraussetzung für einen gesunden Knorpel.

Primäre und sekundäre Arthrose

Obwohl zunehmendes Alter als Risikofaktor für die Arthrose gilt, sind nicht nur alte Menschen von der schmerzhaften Gelenkerkrankung betroffen. Bei der Entstehung spielen zahlreiche andere Faktoren eine Rolle. Grundsätzlich werden zwei verschiedene Formen der Arthrose unterschieden:

  • Die primäre Arthrose wird auf ein minderwertiges Knorpelgewebe zurückgeführt. Die Ursachen dafür sind eine erbliche Veranlagung oder Durchblutungsstörungen bei hormonellen Fehlfunktionen.
  • Die sekundäre Arthrose entsteht durch mechanische Überbelastung beispielsweise bei angeborenen Fehlstellungen oder als Komplikation nach Knochenbrüchen mit Gelenkbeteiligung und entzündlichen Veränderungen. Sie kann aber auch die Folge von Stoffwechselerkrankungen wie Gicht und Diabetes sein.

So verläuft Arthrose an den Fingern

Die Beschwerden beginnen in der Regel an Zeige- und Mittelfinger. Typischerweise bilden sich dort kleine Knötchen und Gelenkverformungen. Dabei sind insbesondere die kleinen Endgelenke der Finger betroffen. Sie unterliegen einer viel größeren Belastung als oft angenommen. Die Druckbelastung, die pro Quadratmillimeter auf den Gelenkknorpel einwirkt, ist etwa genauso hoch wie im Hüft- oder Kniegelenk. Dabei ist die Knorpelschicht in den Fingergelenken dünner.

Alltägliche Bewegungen und Tätigkeiten wie Schreiben, das Zuknöpfen von Blusen und Jacken, das Drehen des Türschlüssels oder das Aufheben von Geldmünzen sind dann mit plötzlichen, stechenden Schmerzen und Bewegungseinschränkungen verbunden. Die Erkrankung kann auch im Daumengrundgelenk oder im Bereich der Handwurzelgelenke auftreten.

Arthrose behandeln

Eine Heilung der Arthrose ist nicht möglich.

  • Schmerzmittel und entzündungshemmende Medikamente können die Erkrankung nicht aufhalten, aber die Beschwerden lindern. Wegen ihrer Nebenwirkungen sollten sie nur kurzfristig eingesetzt werden.
  • Eine physikalische Therapie kann die Beweglichkeit der Gelenke erhalten.
  • Oft können Naturheilmittel, zum Beispiel Gewürze, die Beschwerden lindern.
  • Wärmeanwendungen wie Moor- und Paraffinbäder fördern den Stoffwechsel, lösen verkrampfte Muskulatur und lindern Schmerzen. Bei akuter Entzündung helfen oft Eispackungen.
  • Muskeldehnungen und Fingerübungen erhöhen die Beweglichkeit der Finger und sorgen für einen Austausch der Gelenkflüssigkeit, sodass Entzündungsstoffe abtransportiert werden.
  • Linderung bringen auch sogenannte Traktions- und Kompressions-Behandlungen, bei denen die Gelenke durch Zug entlastet werden.

Arthrose an der Hand operieren

Bringt die konservative Therapie keine Linderung, kann die Arthrose mit einer Operation behandelt werden:

  • Sind die Endgelenke der Finger betroffen und verformt, führen Chirurgen meist eine Versteifung der Gelenke in Beugestellung (fünf bis zehn Grad) durch. So können die Betroffenen eine Faust machen und greifen.
  • Beim Mittelgelenk der Finger werden anstelle des Gelenks Platzhalter aus Silikon (Spacer) eingesetzt. Sie ermöglichen eine Beweglichkeit des Fingers nach oben und unten, allerdings sind sie seitlich nicht mehr so stabil. Bei körperlich schwer arbeitenden Menschen wird das Gelenk meist in einer Beugestellung von 30 bis 40 Grad versteift.
  • Am Sattelgelenk des Daumens genügt es meist, einen der acht Handwurzelknochen, den großen Vieleckknochen, zu entfernen, um das schmerzhafte Reiben von Knochen auf Knochen auszuschalten. Wenn nötig, fixieren Handchirurgen den ersten Daumenknochen mit einem Sehnenstreifen, um ihn in der richtigen Position zu halten. Ist aufgrund einer Bandverletzung am Handgelenk keine ausreichende Stabilität gegeben, lässt sich das Daumengrundgelenk auch durch eine kleine Prothese ersetzen.
  • Das Handgelenk kann durch ein künstliches Gelenk ersetzt oder aber versteift werden. Bei der Versteifung (Arthrodese) werden die Knochen des Handgelenks vollständig oder teilweise fest miteinander verschraubt. Dadurch verliert das Handgelenk einen Teil seiner Beweglichkeit, doch die Hand ist in der Regel wieder schmerzfrei und kann deutlich besser und kraftvoller genutzt werden.

Operation nur als letztes Mittel sinnvoll

Nicht jeder Betroffene benutzt seine Finger auf gleiche Art und Weise: Bei einigen Erkrankten kommt es eher auf die Linderung oder Beseitigung der Schmerzen an, bei anderen auf die Erhaltung der Beweglichkeit und Kraft, um etwa einen Beruf oder ein Hobby weiter ausüben zu können. Nur wenn andere Therapien nicht ausreichen, kommt bei einer Arthrose der Fingergelenke die Handchirurgie zum Einsatz.

Ernährung: Vitamine, Ballaststoffe, Öle und wenig Fleisch

Eine fleischarme Mischkost mit viel Obst, Gemüse und pflanzlichen Ölen versorgt den Knorpel mit allen notwendigen Nährstoffen und führt auch zu einer Normalisierung des Körpergewichts, sodass die Gelenke weniger belastet werden. Empfohlen wird eine ausgewogene, vitamin- und ballaststoffreiche Ernährung: Omega-3-Fettsäuren in Fisch und pflanzlichen Ölen haben eine entzündungshemmende Wirkung und eignen sich daher gut für den Ernährungsplan bei Arthrose. Ungünstig sind Fleisch und Wurstwaren sowie tierische Fette. Sie führen dazu, dass sich im Körper die entzündungsfördernde Arachidonsäure bildet.

Übungen bei Hand- und Fingergelenkarthrose

Mit den folgenden Übungen lässt sich die Kraft und Beweglichkeit der Gelenke trainieren. Am besten jede Übung dreimal wiederholen:

  • Unterarme mit der Handfläche nach unten auf eine Tischplatte legen, Hände für einige Sekunden anheben und wieder ablegen, dabei bleiben die Unterarme liegen.
  • Unterarme mit der Handfläche nach unten auf eine Tischplatte legen. Finger einzeln nacheinander zu einer Faust zusammenrollen, beginnend mit den Fingerspitzen und ohne Kraft auszuüben. Die Faust einige Sekunden halten, dann die Finger langsam wieder ausrollen.
  • Neben einen Tisch setzen, den Unterarm auf die Tischplatte legen und die Hand über den Rand hängen lassen. Eine lockere Faust machen und die Hand heben. Einige Sekunden halten, dann mit der anderen Hand wiederholen.
  • Hände mit der Handfläche nach oben auf eine Tischplatte legen. Mit der Daumenspitze nacheinander die Spitzen der anderen Finger berühren, ohne Kraft aufzuwenden.
  • Ellenbogen auf einer Tischplatte aufstützen und die Handflächen gegeneinander drücken. Ellenbogen dabei möglichst weit auseinanderschieben.

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Experten zum Thema

Dr. Marc Philipp Muhl, Chefarzt
Klinik für Hand-, Fuß- und Mikrochirurgie
Regio Klinikum Elmshorn
Agnes-Karll-Allee 17
25337 Elmshorn
www.regiokliniken.de

Dr. Paul Preisser, Chefarzt
Klinik für Handchirurgie
Agaplesion Diakonieklinikum Hamburg
Hohe Weide 17
20259 Hamburg
(040) 790 20 24 01
www.d-k-h.de

Weitere Informationen
Deutsche Rheuma-Liga Bundesverband e. V.
Maximilianstraße 14
53111 Bonn
(0228) 76 60 60
www.rheuma-liga.de

Deutsche Arthrose-Hilfe e. V.
Postfach 11 05 51
60040 Frankfurt/Main
(06831) 94 66 77
www.arthrose.de

Dieses Thema im Programm:

Visite | 08.01.2019 | 20:15 Uhr

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