Stand: 02.02.2018 08:55 Uhr

Gicht erkennen und behandeln

Plötzlicher Schmerz im Gelenk, scharf wie Tausend Nadelstiche - so äußert sich ein Gichtanfall. Häufig fängt es in den Zehen an, aber auch Knie- oder Fingergelenke können betroffen sein. Schon die kleinste Berührung, zum Beispiel durch eine Daunendecke, wird für Betroffene zur Tortur. Bei Männern tritt der erste Anfall oft um das 40. Lebensjahr herum auf. Frauen trifft es eher erst nach der Menopause - das weibliche Geschlechtshormon Östrogen schützt vor dieser chronischen Stoffwechselstörung.

Die Ernährungs-Doc Anne Fleck steht mit Patient Frederic D. in der Hausboot-Küche und zeichnet etwas auf. © NDR

Gicht: Über Ernährung den Harnsäurewert steuern

Die Ernährungs-Docs -

Mitten in der Nacht hat Frederic D. starken Schmerzen im Fuß. Es ist Gicht. Das verschriebene Medikament wirkt, ist aber keine Dauerlösung. Welche Möglichkeiten bietet eine Ernährungsumstellung?

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Ursache

Gicht (Arthritis urica) ist die Bezeichnung für eine Reihe verschiedener Stoffwechselstörungen und deren Folgeerkrankungen. Die genetische Veranlagung dazu wird vererbt, für einen Ausbruch müssen allerdings verschiedene Bedingungen zusammenkommen. Wohlstandsbedingt ist Gicht heute eine Volkskrankheit. Früher hieß sie "die Krankheit der Könige", denn Übergewicht und eine fettreiche, opulente Ernährungsweise fördern den Ausbruch erheblich. Das Risiko steigt dann drastisch. Riskant sind insbesondere auch ein erhöhter Konsum von Fruchtzucker (zum Beispiel in Säften, Fertigprodukten), Fleisch mit Bratenkruste oder Fisch samt Haut wie Sprotten, Sardinen und Co.

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Das passiert bei Gicht

Harnsäure entsteht beim Abbau von Purinen. Ist zu viel Harnsäure im Körper, bilden sich Kristalle, die sich in den Gelenken ablagern. Die Folge sind Entzündungen und Schmerzen. Bildergalerie

Bei Gicht ist meist die Ausscheidungsfunktion der Nieren beeinträchtigt und/oder der Harnsäure-Stoffwechsel im Körper gestört. Bis zu 30 Prozent aller Männer haben erhöhte Harnsäurewerte (Hyperurikämie), aber nur um die fünf Prozent aller Frauen.

Harnsäure entsteht beim Stoffwechsel aus Purinen. Da Purine in den Zellkernen vorkommen, sind besonders Lebensmittel, die viele Zellen enthalten, purinreich. Kurz gesagt befinden sich Purine im Eiweißanteil der Nahrung, denn Zellen liefern zugleich Proteine.

Normalerweise entfernt unser Körper überschüssige Harnsäure über die Nieren und den Darm. Bildet der Körper zu viel Harnsäure oder scheidet zu wenig aus, dann erhöht sich die Konzentration im Blut, Kristalle lagern sich in den Gelenken ab. Zu reichhaltiges Essen oder übermäßiger Alkoholkonsum kann dann einen Gichtanfall auslösen. Ein erhöhter Harnsäurespiegel fördert darüber hinaus die Arterienverkalkung und erhöht damit das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Unbehandelt kann Gicht zu Deformierungen und verminderter Gebrauchsfähigkeit der betroffenen Gelenke führen.

Symptome

Äußerlich sichtbare Anzeichen eines erhöhten Harnsäurespiegels können Veränderungen an den Gelenken sein. Auch in der Haut kommt es manchmal zu Kristallansammlungen, die als weißliche Knoten sichtbar werden. Oft macht sich Gicht aber wie aus heiterem Himmel durch furchtbare Gelenkschmerzen bemerkbar. Solche Gichtanfälle treten häufig am großen Zeh auf, aber auch in den Knien oder Fingern. Der Schmerz fühlt sich an, als ob kleine Scherbenbrösel im Gelenk knirschen. Rötung, Schwellung und teils Fieber kommen hinzu.

Dieses Thema im Programm:

Die Ernährungs-Docs | 05.02.2018 | 21:00 Uhr

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Dieser Artikel wurde ausgedruckt unter der Adresse: https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Gicht-erkennen-und-behandeln,gicht102.html

Ernährungs-Therapie

Ernährung bei Gicht

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Lecker, leicht zu kochen und purinarm: Diese Gerichte sind günstig für Menschen, die an Gicht leiden. mehr

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Purinarm essen: Die wichtigsten Fakten und Lebensmittelempfehlungen auf einen Blick. Download (44 KB)

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