Stand: 13.01.2020 14:24 Uhr  - Visite

Alkoholverzicht: Wie sich die Organe erholen

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Wer auf Alkohol verzichtet, tut seinem Körper etwas Gutes.

Einen Monat auf Alkohol verzichten - das nehmen sich viele Menschen zum Jahreswechsel vor. Vor allem in Großbritannien ist der gute Vorsatz beliebt: Rund vier Millionen Briten machen mit. Was ein vierwöchiger Alkoholverzicht bringt, haben Forscher der Universität Sussex untersucht. Die Teilnehmer der Studie gaben an, dass sie besser schliefen, mehr Energie hätten, Gewicht verloren und sich der Zustand ihrer Haut verbessert hätte.

Die Erfahrungen sind leicht zu erklären: Alkohol hat nicht nur viele Kalorien, er kurbelt auch den Appetit an und verschlechtert den Fettstoffwechsel. Da Alkohol ein Gift ist, das viele Organe und Funktionen des Körpers belastet, führt eine Abstinenz zu einem gesünderen, fitteren Körper. Denn viele Organe können sich über kurz oder lang wieder regenerieren.

Alkoholverzicht: Wie sich die Organe erholen

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Von einem Alkoholverzicht profitieren Organe wie Magen, Herz und Leber nach nur einem Monat. Was bringt die Abstinenz beim Abnehmen? Und wie viel Alkohol ist unbedenklich?

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Wie Organe vom Alkoholverzicht profitieren

Diese Auswirkungen hat Alkoholverzicht von nur einem Monat auf unterschiedliche Organe:

  • Im Magen regt Alkohol die Bildung von Magensäure an. Passiert das ständig, entzündet sich die Magenschleimhaut. Doch selbst nach einem langen und regelmäßigen Alkoholkonsum erholt sich der Magen bereits bei einer Abstinenz von ein bis zwei Monaten.

  • Auch das Herz profitiert vom Alkoholverzicht. Eine Untersuchung mit 3.000 Biertrinkern hat gezeigt, dass ab 0,8 Promille Alkohol im Blut jeder Dritte Herzrhythmusstörungen bekommt und jeder Vierte unter Herzrasen leidet. Doch schon nach einer Erholungszeit von einem halben Tag normalisiert sich der Herzschlag wieder. Gerade Menschen, die zu Herzrhythmusstörungen neigen, profitieren von einem alkoholfreien Monat: Das Herz kann wieder in den richtigen Takt kommen und auch der Wasserhaushalt normalisiert sich. Die Betroffenen fühlen sich insgesamt fitter.

  • Am meisten profitiert die Leber von einem einmonatigen Alkoholverzicht. Sie leidet am meisten unter zu viel Alkohol, weil sie für die Entgiftung des Körpers und die Energieverteilung zuständig ist. Wenn sie aber ständig Alkohol abbauen muss, lagert sie ihn in Form von Fett ein und wird zu einer sogenannten Fettleber. Die kann bis auf das Doppelte der normalen Größe anwachsen und führt häufig zu Diabetes und Übergewicht. Doch eine Fettleber kann sich auch wieder zurückbilden. Schon nach einem Monat lässt sich diese Entwicklung gut an den Leberwerten im Blut erkennen.

Genussvolle Abstinenz: Cocktails ohne Alkohol

Bereits eine relativ kurze Zeit von einem Monat ohne Alkohol ist eine Wohltat für den Körper - und die Auswirkungen sind deutlich zu spüren. Viele trinken auch nach der Abstinenz weniger als sonst. Wer keinen Alkohol trinkt, muss deshalb nicht auf leckere Getränke verzichten - es gibt zum Beispiel viele alkoholfreie Cocktails.

Wie viel Alkohol ist unbedenklich?

Viele Menschen schätzen die "normalen", also gesundheitlich unbedenklichen Grenzen des Alkoholgenusses falsch ein:

  • Ärzte empfehlen für Frauen nicht mehr als 12 Gramm reinen Alkohol pro Tag - und das an maximal fünf Tagen pro Woche. Das entspricht pro Tag 100 Milliliter Wein oder einem kleinen Bier.

  • Für Männer ist die Grenze etwa doppelt so hoch, also pro Tag maximal 200 Milliliter Wein oder zwei kleine Gläser Bier.

Wer mehrere Tage in der Woche überhaupt keinen Alkohol zu sich nimmt und am Wochenende zum Essen oder mit Freunden zwei bis drei Gläser Bier oder Wein trinkt, muss sich in der Regel keine Sorgen machen. Wer aber bereits nervös wird, wenn er auf sein Feierabendbier verzichten soll, sollte seinen Alkoholkonsum ernsthaft überdenken.

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Experten zum Thema

Prof. Dr. Prof. h.c. (VRC) Helmut K. Seitz, Direktor
Alkoholforschungszentrum Universität Heidelberg
Ehem. Präsident der Europäischen Gesellschaft für Alkoholforschung
Chefarzt der Medizinischen Klinik
Krankenhaus Salem
Zeppelinstraße 11-33
69121 Heidelberg
www.krankenhaus-salem.de

Dr. Rainer Günther, Oberarzt, Leiter Hepatologie
Klinik für Innere Medizin I
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel
Arnold Heller Straße 3
24105 Kiel
www.uksh.de

Dr. Melanie Hümmelgen, Fachärztin für Innere Medizin und Kardiologie
Leitende Ärztin der Kardiologischen Abteilung und stellv. Ärztliche Direktorin
RehaCentrum Hamburg
Martinistraße 66
20246 Hamburg
(040) 25 30 63-505
www.rehahamburg.de

Dr. Peter Strate, Chefarzt
Klinik für Abhängigkeitserkrankungen
Asklepios Klinik Nord - Standort Ochsenzoll
Langenhorner Chaussee 560
22419 Hamburg
(040) 18 18-87 20 65
www.asklepios.com

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