Stand: 28.01.2018 22:17 Uhr  | Archiv

Neurodermitis erkennen und behandeln

Die Neurodermitis (atopisches Ekzem) gehört heutzutage zu den häufigsten Hauterkrankungen: In Deutschland leiden 3,5 bis 5 Millionen Menschen unter den juckenden Hautrötungen - Tendenz steigend. Die Krankheit ist nicht ansteckend. Sie verläuft typischerweise in Schüben und tritt häufig zusammen mit Lebensmittelunverträglichkeiten auf. Besonders oft zeigt sich Neurodermitis im Säuglings- und Kleinkindalter, etwa jedes achte Vorschulkind ist betroffen. Bei den meisten Kindern verschwinden die Symptome bis zur Pubertät. Von den Erwachsenen leiden nur etwa drei Prozent an Neurodermitis.

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Neurodermitis: Gesünder essen - mit Spaß

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Der fünfjährige Maxime leidet seit Geburt an Neurodermitis. Nun soll er ungeliebtes Gemüse essen und dafür Süßigkeiten weglassen. Ob die Tricks der Ernährungs-Docs funktionieren? Video (14:13 min)

Ursache

Formen der Neurodermitis

Milchschorf: gelblich-weiße Krusten, die gemeinsam mit nässenden Ekzemen auftreten und sich über größere Flächen besonders an Wangen und behaarter Kopfhaut ausdehnen können. Milchschorf tritt meist bei Säuglingen auf.
Beugenekzeme: Rötungen (im Kindes- und Jugendalter) und Flechtenbildungen (im Laufe der Jahre) an Kniekehle, Ellenbogen, Händen, Hals und Nacken.
Prurigo nodularis (lat. "von Knoten ausgehender Juckreiz"): am ganzen Körper auftretende, stark zerkratzte Knoten (meist bei Erwachsenen).

Durch eine vermutlich erblich bedingte Störung des Immunsystems reagieren Haut und Schleimhäute überempfindlich. Der Körper hält harmlose Stoffe wie Hausstaub, Pollen oder bestimmte Lebensmittel für gefährliche Fremdkörper und reagiert auf sie mit einer Entzündung: Er produziert übermäßig viel Immunglobulin E (IgE). Der aktiviert sogenannte Mastzellen in der Haut, vermehrt Histamine auszuschütten. Die verstärken die Entzündung und verursachen den charakteristischen Juckreiz. Zugleich bringen sie die Barrierefunktion der Haut durcheinander: Sie produziert zu wenig Talg und zu wenig Schweiß, der Säureschutzmantel leidet. Die Trockenheit der Haut erleichtert Bakterien und Viren das Eindringen - und dies fördert wiederum Entzündungen.

Bestimmte Auslöser, auch Schlüsselreize oder "Trigger" genannt, führen zum Ausbruch oder der Verschlechterung der Krankheit. Dazu zählen:

  • psychische Faktoren (Stress, Konflikte, Langeweile)
  • Umweltfaktoren (Pollen, Hausstaub, Chemikalien)
  • Ernährung (bestimmte Lebensmittel, Zusatzstoffe)
  • Klimafaktoren (überheizte Luft, Kälte, Schwüle),
  • mechanische Hautirritationen (Kratzen, zu enge, reibende Kleidung)
  • Tierhaare (Katze, Meerschweinchen, Hamster, Pferd) und Federn
  • Infekte

Symptome

Neurodermitis äußert sich durch eine trockene, raue und rissige Hautoberfläche, die häufig schuppt. Man unterscheidet zwei Stadien der Krankheit: Im akuten Entzündungsstadium ist die Haut angeschwollen, tiefrot, nässt und bildet stark juckende Bläschen. Im chronischen Stadium schuppt die Haut, hat ein vergröbertes Oberflächenrelief (Lichenifikation), ist gerötet und auch teils geschwollen. Außerdem juckt sie - Betroffene kratzen sich nicht selten blutig. Immerhin jucken blutende Stellen nicht mehr, weil dort kein Histamin mehr ausgeschüttet wird.

Dieses Thema im Programm:

Die Ernährungs-Docs | 29.01.2018 | 21:00 Uhr

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