Säulen stehen vor dem Eingang des Niedersächsischen Landtags. © NDR Foto: Julius Matuschik

Verbände in Niedersachsen loben Klima-Pläne der Ampel

Stand: 25.11.2021 12:26 Uhr

Der im Koalitionsvertrag der Ampel-Parteien vereinbarte Ökostrom-Ausbau kommt bei Verbänden in Niedersachsen gut an. Auch Politiker von SPD, Grünen und FDP loben die Pläne. Kritik kommt von der CDU.

Als Windenergieland Nummer eins könne Niedersachsen sehr vom verstärkten Ausbau der erneuerbaren Energien profitieren, sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete Matthias Miersch, der selbst am Koalitionsvertrag mitverhandelt hat. Gut findet Miersch vor allem, dass Kommunen jetzt von Windenergieanlagen und größeren Freiflächen-Solaranlagen finanziell profitieren können. Das sehen auch die Grünen so.

Windenergie-Branche begrüßt Ökostrom-Ausbau

Der Landesverband Erneuerbare Energien Niedersachsen gibt dem Koalitionsvertrag die Schulnote 1 bis 2. 80 Prozent grüner Strom im Jahr 2030 - das sei "super". Das Ziel sei aber nur zu erreichen, wenn jetzt schnell gehandelt werde: Es müssten zügig mehr Windräder gebaut und alte Turbinen durch leistungsstärkere ersetzt werden. Der Verband hofft, dass das trotz des aktuell herrschenden Fachkräftemangels möglich ist.

NABU: Koalitionsvertrag in punkto Artenschutz enttäuschend

Auch der Naturschutzbund (NABU) in Niedersachsen begrüßt den Ausbau der Erneuerbaren Energien. Der NABU fürchtet aber auch, dass Tiere und Pflanzen die Verlierer sein könnten, etwa wenn neue Stromtrassen oder Windräder entstehen. In punkto Artenschutz sei der Koalitionsvertrag enttäuschend, sagte NABU-Landeschef Holger Buschmann.

Grüne verweisen auf Signale für Landwirtschaft

Die niedersächsische Bundestagsabgeordnete der Grünen, Filiz Polat, verweist unterdessen auf Signale für die niedersächsische Landwirtschaft. Denn jetzt könne eine nachhaltige Landwirtschaft und das artgerechte Halten von Tieren in Einklang gebracht werden. Das Ziel bis 2030 sei, 30 Prozent ökologische Anbaufläche zu haben.

Wohlfahrtsverband lobt höheren Mindestlohn

Der niedersächsische Bundestagsabgeordnete Christian Dürr, der für die FDP mitverhandelt hat, freut sich, dass Betriebe und private Haushalte finanziell nicht zusätzlich belastet werden. Das sei vor allem für den Mittelstand und kleine Betriebe in der Automobilindustrie und Landwirtschaft wichtig. Der Paritätische Wohlfahrtsverband in Niedersachsen begrüßt den Plan der Ampel, den Mindestlohn auf 12 Euro anzuheben und die Eigenanteile fürs Seniorenheim zu begrenzen. Die Diakonie findet es gut, dass die künftige Bundesregierung mehr gegen Kinderarmut unternehmen will.

CDU vermisst solide Finanzpläne

Kritik am Koalitionsvertrag kommt dagegen von der niedersächsischen CDU. Landeschef Bernd Althusmann vermisst solide Finanzpläne. Auch Antworten auf die Fragen der Menschen im ländlichen Raum suche man vergebens. Althusmann befürchtet, dass nun viele notwendige Aus- und Neubauten von Bundesstraßen und Autobahnen nicht mehr realisiert werden könnten. 

 

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Norbert Walter-Borjans, Bundesvorsitzender der SPD (l-r), Annalena Baerbock, Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Robert Habeck, Bundesvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen, Olaf Scholz, SPD-Kanzlerkandidat und geschäftsführender Bundesfinanzminister und Christian Lindner, Parteivorsitzender der FDP, auf dem Weg zur Pressekonferenz.  Foto: Kay Nietfeld

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 25.11.2021 | 13:00 Uhr

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