Eine Gesichtsmaske liegt auf Geldscheinen © picture alliance/ZB/Z6944/Sascha Steinach Foto: Sascha Steinach

Studie: Jede zweite Kommune in Niedersachsen erhöht Abgaben

Stand: 21.01.2021 12:22 Uhr

Wegen der Corona-Krise sehen sich viele Städte und Gemeinden in Niedersachsen gezwungen, Gebühren und Steuern zu erhöhen. Das ist das Ergebnis einer Studie.

Wie das Beratungsunternehmen EY mitteilte, werden vor allem die Müllabfuhr, die Straßenreinigung, die Wasserversorgung und die Parkgebühren teurer. Etwa jede neunte Kommune hat zudem Leistungen wie den Betrieb von Schwimmbädern oder die Straßenbeleuchtung reduziert. Für die Studie wurden den Angaben zufolge 46 der 92 Städte und Gemeinden in Niedersachsen mit mehr als 20.000 Einwohnern befragt.

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Jede zweite Kommune rechnet mit Haushaltsdefizit

Laut EY erwarten 46 Prozent der Kommunen für 2020 ein Haushaltsdefizit, mit einem Überschuss rechnet nur jede neunte (11 Prozent). Im Jahr 2019 sah die Lage noch deutlich besser aus: Damals verbuchten 61 Prozent der Städte und Gemeinden ein Plus und nur 11 Prozent ein Minus. Auch für 2021 rechnet die Mehrheit der Kommunen weiter mit Einnahmen unter dem Vorkrisenniveau.

NSGB: Weniger Einnahmen, höhere Gebühren

Der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund (NSGB) bestätigte die Entwicklung. Es sei keine Frage, dass viele Kommunen aufgrund der wegen der Corona-Krise gesunkenen Einnahmen Gebühren erhöhen müssten, sagte ein Sprecher gegenüber NDR.de. Eigene aktuelle Zahlen habe der NSGB dazu aber noch nicht vorliegen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 19.01.2021 | 15:00 Uhr

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