Stand: 19.08.2019 16:20 Uhr

SPD-Vorsitz: Pistorius würde Ministeramt aufgeben

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) würde sein Amt in der Landesregierung aufgeben, sollte er zum SPD-Vorsitzenden gewählt werden. "Beides geht nach meiner Überzeugung nicht", sagte Pistorius am Montag. Aus Respekt vor beiden Ämtern müsse er sich für eins entscheiden und würde dann "schweren Herzens" seinen Posten als Innenminister räumen.

Offizielle Nominierung von SPD Osnabrück

Der niedersächsische Politiker, der wegen einer Reihe von Sicherheitspannen in der Kritik steht, hatte am Sonntag offiziell seine Kandidaturum das SPD-Spitzenamt gemeinsam mit der sächsischen Integrationsministerin Petra Köpping bekannt gegeben. Am Montag wurden beide von der SPD Osnabrück, Pistorius' Heimatverband, offiziell für den Parteivorsitz nominiert. Pistorius war von 2006 bis 2013 Oberbürgermeister der Stadt.

Leidet das Amt als Innenminister?

Keine Auswirkungen erwartet der 59-Jährige während der Zeit bis zur Wahl auf seine Arbeit als Innenminister. Die aufwendige Deutschland-Tour mit 23 Regionalkonferenzen sei mit der Arbeit als Minister problemlos vereinbar. "Es hat Ministerpräsidenten gegeben, die als Bundeskanzler kandidiert haben, es gibt Bundesminister, die Bundestagswahlkämpfe machen über Monate. Das wird ohne weiteres möglich sein", sagte Pistorius. Die neue Parteispitze soll im Dezember auf einem Parteitag bestimmt werden.

Weil am Donnerstagabend informiert

Zu Berichten, sein Verhältnis zu Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sei aufgrund der Bewerbung belastet, sagte Pistorius, sein Entschluss sei in den vergangenen zweieinhalb Wochen gereift. Darüber habe er Weil auch informiert. "Am Donnerstagabend habe ich dann mit ihm darüber gesprochen, dass ich am Sonntag in die Pressekonferenz gehe und das war dann auch okay." Weil hatte die Doppelbewerbung als "ernstzunehmendes und auch aussichtsreiches Angebot" bezeichnet. In einem Interview mit dem Deutschlandfunk hatte Weil am Wochenende allerdings auch das Auswahlverfahren für den SPD-Vorsitz kritisiert. "Optimal ist das ganz bestimmt nicht, was wir gerade erleben", sagte Weil. Das gesamte Verfahren führe dazu, dass die Partei-Mitglieder verunsichert sind, sagte Weil.

Weitere Informationen

Pistorius will mehr Sicherheit im Cyberspace

Mit einer Info-Kampagne will der niedersächsische Innenminister Pistorius für mehr Cyber-Sicherheit werben. In den größeren Städten können sich Bürger Tipps von IT-Experten holen. mehr

SPD-Vorsitz: Pistorius und Köpping für Basisnähe

In Leipzig haben sich Niedersachsens Innenminister Pistorius und die sächsische Integrationsministerin Köpping als Duo für den SPD-Vorsitz präsentiert. Sie setzen auf Nähe zur Basis. (18.08.2019) mehr

SPD-Vorsitz: Weil kritisiert Auswahlverfahren

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat das Auswahlverfahren für den SPD-Bundesvorsitz kritisiert. Das Verfahren verunsichere die Partei-Mitglieder. (17.08.2019) mehr

Neue Polizei-Panne: Maschinenpistole verschwunden

Erneute Panne bei den Sicherheitsbehörden: Bei der Polizei in Celle wird seit März eine Maschinenpistole vermisst. Das hat Innenminister Pistorius am Donnerstag öffentlich gemacht. (08.08.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR//Aktuell | 19.08.2019 | 14:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

04:42
Hallo Niedersachsen
02:01
Hallo Niedersachsen
03:13
Hallo Niedersachsen