Gerhard Wegner, neuer niedersächsischer Antisemitismusbeauftragter, steht im Landtag. © Moritz Frankenberg/dpa Foto: Moritz Frankenberg

Gerhard Wegner wird neuer Antisemitismus-Beauftragter

Stand: 17.01.2023 20:01 Uhr

Der Theologe Gerhard Wegner wird neuer Antisemitismusbeauftragter in Niedersachsen. Er folgt auf Franz Rainer Enste, der das Amt rund drei Jahre inne hatte.

Wie die Staatskanzlei in Hannover mitteilte, hat das Landeskabinett Wegner zum neuen Landesbeauftragten berufen. Er tritt sein Amt zum 1. Februar an. Anlässlich seiner Berufung sagte der 69-Jährige, die Zahl antisemitischer Straftaten in Deutschland sei zuletzt wieder angestiegen. Auch antisemitische Verschwörungserzählungen breiteten sich aus. "Für mich folgt daraus, dass der Kampf gegen Hass und Antisemitismus und der Schutz jüdischen Lebens weiter verstärkt werden muss", so Wegner.

Amt des Antisemitismusbeauftragten gibt es seit 2019

Der Antisemitismusbeauftragte ist Ansprechpartner für jüdische Verbände und Menschen jüdischen Glaubens in Niedersachsen. Zu seinen Aufgaben gehört, jährlich einen Bericht über judenfeindliche Vorfälle und Maßnahmen zu deren Bekämpfung zu erstellen. Die frühere Landesregierung hatte das Ehrenamt vor etwas mehr als drei Jahren geschaffen.

Justizministerin Wahlmann begrüßt Ernennung Wegners

Gerhard Wegner war von 2004 bis 2019 Direktor des Sozialwissenschaftlichen Instituts der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Er stehe für gesellschaftlichen Dialog und ein friedliches Zusammenleben, sagte die niedersächsische Justizministerin Kathrin Wahlmann (SPD). Wegner frage sich stets, "was uns als Gesellschaft zusammenhalten kann". Er trete als Mittler zwischen den Religionen auf und setze sich gegen den Hass und für das Miteinander ein. "Deswegen ist er genau der Richtige für diese wichtige Aufgabe."

Weitere Informationen
Niedersachsens Antisemitismusbeauftragter Franz Rainer Enste steht am Holocaust-Mahnmal am Opernplatz in Hannover. © Julian Stratenschulte/dpa Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Niedersachsens Antisemitismus-Beauftragter gibt sein Amt auf

Franz Rainer Enste bekleidete die Stelle rund drei Jahre. Niedersachsens Justizministerin bedauert seine Entscheidung. mehr

Ermittler der Polizei suchen nach Spuren unterhalb eines beschädigten Bleiglasfenster an der Synagoge der Jüdischen Gemeinde Hannover nachdem dort am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur ein Fenster eingeworfen wurde. © Julian Stratenschulte/dpa Foto: Julian Stratenschulte

Synagoge in Hannover soll besser gesichert werden

Dies war bereits geplant, bevor am Mittwoch ein Fenster zerbrach. Die Hintergründe des Vorfalls sind weiter unklar. mehr

Eine Holocaust-Mahnmal-Steintafel mit Namen und einem Judenstern. © dpa-Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte

Antisemitismus hat in Niedersachsen wieder zugenommen

Nach Ansicht des Landesbeauftragten gegen Antisemitismus muss die Aufklärung schon im Kindergarten beginnen. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 17.01.2023 | 12:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

Ein Arzt hält ein Stethoskop hinter seinem Rücken. © picture alliance / HELMUT FOHRINGER / APA / picturedesk.com Foto: HELMUT FOHRINGER

Falsche Ärztin dank Hinweis aus privatem Umfeld aufgeflogen

Die 21-Jährige arbeitete in Kliniken in Meppen und Geestland. Ermittler befragen nun 1.000 potenziell betroffene Patienten. mehr