Stand: 15.03.2019 20:31 Uhr

#FridaysForFuture: Tausende Schüler machen mit

Zahlreiche Schüler haben am Freitag weltweit für Klimaschutz demonstriert. Auch in mehr als 20 niedersächsischen Städten gingen Kinder und Jugendliche bei #FridaysForFuture-Demos auf die Straße. Bei den Veranstaltungen am Vormittag zählte die Polizei in den einzelnen Städten insgesamt mehr als 20.000 Teilnehmer. Die zahlenmäßig größte Einzel-Demonstration gab es in Hannover. Dort lagen die Teilnehmerzahlen deutlich höher als erwartet: Anstelle von etwa 3.000 Demonstranten zogen laut Schätzungen der Polizei etwa 7.000 Teilnehmer durch die Innenstadt, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet.

Hohe Beteiligung in Braunschweig und Lüneburg

Auch in anderen Städten in Niedersachsen war die Beteiligung am internationalen Schülerstreik enorm. Rund 2.000 Menschen machten nach Angaben der Polizei bei den Protesten in Braunschweig mit. Auch in Lüneburg sollen sich der auf dem Marktplatz gestarteten Demo laut NDR 1 Niedersachsen mehr als 1.500 Teilnehmer angeschlossen haben - dreimal so viele, wie die Veranstalter eigentlich erwartet hatten.

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Hallo Niedersachsen

Schüler gehen fürs Klima auf die Straße

15.03.2019 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen

In mehr als 20 Städten in Niedersachsen haben Schüler für mehr Klimaschutz demonstriert. Die größte Veranstaltung fand in Hannover statt, die wohl kleinste auf der Insel Juist. Video (06:57 min)

"Wir sind total begeistert"

Bis zu 1.600 Teilnehmer zählten die Organisatoren der Demo in Göttingen. Dies seien über 1.000 mehr als eigentlich erwartet - und viermal so viele wie der Schnitt bei den bisherigen #FridaysForFuture"-Demonstrationen in Göttingen, sagte Mit-Organisatorin Pauline Gisbert NDR.de. Schon zu Beginn der Kundgebung auf dem Bahnhofsvorplatz um 8 Uhr hätten sich dort etwa 500 Jugendliche und Kinder versammelt. Im Laufe des Vormittags sei der Protestzug dann weiter angewachsen. "Wir sind total begeistert. Es ist alles wunderbar gelaufen", so die 16-jährige Schülerin.

Schüler planen weitere Aktionen in Göttingen

Die Göttinger Schüler wollen den Schwung nutzen: In den kommenden drei Wochen solle es weitere Aktionen im Rahmen der #FridaysForFuture-Bewegung geben, so Gisbert. Neben einer möglichen weiteren Kundgebung vor dem Rathaus zählt die Schülerin dazu auch Flashmobs. Gisbert geht davon aus, dass die künftigen Teilnehmerzahlen den bisherigen Schnitt von etwa 400 übertreffen werden. Am 24. Mai sei zudem eine weitere europaweite Protestaktion der Bewegung geplant. "Ich gehe davon aus, dass wir dann noch mehr sein werden", sagte Gisbert.

Note 6 für für Klimaschutz

In Hannover gaben die Jugendlichen auf Plakaten der Politik die symbolische Note 6 für Klimaschutz, Ethik und Verantwortung. "Es wird nicht genug für den Planeten getan", sagte die 17 Jahre alte Marlena. Die 16-jährige Marie forderte: "Wir müssen jetzt handeln, sonst ist es zu spät." Auch Eltern und Lehrer beteiligten sich.

Eine Schülerin wird auf einer #FridaysForFuture-Demonstration interviewt.

7.000 Klimaschutz-Demonstranten in Hannover

Bei der bislang größten #FridaysForFuture-Demo sind rund 7.000 Schüler durch Hannovers Innenstadt gezogen. Die Bewegung setzt sich für mehr Klimaschutz ein.

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Protest auch auf Juist

Auch in kleineren Städten wie Nordhorn, Gifhorn, Nienburg und Buchholz in der Nordheide gingen Schüler auf die Straße. Proteste gab es auch auf Juist: Auf der kleinen Nordseeinsel demonstrierten am Morgen mehr als 30 Schülerinnen und Schüler vor dem Nationalparkhaus. Danach wollten sie dem stellvertretenden Bürgermeister von Juist einen Forderungskatalog übergeben: Darin verlangen sie unter anderem, dass auf der im Prinzip autofreien Insel die noch verbliebenen und mit einem Verbrennungsmotor ausgestatteten Fahrzeuge der Rettungsdienste und Ärzte künftig nur noch elektrisch betrieben werden sollen.

Schüler protestieren in Niedersachsen

Baumpflanzungen in Jever

Eine besondere Aktion planten die Organisatoren in Jever (Landkreis Friesland): Nach dem Protestzug sollten als Zeichen für mehr Klimaschutz symbolisch sechs Bäume gepflanzt werden. Nach Angaben der Stadt Jever sollen später noch 120 Büsche gepflanzt werden.

Kritik vom Philologenverband

Der Philologenverband Niedersachsen (PHVN) hatte die Demonstrationen während der Unterrichtszeiten scharf kritisiert. Die Umsetzung der Schulpflicht werde auf die Lehrkräfte abgewälzt, während die Politiker auf einer Sympathie-Welle mitsurften, sagte der PHVN-Vorsitzende Horst Audritz am Donnerstag. Es sei bemerkenswert, dass das Thema vom niedersächsischen Kultusministerium bis hin zur Bundeskanzlerin kulant zur Seite gewischt werde.

Zahlreiche Schüler demonstrieren in Göttingen für mehr Klimaschutz. © NDR Foto: Wieland Gabcke

#FridaysForFuture: In Göttingen und weltweit

Die Schülerproteste für besseren Klimaschutz halten an. In Norddeutschland wird am Freitag an über 30 Orten demonstriert. In Göttingen führt erstmals ein Protestzug durch die Innenstadt.

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Kultusministerium begrüßt Engagement

Eine Sprecherin des Kultusministeriums in Niedersachsen hatte im Januar mitgeteilt, dass das Ministerium das Engagement der Schülerinnen und Schüler für den Klimaschutz sehr begrüße. Voraussetzungen für eine Beurlaubung vom Unterricht lägen jedoch nicht vor, hieß es. Dem Grundrecht auf Meinungsfreiheit könne zwar Vorrang vor dem staatlichen Bildungsauftrag eingeräumt werden, in diesem Fall müsse dies aber die jeweilige Schulleitung zuvor erlauben. Eigentlich müsse ein solcher Protest außerhalb der Schulzeit stattfinden, so die Sprecherin von Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD). Dafür plädierte auch der Schulleitungsverband Niedersachsen.

Nur Streik während Schulzeit garantiert Aufmerksamkeit

Jakob zur Heide, Sprecher von #FridaysForFuture in Niedersachsen, verteidigt die Aktionen zur Schulzeit. "Nur durch die Streiks am Freitag konnten wir so viel Aufmerksamkeit erreichen, dass uns nun auch die Politiker zuhören", sagte der 19-jährige Psychologiestudent aus Osnabrück.

Wissenschaftler unterstützen Schüler

Hinter die Bewegung haben sich auch rund 19.000 Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gestellt. Die Anliegen der jungen Menschen seien berechtigt und gut begründet, heißt es in einem Aufruf der Gruppierung "Scientists4Future". Auch die Universität und Hochschule Osnabrück beteiligen sich an der Online-Petition, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet.

Was kann ich im Alltag für Klima und Umwelt tun?

Technik

  • energiesparende Geräte kaufen
  • Standby-Modus bei Geräten ausschalten oder den Stecker ziehen
  • sparsame LED-Leuchten nutzen
  • Fairphone nutzen
Beim Einkaufen
  • eigene Tragetasche beim Einkaufen nutzen
  • unverpackte Produkte kaufen
  • Mehrwegbecher statt Papierbecher benutzen
Zu Hause
  • "Bitte keine Werbung"-Sticker auf den Briefkasten kleben
  • beim Kochen den Deckel auf den Topf legen und nicht zu große Platte nutzen
  • duschen statt baden
  • Wäsche bei maximal 60 Grad waschen
  • Recycling(klo-)papier nutzen
Unterwegs
  • Auf Flugreisen wegen des hohen CO2-Ausstoßes möglichst verzichten
  • Auf Kreuzfahrten wegen des Stickoxid-Ausstoßes möglichst verzichten
  • Autofahrten - vor allem innnerstädtisch - vermeiden
  • Car-Sharing nutzen
  • den öffentlichen Nahverkehr oder das Fahrrad nutzen
Im Garten

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Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 15.03.2019 | 19:30 Uhr

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