Stand: 04.11.2019 21:30 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Armutskonferenz fordert 100.000 neue Sozialwohnungen

Im Kampf gegen steigende Mieten und Wohnungsmangel muss aus Sicht der Landesarmutskonferenz der soziale Wohnungsbau in Niedersachsen massiv ausgeweitet werden. "Der Bestand an Sozialwohnungen muss um mindestens 100.000 angehoben werden", sagte Sprecherin Meike Janßen am Montag beim "alternativen Wohnraumgipfel" in Hannover. Die Menschen fühlten sich durch die hohen Mieten in ihrer Existenz bedroht, so die Armutskonferenz. Sie forderte das Land auf, vorhandene Fördermittel vorrangig an öffentliche Wohnungsunternehmen und Genossenschaften zu vergeben. Ihrer Ansicht nach sollte zudem eine Landeswohnungsbaugesellschaft eingerichtet werden. Niedersachsen müsse sich stärker selbst im Wohnungsbau engagieren und dürfe die Verantwortung nicht auf die Kommunen abwälzen, hieß es.

Rund 200.000 Sozialwohnungen weniger als 1987

Die Ankündigung der Landesregierung, in den kommenden zehn Jahren rund 40.000 neue Sozialwohnungen schaffen zu wollen, sei "viel zu unambitioniert", sagte Lars Niggemeyer, ebenfalls Sprecher der Landesarmutskonferenz. Allein bis 2025 fielen mehr als 50.000 Wohnungen aus der Sozialbindung und könnten dann wieder zu ortsüblichen Mieten vergeben werden. Es werde also mehr sozialer Wohnraum wegfallen als gefördert werden soll. Die Armutskonferenz sprach sich deswegen dafür aus, neu geschaffene Sozialwohnungen dauerhaft an einen Preis zu binden. 1987 gab es in Niedersachsen noch rund 290.000 Sozialwohnungen. 2012 waren es immerhin noch fast 100.000, während ihre Zahl im vergangenen Jahr nur noch bei rund 75.000 lag.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 04.11.2019 | 15:00 Uhr

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