Stand: 23.07.2018 21:00 Uhr

Sodbrennen erkennen und behandeln

Ein scharfer, brennender Schmerz, der aus dem Oberbauch in Richtung Hals aufsteigt: Gelegentliches Sodbrennen kennt fast jeder Dritte hierzulande. 35 Prozent der Betroffenen haben solche Beschwerden aber regelmäßig - mindestens einmal wöchentlich oder noch häufiger. Sie leiden unter der sogenannten Refluxkrankheit. Bei den meisten sind die Beschwerden chronisch, bestehen also über Jahre. Nach dem Essen, beim Liegen, Bücken oder körperlicher Belastung ist es besonders schlimm.

Anne Fleck und Patient stehen in der Hausboot-Küche vor einer Menge Fast Food. © NDR

Richtiges Essen gegen Sodbrennen

Die Ernährungs-Docs

Punkband-Sänger Benjamin M. ist ständig unterwegs und lebt meist von Fast Food - ungünstig für seinen Magen. Der 29-Jährige leidet an Reflux und braucht alltagstaugliche Tipps.

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Ursache

Die Speiseröhre ist ein Muskelschlauch, der die Nahrung in den Magen transportiert. Dort angekommen, wird sie mithilfe von Magensäften zersetzt, die stark ätzende Salzsäure enthalten. Die Magenschleimhaut schützt den Magen vor der Säure. Gelangt aber Speisebrei am oberen Schließmuskel des Magens vorbei zurück in die Speiseröhre (Ösophagus), dann greift die Magensäure die ungeschützte Wand der Speiseröhre an. Das verursacht das Brennen. Auf Dauer wird die Speiseröhre durch die Säure geschädigt. Eine Speiseröhrenentzündung (Ösophagitis) kann sich bilden, die unbehandelt zu Geschwüren und Vernarbungen führt. Mögliche Komplikation ist - in etwa zehn Prozent der Fälle - das sogenannte Barrett-Syndrom, bei dem sich das Gewebe der Speiseröhre entzündlich umwandelt - eine Vorstufe für Krebs.

Auslöser für Sodbrennen ist häufig, dass der Magen zu viel Säure produziert oder sich zu langsam entleert. Üppige, süße, fette oder saure Speisen, Alkohol und koffeinhaltige Getränke wirken sich negativ aus. Ein weiterer Grund für den Rückfluss des Magensafts ist oft eine Schwäche des Schließmuskels. Nikotin kann die Muskelspannung ebenso mindern wie bestimmte Medikamente. Auch Hormone können die Spannung herabsetzen, weshalb oft Schwangere ein Problem mit Sodbrennen haben - zumal zusätzlich das wachsende Kind auf den Magen drückt. Zu enge Kleidung und Stress sind weitere Faktoren.

Was passiert bei der Refluxkrankheit?

Symptome

Starkes Brennen hinter dem Brustbein ist das Leitsymptom für die Refluxkrankheit. Unter Umständen kann sogar das Gefühl auftreten, keine Luft mehr zu bekommen. Weil die Speiseröhre dicht am Herzen liegt, denken Betroffene nicht selten, dass der Schmerz hier entsteht - im Englischen wird Sodbrennen deshalb auch als "Heartburn" (Herzbrennen) bezeichnet. Häufiger landen Reflux-Betroffene als Notfall mit dem Verdacht auf Herzinfarkt beim Arzt oder in der Klinik. Schmerzen im Brustkorb müssen tatsächlich immer abgeklärt werden - und bis zum Beweis des Gegenteils muss man davon ausgehen, dass eine Herzerkrankung dahinterstecken könnte. Findet sich bei den Untersuchungen aber kein Hinweis darauf, dann sollte man an den Magen denken.

Aufstoßen, Magendruck oder Völlegefühl sind häufige Begleiterscheinungen. Manche Menschen spüren kaum Sodbrennen, leiden dafür aber unter morgendlichem Husten oder Heiserkeit oder müssen sich sehr häufig räuspern. Schluckbeschwerden, Luftschlucken und ein schlechter Geschmack im Mund können ebenfalls auf die Refluxkrankheit hinweisen.

Dieses Thema im Programm:

Die Ernährungs-Docs | 23.07.2018 | 21:00 Uhr

Ernährungs-Therapie

Ernährung bei Sodbrennen

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