Stand: 30.07.2018 15:10 Uhr

Schuppenflechte erkennen und behandeln

Rote, teils großflächige juckende Flecken, die übersät sind von glänzend weißen Schuppen oder Pusteln: So äußert sich die Schuppenflechte (Psoriasis). Rund drei Prozent der Deutschen werden von dieser chronisch-entzündlichen Hauterkrankung geplagt. Manche trauen sich wegen der starken Hautveränderungen bei einem Schub kaum vor die Tür.

Als chronische Krankheit verläuft die Schuppenflechte in Phasen - akute und weitgehend symptomfreie Zeiten wechseln sich ab. Die Krankheit bricht typischerweise vor dem 40. Lebensjahr aus (Typ-1-Psoriasis). Die Spätform (Typ-2-Psoriasis) tritt in der zweiten Lebenshälfte auf und verläuft oft etwas milder. Bei Kindern ist die Schuppenflechte eher selten, häufiger kommt bei ihnen Neurodermitis vor.

Bei den Ernährungs-Docs
12:37

Schuppenflechte: weniger Kilos, mehr Fisch

Maren G. hat seit 16 Jahren eine Schuppenflechte, die immer schlimmer wird. Jetzt probiert sie es mit Gewichtsreduzierung und Lebensmitteln, die antientzündlich wirken. Video (12:37 min)

Psoriasispatienten haben oft Begleiterkrankungen, die den Leidensdruck noch verstärken. Übergewicht und entzündliche Darmerkrankungen wie zum Beispiel Morbus Crohn gehören dazu. Gefürchtet ist der sogenannte "psoriatische Marsch": eine systemische Entzündung, die potenziell zu einer Schädigung von Gefäßen führt. Das Krankheitsbild geht außerdem nicht selten mit Insulinresistenz, Leberverfettung, Bluthochdruck und Arterienverkalkung einher. Dies kann für die Betroffenen eine deutlich geringere Lebenserwartung bedeuten.

Ursachen

Die Hautveränderungen bei der gewöhnlichen Schuppenflechte entstehen durch ein rasant beschleunigtes Zellwachstum. Beim gesunden Menschen erneuert sich die Oberhaut (Epidermis) innerhalb von knapp vier Wochen: In dieser Zeit bildet unsere Haut neue Zellen und stößt die oberste, inzwischen verhornte Zellschicht ab. Dieser Prozess läuft nur dann schneller, wenn nach einer Verletzung der Reparaturmechanismus anspringt - oder bei einem Psoriasisschub: Hier verhornt die Haut an den betroffenen Stellen in nur drei bis sechs Tagen.

Wie die Schuppenflechte entsteht

Dass die Hautzellen außer Kontrolle geraten, liegt bei einem Teil der Bevölkerung in den Genen. Allerdings bricht die Krankheit nicht bei jedem erblich Vorbelasteten aus. Als Risikofaktoren gelten inbesondere Übergewicht, Alkohol und Rauchen. Und es stehen konkrete Auslöser im Verdacht: Hautverletzungen – etwa durch Tätowierungen oder Sonnenbrände -, ständige Hautreizungen durch zu enge Kleidung, vergangene schwere Infektionen, Hormonschwankungen, Umweltgifte, bestimmte Medikamente wie Betablocker, ACE-Hemmer und einige andere. Auch Stress - ob beruflich oder privat - kann unbewusst auf die Haut durchschlagen.

Symptome

Psoriasis-Arthritis

Etwa jeder fünfte Schuppenflechtepatient leidet zusätzlich an einer rheumatischen Gelenkerkrankung, das heißt, hier breitet sich das Entzündungsgeschehen der Psoriasis auch auf Gelenke und Sehnenapparat aus. Meist trifft es Zehen oder Fingergelenke, bei einigen auch große Gelenke wie Knie, Ellbogen oder die Wirbelsäule. Symptome sind Schwellungen und Steifigkeit des Gelenks. Kritisch ist vor allem der Zeitpunkt der Diagnose: Wird eine Psoriasis-Arthritis nicht nach modernen rheumatologischen Standards mithilfe bestmöglicher Medikation behandelt, kann die Entzündung rasch ihr zerstörerisches Werk vollführen. Die Hautveränderungen treten bei der Psoriasis-Arthritis nicht unbedingt gleichzeitig mit den rheumatischen Schüben auf, sie können ihnen um Jahre vorausgehen.

Eine Psoriasis ist unübersehbar: Auf der Haut erscheinen stark durchblutete und gerötete Stellen, auf denen sich silbrig-weiße Schuppen bilden. Auch minimale Veränderungen sind möglich, zum Beispiel im Gehörgang, Bauchnabel und in der Analregion. Die typischen Schuppen lassen sich mit dem Fingernagel abheben. Befallen sind oft Hautpartien, die viel gedehnt werden, wie Ellenbogen oder Knie, oder Stellen, an denen Kleidung reibt: Schienbein und Waden, Gürtelgegend, Gesäß, Nacken. Auch die Kopfhaut ist oft betroffen. Keine Hautregion ist ausgenommen. Die Flecken können punktartig verstreut sein oder großflächig ganze Körperteile bedecken. Und nicht selten sind auch die Nägel befallen: Dort bilden sich kleine Vertiefungen (Tüpfelnägel), die sehr leicht übersehen werden können, oder gelbbräunliche Verfärbungen (Ölflecke), die optisch viele Patienten beeinträchtigen.

Dieses Thema im Programm:

Die Ernährungs-Docs | 30.07.2018 | 21:00 Uhr

Ernährungs-Therapie

Ernährung bei Schuppenflechte

Wenig Fleisch, aber gern Fisch und viel Gemüse heißt die Devise bei Schuppenflechte. Denn all diese Lebensmittel enthalten entzündungshemmende Substanzen. mehr

Rezepte bei Schuppenflechte

Lecker, schnell zubereitet und gesund: Diese Gerichte sind günstig bei einer Schuppenflechte. mehr

Zum Ausdrucken

Antioxidantien

Entzündungen mit gesunder Ernährung lindern

Nicht nur bei Infekten, sondern auch bei Krankheiten wie Arthrose, Rheuma, Diabetes oder Gefäßleiden sind Entzündungsprozesse im Spiel. Wirksame Waffen dagegen stecken im Essen. mehr

40 KB
Die Ernährungs-Docs

Entzündungshemmende Lebensmittel im Überblick

Die Ernährungs-Docs

Vitamine und andere Antioxidantien, antientzündliche Omega-3-Fettsäuren - wo stecken sie drin? Unsere Liste macht Ihre Küche zur Hausapotheke. Download (40 KB)

Mehr Ratgeber

03:52
Nordmagazin