Stand: 16.01.2019 10:48 Uhr

Schlaganfall: Typische Auslöser meiden

Einen Schlaganfall erleiden in Deutschland jedes Jahr rund 200.000 Menschen. Durch eine Hirnblutung oder eine plötzliche Minderdurchblutung des Gehirns erhalten die Nervenzellen zu wenig Sauerstoff und Glukose (Zucker) und gehen zugrunde. Typische Symptome sind neurologische Ausfälle wie einseitige Lähmungen, Seh- oder Sprachstörungen und einseitige Kopfschmerzen.

Eine Animierte Darstellung eines Schlaganfalls.

Schlaganfall: Typische Auslöser meiden

Visite -

Auslöser eines Schlaganfalls können relativ harmlose Umstände sein, etwa Infekte oder eine Operation. Bei erhöhtem Risiko sollte man die sogenannten Triggerfaktoren meiden.

4,57 bei 14 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Husten, Migräne oder Operation mögliche Auslöser

Auslöser eines Schlaganfalls können relativ harmlose Umstände sein, zum Beispiel Atemwegsinfekte oder eine nicht lange zurückliegende Operation. Auch heftiger Husten oder ein Wutanfall können durch erhöhten Blutdruck in der Halsschlagader zu einem Schlaganfall führen. Wer ein erhöhtes Schlaganfallrisiko hat, etwa bei Bluthochdruck, Diabetes oder Gefäßkrankheiten, sollte die sogenannten Triggerfaktoren meiden.

Diese Faktoren können einen Schlaganfall auslösen

  • Kurz zurückliegende Operationen oder Verletzungen

  • heftige Hustenattacken

  • Sport mit kurzzeitig hohen Belastungen und Blutdruckspitzen, zum Beispiel Klettern oder Gewichtheben

  • Wutanfälle mit einem drei- bis vierfach erhöhten Risiko in den ersten zwei Stunden danach

  • Alkoholgenuss mit einem zweifach erhöhten Risiko in der ersten Stunde

Vorsichtsmaßnahmen bei erhöhtem Schlaganfallrisiko

  • bei Operationen Gerinnungshemmer spät absetzen und anschließend früh wieder einnehmen

Typische Symptome eines Schlaganfalls

  • akut auftretendes Gefühl der Schwäche, Lähmung oder Taubheit auf einer Körperseite

  • Sehstörungen wie halbseitiger Ausfall des Gesichtsfelds, Doppelbilder, verschwommenes Sehen oder Sehverlust auf einem Auge

  • Störungen beim Sprechen oder des Sprachverständnisses

  • plötzlicher Schwindel mit Gangunsicherheit

  • starke Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen

Auslöser für Schlaganfall in jungen Jahren

Trifft ein Schlaganfall einen jungen Menschen ohne bekannte Risikofaktoren, ist häufig ein Einriss in der Gefäßwand einer Halsschlagader der Auslöser. Bei Betroffenen, die weder rauchen noch Arteriosklerose, Bluthochdruck oder Herzrhythmusstörungen haben, müssen die Ärzte gründlich nach einer anderen möglichen Ursache forschen.

Hämorrhagische oder ischämische Ursache

Unterschieden werden hämorrhagische Hirninfarkte, deren Symptome durch eine Hirnblutung verursacht werden und ischämische, also Schlaganfälle, die durch eine plötzliche Minderdurchblutung des Gehirns verursacht werden. Ischämien sind dabei mit etwa 80 Prozent aller Schlaganfälle die häufigste Form. Fast jeder Vierte stirbt innerhalb des ersten Jahres an den Folgen. Die Überlebenden müssen oft mit belastenden Behinderungen wie Lähmungen, Sprach- und Sehstörungen kämpfen.

Interview
04:24
Visite

Erhöhtes Risiko: Schlaganfall vorbeugen

02.10.2018 20:15 Uhr
Visite

Welche typischen Schlaganfall-Auslöser sollten Menschen mit erhöhtem Risiko meiden? Neurologe Professor Joachim Röther erklärt die Ursachen und gibt Tipps. Video (04:24 min)

Chat-Protokoll: Schlaganfall-Auslöser

Probleme beim Sprechen oder leichte Lähumgen können Vorboten eines schweren Schlaganfalls sein. Der Neurologe Prof. Joachim Röther hat im Visite Chat Fragen zum Thema beantwortet. mehr

Ursachen für verstopfte Gefäße im Gehirn

Eine Gefäßverstopfung im Gehirn kann verschiedene Ursachen haben:

  • Arteriosklerose, also Kalk- und Fettablagerungen an den Gefäßwänden, führen zunächst zu einer Verengung von Blutgefäßen. Im Verlauf kommt es dort zu lokalen Entzündungsreaktionen. In der Folge kann es dann zu Einrissen in die Gefäßwand und zur Bildung von Blutgerinnseln kommen. Diese können die Gefäße teilweise oder sogar komplett verschließen. Von den Halsgefäßen aus können solche Gerinnsel bis ins Gehirn geschwemmt werden (Embolie).
  • Vorhofflimmern verursacht jedes Jahr mindestens 30.000 Schlaganfälle. Insgesamt bleibt in jedem fünften Fall die Ursache des Schlaganfalls unbekannt. Doch Experten glauben inzwischen, dass auch in diesen Fällen häufig ein Vorhofflimmern zum Schlaganfall geführt hat. Das geht aus Studien hervor, in denen der Herzrhythmus von Patienten nach einem Schlaganfall unbekannter Ursache langfristig überwacht wurde.

Schlaganfall durch Einrisse in der Halsschlagader

Senior fasst sich mit beiden Händen an die Schläfe © fotolia.com Foto: BillionPhotos.com

Radio-Visite: Auslöser für Schlaganfall

NDR Info - Radio-Visite -

200.000 Menschen erleiden in Deutschland jährlich einen Schlaganfall. Die Auslöser können harmlos sein: Atemwegsinfekte etwa, eine Operation, selbst heftiger Husten.

0 bei 0 Bewertungen

Mit von 5 Sternen

bewerten

Vielen Dank.

schließen

Sie haben bereits abgestimmt.

schließen

Download

Bei einer sogenannten spontanen Vertebralisdissektion finden Ärzte im Ultraschall einen Einriss (Dissektion) in der Gefäßwand einer der Halsschlagadern. Die sogenannte Vertebralis-Arterie verläuft zwischen den Wirbelkörpern und ist dort hohen mechanischen Belastungen ausgesetzt. Sind die Gefäße angegriffen, kann schon eine ruckartige Bewegung des Kopfes ausreichen, zum Beispiel ein Schulterblick beim Autofahren, ein Aufschlag beim Tennis oder eine Erschütterung beim Fahrradfahren, damit es zu einer Einblutung in die Gefäßwand dieser Arterie kommt.

Der Bluterguss in der Gefäßwand verengt die Ader, der Blutfluss wird behindert und hinter der Engstelle kann sich ein Blutgerinnsel bilden. Löst sich das Gerinnsel, kann es ins Gehirn geschwemmt werden und dort ein Gefäß verschließen, also einen Schlaganfall auslösen.

Zu den typischen Warnzeichen einer Dissektion gehören einseitige Kopfschmerzen, Schwindel, Sehstörungen und Ohrgeräusche. Tückisch ist, dass Dissektionen bei Ultraschalluntersuchungen eher als Verdickung der Arterie auffallen und nicht als die Engstelle, die sie tatsächlich darstellen. Wird eine verengende Dissektion gefunden, muss der Betroffene schnell mit blutverdünnenden Medikamenten behandelt werden, damit sich kein Blutgerinnsel bildet. Die Therapie dauert so lange, bis der Einriss in der Gefäßwand abgeheilt und der Bluterguss verschwunden ist.

Vorhofflimmern: Erhöhtes Risiko für Schlaganfall

Vorhofflimmern gehört zu der häufigsten Form von Herzrhythmusstörungen. In Deutschland sind etwa 1,8 Millionen Menschen betroffen. Durch eine ungeordnete Aktivität des Herzmuskels besteht die Gefahr, dass sich Blutgerinnsel in den Herzvorhöfen bilden. Lösen sich diese, können sie in hirnversorgende Blutgefäße gelangen, diese verschließen und dadurch zu einem Schlaganfall führen.

Bei manchen Betroffenen tritt Vorhofflimmern anfallartig auf (paroxysmales Vorhofflimmern), bei anderen ist es dauerhaft vorhanden. Typische Beschwerden sind Herzrasen und -stolpern, die von Luftnot oder einer Belastungseinschränkung begleitet werden können. Bei einem Großteil der Betroffenen bleibt das Vorhofflimmern jedoch unbemerkt.

Das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden ist am größten, wenn das Vorhofflimmern unbemerkt und damit auch unbehandelt bleibt. In diesem Fall erleiden 15 von 100 Betroffenen innerhalb eines Jahres einen Schlaganfall.

Überwachung per EKG und Eventrecorder

Nach den aktuellen Leitlinien wird nach jedem Schlaganfall, dessen Ursache sich nicht unmittelbar klären lässt ("kryptogen"), ein Langzeit-EKG durchgeführt, um auch gelegentliches Vorhofflimmern als Auslöser aufzuspüren. Für eine langfristige Überwachung kann Betroffenen ein sogenannter Eventrecorder implantiert werden, der den Herzrhythmus über Monate aufzeichnet. Mit dieser Untersuchung konnte bei sechsmal mehr Betroffenen ein Vorhofflimmern nachgewiesen werden als mit dem herkömmlichen EKG.

Gerinnungshemmer senken Schlaganfall-Risiko

Ist Vorhofflimmern als Auslöser des Schlaganfalls zuverlässig identifiziert, kann das Risiko für einen erneuten Schlaganfall mit Medikamenten gesenkt werden, die die Blutgerinnung hemmen. Da Gerinnungshemmer selbst Blutungen im Gehirn verursachen können, muss das Vorhofflimmern vor Therapiebeginn zweifelsfrei gesichert sein.

Schlaganfall möglichst schnell behandeln

Unabhängig von der Ursache ist jeder Schlaganfall ein Notfall. Nach dem Auftreten von Symptomen wie plötzlichen Sehstörungen, einseitigen Lähmungen oder Sprachstörungen sofort den Notarzt (112) rufen, sonst drohen irreparable Schäden oder der Tod. Nur innerhalb der ersten 4,5 Stunden nach Auftreten der Symptome lässt sich eine verstopfte Arterie mit einem Medikament wieder öffnen. Nach einem Schlaganfall gehen pro Minute bis zu zwei Millionen Nervenzellen zugrunde - deshalb zählt jede Minute.

Weitere Informationen

Schlaganfall: Anzeichen erkennen und handeln

Der lebensrettende Notruf kommt bei einem Schlaganfall häufig viel zu spät. Dabei kann mithilfe kleiner Tests in der Regel jeder einen Schlaganfall erkennen. mehr

Schlaganfall: Welcher Arzt hilft wann?

Bei Anzeichen von einem Schlaganfall sollte man sofort einen Notarzt rufen, denn es zählt jede Minute. Welche Spezialisten in welchem Bereich helfen können - ein Überblick. mehr

Schlaganfall: Umfassende Nachsorge wichtig

Nach einem Schlaganfall fühlen sich viele Betroffene alleingelassen. Die Familie ist überfordert, Ärzte haben lange Wartezeiten. Selbsthilfegruppen können helfen. mehr

Links

Risiko-Test Schlaganfall

Der Test der Schlaganfall-Hilfe ist für Personen, die 40 Jahre oder älter sind. extern

Experten zum Thema

Prof. Dr. Joachim Röther, Chefarzt, 2. Vorsitzender der Deutschen Schlaganfallgesellschaft
Neurologie
Asklepios Klinik Altona
Paul-Ehrlich-Straße 1, 22763 Hamburg
(040) 18 18 81-14 00
www.asklepios.com

Prof. Dr. Andreas Kastrup, Chefarzt
Neurologie
Klinikum Bremen-Ost gGmbH
Züricher Straße 40, 28325 Bremen
(0421) 408-22 85
www.gesundheitnord.de

Weitere Informationen
Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe
Schulstraße 22, 33311 Gütersloh
Service- und Beratungszentrum
(05241) 97 79-0
www.schlaganfall-hilfe.de

Schlaganfallrisiko selbst testen:
www.schlaganfall-test.de

Kompetenznetz Schlaganfall
Charité Campus Mitte
Charitéplatz 1, 10117 Berlin
www.kompetenznetz-schlaganfall.de

Dieses Thema im Programm:

Visite | 02.10.2018 | 20:15 Uhr

Mehr Ratgeber

06:37
Markt
10:51
Mein Nachmittag

Kohlrabi-Spaghettini mit Frühlingsmorcheln

25.03.2019 16:20 Uhr
Mein Nachmittag
07:34
Markt