Stand: 14.10.2019 09:06 Uhr

Blutdrucksenker: Was tun bei Nebenwirkungen?

Blutdruckmessgerät mit Tabletten. © picture alliance chromorange Foto: Angelika Maroch
Medikamente senken zwar den Bluthochdruck, haben aber meist auch Nebenwirkungen.

Ein dauerhaft erhöhter Blutdruck lässt sich mit Medikamenten senken, um lebensgefährlichen Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall vorzubeugen. Doch die Therapie kann unerwünschte Nebenwirkungen haben: Viele Blutdrucksenker rufen beispielsweise Reizhusten, geschwollene Beine und Verdauungsprobleme hervor. Das Risiko für Nebenwirkungen steigt, wenn Betroffene im Laufe der Zeit weitere Medikamente mit anderen Wirkstoffen einnehmen oder die Dosis erhöhen müssen.

Typische Nebenwirkungen von Blutdrucksenkern

Zur Behandlung von Bluthochdruck gibt es verschiedene Arten von Medikamenten, die zu unterschiedlichen Nebenwirkungen führen können:

Alle Wirkstoffe:

  • Schwindel, Benommenheit, Blutdruckabfall
  • Allergien, Hautreaktionen
  • Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit, Durchfall, Verstopfung)

ACE-Hemmer:

  • Reizhusten
  • Wassereinlagerungen in der Haut (Angioödem)
  • Erhöhter Kaliumspiegel im Blut

AT1-Antagonisten:

  • Husten (selten)
  • Angioödem (sehr selten)
  • Erhöhter Kaliumspiegel im Blut

Kalziumantagonisten:

  • Hautrötung mit Wärmegefühl
  • Herzklopfen
  • Kopfschmerzen
  • Verlangsamte Herzfrequenz (bei einigen Wirkstoffen)
  • Verengung der Bronchien
  • Langsamer Herzschlag
  • Verschlechterung bestehender Durchblutungsstörungen in den Extremitäten
  • Müdigkeit, Schlafstörungen
  • Sexuelle Funktions- oder Potenzstörungen
  • Negative Beeinflussung des Zuckerstoffwechsels

Thiaziddiuretika:

  • Verringerter Kalium- und/oder Natriumspiegel im Blut
  • Erhöhter Harnsäurespiegel im Blut (Gicht)
  • Verschlechterung des Zuckerstoffwechsels
  • Mundtrockenheit, Durst

Arzt über Nebenwirkungen informieren

Bei Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Blutdrucksenkern sollten Betroffene die Medikamente auf keinen eigenmächtig Fall absetzen oder die Dosierung verändern, sondern sofort ihren Arzt informieren. In vielen Fällen lassen sich Nebenwirkungen reduzieren oder sogar beseitigen, zum Beispiel durch

  • verträglichere Medikamente von einem anderen Hersteller,
  • Wechsel des Wirkstoffs oder der Zubereitungsform,
  • geänderte Dosierung oder
  • einen anderen Einnahmezeitpunkt.

Tipps für die Einnahme von Blutdrucksenkern

Nach Absprache mit dem Arzt können diese Maßnahmen hilfreich sein:

  • Therapien ohne Medikamente ausschöpfen, um mit möglichst wenig Blutdrucksenkern auszukommen. Experten empfehlen mindestens 30 Minuten Bewegung pro Tag oder Ausdauersport, abnehmen, regelmäßiges Blutspenden oder Aderlass, salzarme Ernährung, Hibiskustee, mindestens 30 Gramm Parmesan pro Tag, Verzicht auf Alkohol und Rauchen.

  • Blutdrucksenker nicht zusammen mit Alkohol einnehmen, sondern im Abstand von mehreren Stunden.

  • Den Einnahmezeitpunkt nicht nach einem festen Zeitplan ausrichten, sondern an den eigenen Lebensrhythmus anpassen, zum Beispiel morgens möglichst bald nach dem Aufwachen und abends kurz vor dem Einschlafen.

  • Bei nächtlichem Bluthochdruck, der laut einer Studie besonders gefährlich für Herz und Gefäße ist, sollte man die Medikamente vor allem am Abend einnehmen.

Weitere Informationen
Eine Frau misst den Blutdruck am Oberarm eines Patienten. © COLOURBOX Foto: Poprotskiy Alexey

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Gemeinschaftspraxis für Allgemeinmedizin und Palliativmedizin
Dr. med. Manuela Bluhm/Arno Klingenberg/Dr. med. Silke Renner
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Martinistr. 64, 201251 Hamburg
(040) 46 85 838 20

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Visite | 15.10.2019 | 20:15 Uhr

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