Stand: 22.03.2019 19:56 Uhr

Ischias: Was hilft bei Rückenschmerzen?

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Schmerzen, die ins Bein ausstrahlen, können verschiedene Ursachen haben.

Etwa jeder Dritte in Deutschland leidet unter Rückenschmerzen. Oft gehen die Schmerzen vom Ischiasnerv aus. Typische Ischiasschmerzen treten plötzlich auf und strahlen über das Gesäß und die Oberschenkelrückseite bis in die Fußsohle aus.

Ischias: Längster Nerv im Körper

Der Ischiasnerv (Nervus ischiadicus) ist der längste Nerv im menschlichen Körper. Er wird aus mehreren Wurzeln im untersten Teil der Wirbelsäule gebildet und verläuft durch die Beckenmuskulatur zur Rückseite des Oberschenkels und weiter bis zur Kniekehle. Dort teilt er sich in zwei Äste auf und zieht an der Außen- und Rückseite der Wade bis zum Fuß.

Bandscheibenvorfall oder Piriformis-Syndrom?

Wenn es von der Hüfte hinunter bis in die Beine zieht, können die Schmerzen auf einen Bandscheibenvorfall hinweisen. Doch Studien zeigen: Bandscheibenvorfälle sind zwar häufig eindeutig auf Röntgen- und MRT-Bildern zu sehen, aber oft nicht die Ursache der Beschwerden.

Ischias-Schmerzen: Woher kommen sie?

Spätestens wenn sich die Bescherden nach einer Bandscheiben-Operation nicht bessern, muss man eine andere Ursache in Erwägung ziehen: Schuld an den ins Bein ausstrahlenden Schmerzen kann der Piriformis-Muskel sein. Er liegt verborgen unter dem großen Gesäßmuskel und verbindet Kreuzbein und Oberschenkel. Normalerweise ist der birnenförmige Muskel weich und dehnbar. Aber durch einen Sturz, Fehlhaltung oder Überbelastung kann er verspannen und sich dadurch verkürzen. Der Muskel wird dick und hart und drückt direkt auf den Ischiasnerv (Piriformis-Syndrom).

Experten schätzen, dass viele Bandscheiben-Operationen vermieden werden könnten, wenn das Piriformis-Syndrom richtig diagnostiziert und behandelt würde.

Lasègue-Test gibt Aufschluss

Mit dem sogenannten Lasègue-Test lässt sich anhand bestimmter Druckpunkte herausfinden, ob der verhärtete Piriformis-Muskel die Ursache der Rückenschmerzen sein könnte. Dabei wird das im Knie gestreckte Bein beim auf dem Rücken liegenden Patienten langsam in Richtung Zimmerdecke bewegt. Tritt dabei ab einem bestimmten Winkel ein heftiger Dehnungsschmerz auf, könnte ein Piriformis-Syndrom vorliegen.

Piriformis-Syndrom: Bewegen, massieren, dehnen

Ist der Piriformis-Muskel als Verursacher der Schmerzen ausgemacht, sind Bewegung, Massage und Dehnung die Therapie der Wahl. Um die Verspannung zu lösen, muss der Physiotherapeut auch alle benachbarten Muskeln lockern, da sie oft mitbeteiligt sind. Der gequetschte Ischiasnerv wird durch die Hautschichten hindurch vorsichtig gedehnt. Mit Stoßwellen und manueller Therapie lässt sich der oft schon chronisch verspannte Muskel lösen.

Downloads

Übungen für das Iliosakralgelenk

Übungsprogramm bei Beschwerden am Kreuz/Darmbein-Gelenk von der Medizinischen Hochschule Hannover (PDF). Download (5 MB)

Das Ausheilen des Piriformis-Syndroms kann mehrere Wochen dauern. Halten die Schmerzen schon seit drei bis sechs Monaten an, spricht man von einer Chronifizierung. Zusätzlich zu Schmerzmedikamenten, Krankengymnastik und Manueller Therapie können Betroffene den Piriformis-Muskel zu Hause mit einfachen Dehn-Übungen entspannt und elastisch halten - und so ohne Schmerzen leben.

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Botox-Spritze sorgt für Entlastung

Sollte der Piriformis-Muskel auch nach mehrwöchiger Therapie Beschwerden verursachen, können Botox-Spritzen als relativ neues Verfahren zum Einsatz kommen. Der Wirkstoff Botulinumtoxin lähmt den Muskel. Dadurch reduziert sich die Spannung im Gewebe, der Piriformis-Muskel drückt nicht mehr auf den Ischiasnerv. Eine Botox-Spritze wird unter Röntgenkontrolle gegeben. Die Wirkung hält etwa drei Monate an.

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Dieses Thema im Programm:

Die Bewegungs-Docs | 25.03.2019 | 21:00 Uhr

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