Stand: 21.01.2020 22:53 Uhr  - Visite

Erkältung behandeln mit pflanzlichen Mitteln

Gegen die Symptome eines grippalen Infekts empfehlen viele Ärzte pflanzliche Mittel. Bei frühzeitigem Einsatz können sie die Dauer der Erkältung verkürzen und typische Beschwerden wie Husten, Halsschmerzen, Schnupfen, Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen lindern. Denn Pflanzen enthalten viele Wirkstoffe, die gegen Bakterien und Viren wirken und das Immunsystem stärken. Die heilsamen Substanzen befinden sich je nach Pflanze in den Blüten, Wurzeln, Blättern oder Beeren.

Naturmedizin gegen Infekte

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Gegen die Symptome eines grippalen Infekts empfehlen viele Ärzte pflanzliche Arzneimittel. Bei frühzeitigem Einsatz können sie die Dauer einer Erkältung verkürzen und Beschwerden lindern.

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Erste Symptome einer Erkältung behandeln

Damit die Heilkraft der Pflanzen bei einem grippalen Infekt optimal wirken kann, sollte man so früh wie möglich mit der Einnahme oder Anwendung beginnen.

  • Die Wirkung des Purpursonnenhuts (Echinacea purpurea) kann bei Beginn einer Erkältung effektiv helfen, wie Studien belegen. Durch den Purpursonnenhut sollen die Blutzellen einerseits mehr Signalstoffe bilden. Außerdem werden die Leistung der Fresszellen und die Teilung bestimmter Blutzellen gesteigert. Einige Studien zeigen sogar eine Bildung von Antikörpern - all das stärkt die Immunabwehr gegen Erkältungsviren. Der Krankheitsverlauf kann sich durch die Einnahme von Echinacea um mindestens ein bis zwei Tage verkürzen. Purpursonnenhut gibt es vorwiegend als Extrakt in der Apotheke. Dreimal zehn Milliliter am Tag ist die Einnahmeempfehlung.
  • Ähnlich effektiv ist besonders in der Anfangsphase auch Sauerampfer. Er wirkt aufgrund seines hohen Gehalts an Vitamin C und Oxalsäure antiviral und antientzündlich. Besonders als Kombipräparat mit anderen Pflanzenextrakten wie Schlüsselblume oder Eisenkraut ist der Sauerampfer sehr gut, wie eine Studie zeigt.
  • Auch die afrikanische Pelargonie hilft gut zu Beginn einer Erkältung: Der Extrakt der Wurzel steigert vor allem die Aktivität der Flimmerhärchen auf der Schleimhaut, sodass infizierter Schleim besser abtransportiert wird. Viren und Bakterien können sich nicht so gut anheften. Dreimal 30 Tropfen am Tag ist die empfohlene Dosierung.
  • Bei einer beginnenden Erkältung ist auch Wärme besonders wichtig: Wenn alles warm und gut durchblutet ist, können sich Abwehrzellen in den Schleimhäuten besser festsiedeln und die Erkältung bekämpfen. Richtig einheizen kann man mit einem Tee aus Linden- und Holunderblüten. Diese mit kochendem Wasser übergießen und zehn Minuten ziehen lassen. Mehrmals über den Tag eine Tasse trinken.
  • In der Anfangsphase sind auch warme Säfte aus Holunderbeeren oder Sanddorn hilfreich - nur erhitzen, nicht kochen. Sie enthalten reichlich Vitamin C, Vitamin A, Eisen, Zink und wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe. Sie helfen beim Schwitzen und stärken die Abwehrkräfte. Wichtig: Viel trinken und dem Körper Ruhe gönnen.
  • Aus der uralten Heilpflanze Zistrose lässt sich ein Tee zubereiten, der auch gegen die echte Grippe wirkt. Getrocknet kaufen und drei Tassen pro Tag trinken.
  • Ein Fußbad aus Senfkörnermehl oder Thymian unterstützt den Körper im Kampf gegen Viren. Gemahlene Senfkörner, frischen oder getrockneten Thymian in lauwarmes Wasser geben und die Füße für zehn Minuten darin baden. Immer wieder heißes Wasser (37 bis 42 Grad Celsius) hinzugeben. Das Fußbad öffnet die Kapillargefäße im ganzen Körper, dadurch kann das Immunsystem besser arbeiten.
  • In der Apotheke gibt es natürliche Erste-Hilfe-Präparate gegen einen beginnenden grippalen Infekt. Dazu gehören Echinacea-, Pelargonien- und Wasserdost-Präparate. Sie regen das Immunsystem an und aktivieren die Abwehrzellen.

Weitere Informationen

Chat-Protokoll: Naturmedizin bei Erkältungen

Pflanzliche Arzneimittel können die Dauer einer Erkältung verkürzen und typische Beschwerden lindern. Die Internistin Claudia Müller hat im Visite Chat Fragen zum Thema beantwortet. mehr

Inhalieren befreit die Atemwege

In der zweiten Phase geht es darum, den überflüssigen Schleim aus Nase und Lunge zu lösen und eine mögliche Entzündung zu stoppen. Dafür eignet sich besonders Kamille: Das ätherische Öl ihrer Blüten hat spezielle Inhaltsstoffe, die vor allem austrocknend sind - gut gegen zu viel Schleim. Und die Kamille geht auf die Proteine los, die eine Entzündung auslösen. Man kann die Kamille als Extrakt oder Tee einnehmen - oder inhalieren. Dazu ein paar Tropfen Kamillenextrakt in heißes Wasser geben und den Dampf 15 Minuten tief einatmen.

Zum Inhalieren eignen sich neben der Kamille auch ätherische Öle aus Eukalyptus, Latschenkiefer, Schlüsselblumen, Holunder, Eisenkraut, Kamillenblüten oder Thymian. Zwei Mal am Tag mit heißem, nicht kochendem Wasser inhalieren. Dabei den ganzen Kopf über der Schüssel halten, nicht nur Nase und Mund. So steigen die ätherischen Öle langsam auf und befreien die Atemwege. Das Inhalieren sollte man zunächst langsam ausprobieren, denn einige Öle sind manchen Patienten zu scharf. Auch unter die Nasenlöcher geriebene Majoranbutter kann die Atemwege frei machen. Sind die Nasennebenhöhlen erkrankt, kann Bockshornklee helfen: Die Samenkörner mahlen, in Wasser aufkochen und in ein feuchtwarmes Küchentuch einschlagen - für zehn Minuten auf die Nase legen.

Gurgeln gegen Halsschmerzen

Gegen Halsschmerzen hilft das Gurgeln mit Salbeipräparaten wie Sud und Tee und das Lutschen von Salbeibonbons. Statt Salbei eignen sich auch Malvenblüten- oder Süßholzzubereitungen.

Säfte und Wickel lindern Husten

Auch für weitere Begleiterscheinungen eines grippalen Infekts gibt es pflanzliche Mittel:

  • Gegen Husten wirken die Blätter und Blüten der Kapuzinerkresse sowie Meerrettich. Die darin enthaltenen Senföle lindern in der richtigen Dosierung Entzündungen und wirken stark antibakteriell. Studien haben gezeigt, dass sie genauso effektiv sind wie ein Antibiotikum. Einzige Einschränkung: Für eine gute Wirkung muss man täglich zwölf Tabletten nehmen und das kann bei empfindlichen Personen schon mal auf den Magen schlagen.
  • Etwas besser verträglich: ein Hustensaft aus Meerrettich und Honig. Dafür den Meerrettich schälen und raspeln und mit Honig in ein Glas füllen, über Nacht stehen lassen.
  • Außerdem gibt es in der Apotheke zahlreiche Hustensäfte aus Heilpflanzen. Wichtig: Erst klären, ob es sich um trockenen oder schleimbildenden Husten handelt. Ist er trocken, wirkt Efeu reizlindernd, andernfalls befreit Spitzwegerich die Atemwege. Spitzwegerich wird als Salbe oder Wickel auf die Brust aufgetragen. Gelangen die Schleimstoffe des Eibischs auf die entzündeten und gereizten Schleimhäute in Rachen und Hals, haften sie sich dort regelrecht an. Die Eibisch-Inhaltsstoffe bilden auf diese Weise eine Art Schutzschicht über der Schleimhaut und beruhigen und regenerieren sie.
  • Ein echter Klassiker ist Thymian: Seine ätherischen Öle wirken krampflösend auf die Bronchien. Neben Hustensäften mit Thymian empfiehlt sich ein Thymian-Wickel. Dafür frischen oder getrockneten Thymian mit heißem Wasser übergießen, fünf bis zehn Minuten stehen lassen. Ein Tuch mit dem heißen Sud tränken, gut ausdrücken und für eine halbe Stunde auf den Brustkorb legen - das erleichtert das Abhusten.

Thymianwickel - so geht's

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Thymianwickel oder Kartoffelwickel - es gibt viele Hausmittel bei Infekten. Was ist sinnvoll? Dr. Claudia Müller aus Bremen gibt Tipps.

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Erkältungen vorbeugen mit dem Anti-Grippe-Brot

Mit einem leckeren und gesunden Brot lässt sich die Kraft der Pflanzen nutzen, um das Immunsystem zu stärken. Für den Belag aus frischen Kräutern werden Thymian, Kapuzinerkresse, Meerrettich, Salbei und Spitzwegerich gehackt und mit Quark, Salz und Pfeffer gemischt. Dick auf das Brot streichen und genießen.

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Experten zum Thema

Prof. Dr. Andreas Hensel
Institute of Pharmaceutical Biology and Phytochemistry
Universität Münster
Corrensstraße 48
48149 Münster
www.uni-muenster.de

Dr. Claudia Müller, Leitung Ambulanz
Klinik für Naturheilverfahren
Krankenhaus St. Joseph-Stift GmbH
Schwachhauser Heerstraße 54
28209 Bremen
(0421) 347-17 63
www.sjs-bremen.de

Dieses Thema im Programm:

Visite | 21.01.2020 | 20:15 Uhr

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