Stand: 16.01.2018 09:05 Uhr  | Archiv

Schnupfen: Nase richtig putzen

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Hochziehen oder Schnäuzen - das ist hier die Frage.

Die Nase läuft, das Sekret muss raus: Kräftig ins Taschentuch zu schnäuzen ist bei Schnupfen für viele tägliche Routine. Die einen schnäuzen kräftig, die anderen ziehen den Schleim lieber hoch. Doch das Bedürfnis, die Nase schnell frei zu bekommen, kann unter Umständen gefährlich werden: Wer zu kräftig schnäuzt, erzeugt einen Überdruck, der das Sekret in Bereiche drückt, wo es nicht hingehört - und dort zu Entzündungen führen kann.

Entzündung an Augen und Mittelohr

Bei extrem starkem Schnäuzen kann Luft in die Grenzschicht zwischen Nasenhaupthöhle und Augenhöhle gepresst werden - die Augen quellen hervor. Häufiger kommt es aber zu schmerzhaften Mittelohrentzündungen. Das Problem ist die sogenannte Ohrtrompete, eine Verbindungsröhre vom Nasenrachen zum Mittelohr. Sie sorgt für den Druckausgleich. Wird Schleim der entzündeten Nasenschleimhaut über die Ohrtrompete ins Mittelohr gepresst, kann es dort zu einer Entzündung kommen. Eine Mittelohrentzündung muss sofort behandelt werden.

Schleim in den Nasennebenhöhlen

Ein zu hoher Druck beim heftigen Schnäuzen kann infektiöses Sekret aus dem Nasenrachenraum auch in die angrenzenden Nebenhöhlen schieben. Normalerweise fließt das Sekret von dort über kleine Verbindungen in die Nase. Sind die Gänge zugeschwollen, staut sich der Schleim in den Nebenhöhlen und mit jedem kräftigen Schnäuzen oder Hochziehen kann noch mehr Schleim in die Nebenhöhlen gepresst werden. Im schlimmsten Fall müssen die betroffenen Nebenhöhlen in einer Operation vom Eiter befreit werden.

Hochziehen oder Schnäuzen?

Schon kleinen Kindern lernen das Naseputzen mit dem Taschentuch. Das Hochziehen und Herunterschlucken wird als unhygienisch angesehen, weil das Sekret dabei in den Körper statt nach draußen befördert wird. Experten sehen das allerdings anders: Die Härchen der Nasenschleimhaut transportieren den Schleim ohnehin immer in Richtung Magen. Dort vernichtet die Magensäure Keime - eine natürliche Abwehrstrategie des Körpers.

Vor allem Menschen, die bereits an den Nasennebenhöhlen operiert wurden, sollten den Schleim stets hochziehen statt zu schnäuzen. Das reduziert die Gefahr, wieder Schleim in die Nebenhöhlen zu pressen.

Wer unbedingt kultiviert schnäuzen möchte, sollte abwechselnd ein Nasenloch zuhalten und durch das andere sanft ins Taschentuch blasen.

Geschwollene Nasenschleimhaut behandeln

Bei Schnupfen behindert das Sekret das Atmen durch die Nase, sondern die geschwollene Schleimhaut: Dagegen helfen abschwellende Medikamente, Nasenduschen oder Dampfbäder.

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Visite | 16.01.2018 | 20:15 Uhr

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