Erkältete Frau niest in ein Taschentuch. © fotolia Foto: Viacheslav Iakobchuk

Schnupfen: Nase richtig putzen

Stand: 24.10.2022 14:58 Uhr

Die Nase läuft, das Sekret muss raus: Kräftig ins Taschentuch zu schnäuzen ist bei Schnupfen für viele tägliche Routine. Die einen schnäuzen kräftig, die anderen ziehen den Schleim lieber hoch.

Das Bedürfnis, die Nase schnell frei zu bekommen, kann unter Umständen gefährlich werden: Wer zu kräftig schnäuzt, erzeugt einen Überdruck, der das Sekret in Bereiche drückt, wo es nicht hingehört - und dort kann es zu Entzündungen führen.

Gefahr von Entzündungen an Augen und Mittelohr

Bei extrem starkem Schnäuzen kann Luft in die Grenzschicht zwischen Nasenhaupthöhle und Augenhöhle gepresst werden - die Augen quellen hervor. Häufiger kommt es aber zu schmerzhaften Mittelohrentzündungen. Das Problem ist die sogenannte Ohrtrompete, eine Verbindungsröhre vom Nasenrachen zum Mittelohr. Sie sorgt für den Druckausgleich. Wird Schleim der entzündeten Nasenschleimhaut über die Ohrtrompete ins Mittelohr gepresst, kann es dort zu einer Entzündung kommen. Eine Mittelohrentzündung muss sofort behandelt werden.

Schleim kann in Nasennebenhöhlen gelangen

Ein zu hoher Druck beim heftigen Schnäuzen kann infektiöses Sekret aus dem Nasenrachenraum auch in die angrenzenden Nebenhöhlen schieben. Normalerweise fließt das Sekret von dort über kleine Verbindungen in die Nase. Sind die Gänge zugeschwollen, staut sich der Schleim in den Nebenhöhlen und mit jedem kräftigen Schnäuzen oder Hochziehen kann noch mehr Schleim in die Nebenhöhlen gepresst werden. Im schlimmsten Fall müssen die betroffenen Nebenhöhlen in einer Operation vom Eiter befreit werden.

Bei Schnupfen hochziehen oder schnäuzen?

Schon kleine Kinder lernen das Naseputzen mit dem Taschentuch. Das Hochziehen und Herunterschlucken wird als unhygienisch angesehen, weil das Sekret dabei in den Körper statt nach draußen befördert wird. Experten sehen das allerdings anders: Die Härchen der Nasenschleimhaut transportieren den Schleim ohnehin immer in Richtung Magen. Dort vernichtet die Magensäure Keime - eine natürliche Abwehrstrategie des Körpers.

Vor allem Menschen, die bereits an den Nasennebenhöhlen operiert wurden, sollten den Schleim stets hochziehen statt zu schnäuzen. Das reduziert die Gefahr, wieder Schleim in die Nebenhöhlen zu pressen.

Wer unbedingt kultiviert schnäuzen möchte, sollte abwechselnd ein Nasenloch zuhalten und durch das andere sanft ins Taschentuch blasen.

Geschwollene Nasenschleimhaut behandeln

Bei Schnupfen behindert meist nicht das Sekret das Atmen durch die Nase, sondern die geschwollene Schleimhaut: Dagegen helfen abschwellende Medikamente, Nasenduschen oder Dampfbäder.

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Frau niest in ein Taschentuch. © Colourbox Foto: Syda Productions

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Experten zum Thema

Dr. Arne Böttcher, Oberarzt
Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistraße 52, 20246 Hamburg
www.uke.de

Dr. Christoph Külkens, Chefarzt
Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf-Hals-Chirurgie, Plastische Operationen
Asklepios Klinik Nord - Heidberg
Tangstedter Landstraße 400, 22417 Hamburg
Tel. (040) 18 18-87 34 64
www.asklepios.com

Dr. Sylvia Brockhaus, Fachärztin HNO-Heilkunde, Allergologie und Laboratoriumsmedizin
Straßenbahnring 3, 20251 Hamburg
www.hno-falkenried.de

Prof. Dr. Marylyn Addo, Leiterin der Sektion Tropenmedizin
I. Medizinische Klinik und Poliklinik
Zentrum für Innere Medizin
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Martinistraße 52, 20246 Hamburg
www.uke.de

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