Stand: 26.05.2020 10:49 Uhr  | Archiv

Corona oder Allergie? Symptome richtig deuten

Ein Mann putzt sich die Nase. © Colourbox Foto: Syda Productions
Allergie oder Corona? Für viele Betroffene sind die Symptome schwer zu unterscheiden.

Viele Allergiker leiden besonders im Frühling, wenn die Pollen fliegen. Derzeit sind einige Betroffene unsicher, ob es sich bei ihren Symptomen um Heuschnupfen handelt oder um eine Covid-19-Erkrankung. Beide Erkrankungen führen in der Regel zu unterschiedlichen Beschwerden, es gibt aber auch Gemeinsamkeiten. Und natürlich können Heuschnupfen und Covid-19 gleichzeitig auftreten.

Symptome bei Heuschnupfen und Covid-19

Beim Heuschnupfen kommt es vor allem zu diesen Beschwerden:

  • laufende Nase (dünnflüssiges Sekret)
  • Augenjucken
  • Niesanfälle

Die häufigsten Symptome von Covid-19 sind:

Kurzatmigkeit, ein Symptom bei Covid-19, kann auch bei Allergikern auftreten, die an Asthma leiden. Eine verstopfte Nase hat nur etwa jeder zehnte Covid-19-Erkrankte.

Niesen und Augenjucken sind typisch bei einer Pollenallergie und treten in der Regel nicht bei einer Covid-19-Erkrankung auf.

Sehr selten kommt es nach einer Infektion mit dem Sars-CoV-2-Virus allerdings zu einer Bindehautentzündung, bei der das gerötete Auge ebenfalls jucken kann.

Unspezifische Symptome wie Müdigkeit, Kopfschmerzen und Halsschmerzen können bei beiden Erkrankungen auftreten. Covid-19 greift in vielen Fällen auch das Nervensystem an: Betroffene klagen dann etwa über Schwindel und Kopfschmerzen, Riech- und Geschmacksstörungen.

Erhöhtes Risiko für Allergiker und Asthmatiker?

Allergiker haben nach aktuellem Stand der Wissenschaft kein erhöhtes Risiko für eine Corona-Infektion oder für schwere Verläufe der Covid-19-Erkrankung.

Ein erhöhtes Risiko haben möglicherweise Allergiker mit geschwächten Atemwegen, etwa durch eine chronische Nebenhöhlenentzündung (Sinusitis) oder Bronchialasthma.

Medikamente weiter einnehmen

Allergiker und vor allem Asthmatiker sollten ihre verordneten Arzneimittel unbedingt weiterverwenden, zum Beispiel Antihistaminika oder Kortison-Präparate zum Inhalieren. Bisher gibt es keine Hinweise darauf, dass niedrigdosiertes inhalatives Kortison das Corona-Risiko erhöht.

Auch eine Desensibilisierung erhöht das Covid-19-Risiko nach derzeitigem Wissensstand nicht. Die Therapie könnte die Schleimhäute der Atemwege sogar stärken.

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