Akne durch Masken: Was tun, wenn die Haut leidet?

Stand: 26.02.2021 10:27 Uhr

Durch das ständige Tragen einer Maske, leidet bei vielen die Haut. Mit ein paar hilfreichen Tipps lassen sich Hautprobleme wie Akne, juckende Stellen oder trockene Haut gut in den Griff bekommen.

Ohne Mund-Nasen-Schutz geht derzeit nichts. Ob OP-Schutz, Stoffmaske oder FFP2: Gesichtsmasken sind seit Monaten ein unverzichtbares Accessoire und neben einer Impfung der beste Schutz gegen das Coronavirus. Aber sie können auch Probleme bereiten, die sonst Menschen kannten, die wegen ihres Berufs ständig eine Maske tragen müssen: trockene, schuppige Stellen im Gesicht oder sogar schmerzende Pickel. Für dieses Phänomen hat sich bei Ärzten und Apothekern bereits ein neuer Name etabliert: Masken-Akne oder kurz Maskne.

Ursachen für Hautprobleme durch Tragen einer Maske

Bei immer mehr Menschen spielt derzeit die Haut verrückt. Wer bereits Hautprobleme im Mundbereich hatte, zum Beispiel eine Akne, leidet besonders darunter. Aber Hautärzte berichten auch von Betroffenen, die zuvor nie Hautprobleme hatten. Und das hat mehrere Ursachen: 

  • Bei Bewegung oder beim Sprechen reiben die Masken an den Stellen, an denen sie aufliegen. So kommt es zu kleinsten Verletzungen der obersten Hautschicht, was zu Entzündungen führen kann.
  • Durch Ausatmen und Sprechen entwickelt sich unter der Maske ein feucht-warmes Mikro-Klima, eine Art Feuchtkammer. Sie wirkt wie ein Brutkasten für Bakterien und Pilze. Pickel entstehen.
  • Lipide, die in der Hornschicht zwischen den Zellen sitzen, werden durch die feuchte Atemluft ausgespült. So geht ein weiterer Schutz verloren.
  • Der pH-Wert und damit der Säureschutzmantel der Haut verändert sich. Die Haut trocknet aus, obwohl die Atemluft feucht ist.

Wie kann man Masken-Akne behandeln?

Das Problem ist, dass man jeden Tag wieder eine Maske aufsetzen muss, so dass die nächtliche Regenerationsphase für eine Erholung der Haut nicht ausreicht. Auf die Maske zu verzichten, ist selbstverständlich keine Alternative. Aber es gibt einige Tipps, die unangenehmen Begleiterscheinungen zu verringern.

Verzicht auf Make-up und Lippenstift 

Farb-Pigmente können in die mikroskopisch-kleinen Verletzungen der Haut gelangen und dort Entzündungen und Pickel auslösen. Auch für die Reinigung und Pflege unserer Haut gilt derzeit: weniger ist mehr. Reiniger mit Alkohol und stark parfümierte Cremes sollten derzeit ebenso tabu sein wie sehr fettige oder ölige Produkte.

Besser geeignet sind dünnflüssige Fluids oder Seren, die mit dem Hinweis "hypo-allergen" versehen sind oder eine sehr kurze Zutatenliste haben. Sie versorgen die Haut mit ausreichend Feuchtigkeit und halten sie geschmeidig. Die Pflegeprodukte sollten mindestens 30 Minuten vor dem Aufsetzen der Maske aufgetragen werden.

Maske nicht sofort nach Rasur aufsetzen

Männer sollten nach der Rasur auf Aftershave verzichten oder ebenfalls 30 Minuten warten, bevor sie die Maske tragen. Denn auch Aftershave und Aftershave-Balsam können darunter zu Hautreizungen führen. 

Am Abend darf sich die Haut erholen

Wer nach dem Abnehmen der Maske das Gefühl hat, dass das Gesicht verschwitzt ist, sollte es durch eine milde Reinigung von dem Schmierfilm auf der Haut befreien. Antibakterielle Produkte sind dafür nicht erforderlich und auch Peelings sollten höchstens alle zwei Wochen zum Einsatz kommen. Für die tägliche Reinigung reichen ein leichter Schaum oder eine milde Reinigungsmilch völlig aus, die der Haut nicht zusätzlich Feuchtigkeit entziehen. Nach der Reinigung kann jeder seine gewohnte Creme benutzen.

Was tun bei trockenen, schuppenden und juckenden Stellen?

Aloe Vera-Produkte spenden bei trockener Haut Feuchtigkeit. Sind durch die Trockenheit allerdings schon leichte Risse und Hautabschürfungen aufgetreten, helfen Dexpanthenol-Präparate, die eine schnelle Wundschließung fördern. 

Was hilft bei eitrigen Entzündungen und Pickeln? 

Zink wirkt leicht antiseptisch und antibakteriell. Das kann helfen, eitrige Pusteln schnell in den Griff zu bekommen. Auch die Gerbstoffe in Schwarztee wirken antientzündlich: Dafür wird grundsätzlich immer der zweite Aufguss eines reinen, nicht aromatisierten Schwarztees verwendet, der einen geringen Gerbstoffanteil hat. Da dieses Mittel aber nicht für jeden Hautzustand gleich gut verträglich ist, sollte man es erst an einer kleinen Hautstelle ausprobieren und nicht gleich das ganze Gesicht damit behandeln. Wichtig: Anschließend gut eincremen mit einer sanften, wasserreichen Creme ohne Duft- und Konservierungsstoffe, zum Beispiel mit einer Urea-Basis-Creme aus der Apotheke.

Finger weg vom Gesicht!

Ein ganz wichtiger Tipp: Jedes Kratzen, Puhlen und Drücken schädigt die Haut noch mehr und verschlimmert die Symptome. Deshalb ist es jetzt umso wichtiger, nicht dem Reiz nachzugeben, sich ständig ins Gesicht zu fassen.

 

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Visite | 02.03.2021 | 20:15 Uhr

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