Das Gespräch

Gast: Peter-André Alt

Samstag, 29. Februar 2020, 18:00 bis 18:30 Uhr

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Peter-André Alt gehört zu den bekanntesten und produktivsten deutschen Germanisten.

Der Berliner Peter-André Alt ist nicht nur Präsident der Hochschulrektorenkonferenz, sondern forscht und lehrt in der Hauptstadt weiter an der Freien Universität - und findet daneben noch die Zeit, Bücher zu schreiben. In seinem jüngsten Werk "Erste Sätze der Weltliteratur" zeigt er, wie Erzähltexte beginnen und den Leser fesseln können. "Jemand musste Josef K. verläumdet haben ..." Dieser berühmte erste Satz aus Franz Kafkas Roman "Der Prozess" steht nicht zufällig auf dem Titelblatt von Alts Essay, denn der Germanist ist ein ausgewiesener Kafka-Kenner. Auch seine ersten Leseerfahrungen, noch als Teenager, sind mit Erzählungen von Kafka verbunden, die er in der Bibliothek seines Vaters fand - und die er genauso verschlungen hat wie die Romane von Karl May.

Literaturwissenschaftler und Biograph

Wie auch bei der Lektüre anderer Bücher, erzählt Alt im Gespräch mit Jochen Rack, habe er aber immer Zweifel gehabt, ob er die Texte richtig verstehe. Daraus wurde der Beruf des Literaturwissenschaftlers, der Alt auf Professuren in Bochum, Würzburg und Berlin geführt hat. Er gehört gewiss zu den bekanntesten und produktivsten deutschen Germanisten; lesenswert sind auch seine Biographien von Friedrich Schiller und Sigmund Freud.

Von 2010 bis 2018 war Peter-André Alt Präsident der FU Berlin, seit 2018 ist er nun Präsident der Hochschulrektorenkonferenz. Das deutsche Universitätssystem hält er für verbesserungswürdig, insbesondere die ständigen Evaluierungen stören aus seiner Sicht den Betrieb - aber insgesamt sei die Situation der Geisteswissenschaften in Deutschland besser als in den meisten anderen Ländern.

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