Stand: 04.02.2020 20:15 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Uniklinik-Ärzte fordern bessere Arbeitsbedingungen

Hunderte Uniklinik-Ärzte haben im Vorfeld der Tarifverhandlungen gegen die derzeitigen Arbeitsbedingungen protestiert.

Ihren Unmut über die Belastungen im Arbeitsalltag haben am Dienstag in Hannover mehrere Tausend Uni-Klinik-Mediziner Luft gemacht. Nach Angaben der Polizei beteiligten sich rund 3.000 Ärztinnen und Ärzte an der Demonstration. In der niedersächsischen Landeshauptstadt fand die dritte Tarifverhandlungsrunde zwischen Ärztevertretern und Ländern statt.

Warnstreik: Uniklinik-Ärzte legen Arbeit nieder

Hallo Niedersachsen -

Rund 3.000 Uniklinik-Ärzte haben in Hannover demonstriert, nachdem der Marburger Bund zum Warnstreik aufgerufen hatte. Sie fordern mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen.

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Mediziner bundesweit zum Warnstreik aufgerufen

Der Marburger Bund hatte bundesweit die Mediziner in 23 Universitätskliniken zum Warnstreik aufgerufen - darunter auch Ärzte der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), der Universitätsmedizin Göttingen sowie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH). Nach Angaben des Marburger Bundes sind allein 350 UKSH-Ärzte in die niedersächsische Landeshauptstadt gereist.

Ärztekammer: Mutiger Einsatz für bessere Bedingungen

Niedersachsens Ärztekammerpräsidentin Martina Wenker hat anlässlich der Verhandlungen das sofortige Ende überlanger Arbeitszeiten gefordert. "Zahlreiche Nacht- und Wochenenddienste machen Ärztinnen und Ärzte auf Dauer selbst krank und gefährden damit die Patientenversorgung noch mehr", so Wenker. Die Demonstrierenden würden konsequent und mutig für bessere Arbeitsbedingungen in Krankenhaus und Praxis eintreten, so Wenker weiter.

Vereinbarte Termine könnten platzen

Die Gewerkschaft hatte zuvor mit den beiden Unikliniken in Hannover und Göttingen vereinbart, dass Notfallpatienten in jedem Fall ärztlich versorgt werden, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Patienten mit ambulanten Terminen waren aber gebeten worden, sich telefonisch zu erkundigen, ob sie behandelt werden können.

Mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen

Der Marburger Bund fordert für die Ärzte an Universitätskliniken sechs Prozent mehr Gehalt, Höchstgrenzen für Bereitschaftsdienste und Einsätze an maximal zwei Wochenenden im Monat. Bei einer Umfrage der Gewerkschaft hatte jeder Dritte Uniklinik-Arzt angegeben, pro Woche 60 Stunden und mehr zu arbeiten. Für die Tarifgemeinschaft der Länder verhandelt Niedersachsens Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU). Er machte allerdings klar, dass die Länder mit dem Geld haushalten müssten. Sechs Prozent mehr Gehalt seien deshalb auch nicht umsetzbar, so Hilbers gegenüber dem NDR Regionalmagazin Hallo Niedersachsen.

Gewerkschaft: Ernst der Lage nicht verstanden

Bisher hätten die Länder bei den Tarifverhandlungen keine Bereitschaft gezeigt, die Arbeitsbedingungen der Mediziner zu verbessern, kritisierte die Ärzte-Gewerkschaft. Die Arbeitgeber hätten den Ernst der Lage noch nicht verstanden. Sie befürchteten, betriebliche Abläufe könnten gestört werden, wenn Regelungen zur Begrenzung der Belastungen vereinbart würden, so ein Sprecher des Marburger Bundes.

Weitere Informationen

Kiel und Lübeck: UKSH-Mitarbeiter im Warnstreik

Die Gewerkschaften fordern bessere Arbeitsbedingungen für die UKSH-Mitarbeiter und haben erneut zum Warnstreik aufgerufen. Neben Pflegern sind auch Ärzte im Ausstand. (04.02.2020) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 04.02.2020 | 08:00 Uhr

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