Stand: 11.08.2020 08:44 Uhr

Sanierungsstau an Hochschulen gefährdet Lehre

Das Aulagebäude der Universität Göttingen von außen. © Universität Göttingen Foto: Universität Göttingen
Allein an der Universität Göttingen wird der Sanierungsstau auf mehr als 870 Millionen Euro beziffert. (Archivbild)

Die niedersächsischen Universitäten müssen in den kommenden Jahren viel Geld in die Hand nehmen, um ihre Gebäude zu erneuern. Die Landeshochschulkonferenz hat den Sanierungsstau auf mehr als vier Milliarden Euro beziffert. Die beiden größten Unis im Land in Göttingen und Hannover schlagen deshalb nun Alarm. Die Verantwortlichen befürchten, dass die zum Sanieren benötigten Mittel am Ende in der Lehre fehlen werden.

Göttingen: Sanierungsstau gefährdet Forschungsbetrieb

Die Universität Göttingen muss nach eigenen Angaben in den kommenden Jahren allein rund 20 Millionen Euro ausgeben, um den Brandschutz zu erneuern. Andere dringend erforderlichen Investitionen müssten deshalb zurückstehen, heißt es. So könnten Labore sowie Seminarräume nicht modernisiert und erweitert werden, sagte eine Sprecherin NDR 1 Niedersachsen. Der gesamte Sanierungsstau in Höhe von mehr als 870 Millionen Euro habe ein Ausmaß angenommen, das einen sicheren Forschungs- und Lehrbetrieb zunehmend in Frage stelle.

Mensa-Erneuerung verschlingt in Hannover viel Geld

Ähnlich äußern sich Verantwortliche der Universität Hannover. Hier müssen unter anderem rund 43 Millionen Euro investiert werden, um die Mensa zu erneuern. Die Hochschule müsse für solche Aufgaben erhebliche Mittel verwenden, die eigentlich für Forschung und Lehre vorgesehen seien, sagte eine Sprecherin. Es lasse sich daher nicht ausschließen, dass diese Bereiche bald spürbar eingeschränkt werden müssten. 

120 Millionen Euro zusätzlich im Nachtragshaushalt

Das niedersächsische Wissenschaftsministerium will den Hochschulen helfen. So seien im Nachtragshaushalt zusätzliche 120 Millionen Euro vorgesehen, um Uni-Gebäude energetisch zu sanieren, sagte eine Sprecherin. Ihren Angaben zufolge soll ein Großteil dieses Geldes nach Hannover und Braunschweig fließen.

Weitere Informationen
Die Fassade der Leibniz-Universität Hannover © dpa-Bildfunk Foto: Silas Stein

Gutachten: Uni-Sanierungen kosten vier Milliarden

Niedersachsens Unis brauchen rund 4,3 Milliarden Euro, um den Sanierungsstau zu beseitigen. Das geht aus einem Gutachten der Landeshochschulkonferenz hervor. mehr

Hauptgebäude der Universität Hannover im ehemaligen Welfenschloss © imago Foto: Günter Schneider

Thümler räumt Sanierungsstau an Hochschulen ein

Bröckelnde Fassaden, geschlossene Labore: Die Leibniz Uni Hannover ist laut Präsident Epping in einem desolaten Zustand. Wissenschaftsminister Thümler bestätigt massive Probleme. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 11.08.2020 | 08:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

Hannover: Ein Kellner serviert auf der Außenterrasse eines Cafés an der Lister Meile Kaffee für zwei Gäste. © dpa-Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte

Private Treffen: Niedersachsen plant weitere Lockerungen

Sie beziehen sich auch auf die Gastronomie und Veranstaltungen. Dies teilte die Staatskanzlei am Montag mit. mehr